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Er ist irgendwie ganz schön normal, dieser Paul Kalkbrenner, wenn er an seinem Pult steht und an den tausend Reglern dreht. Anstelle von Starallüren und Überheblichkeit gibt es über drei Stunden Livemusik, perfekt gesetztes Licht und starke visuelle Elemente. In diesen Genuss kommen auch die Fans aus dem österreichischen Bregenz.

Die Schlange war an diesem Wintertag lange vor dem Festspielhaus in Bregenz. Im Regen warteten über 3000 Menschen auf einen Abend voll von visueller Ästhetik und akustischer Perfektion. Doch bevor der aus dem Film Berlin Calling bekannte DJ sein Podest betrat, lag es an DJane Simina Grigoriu, das Publikum aufzuheizen. Erst kurz nach 22 Uhr hatte das Warten ein Ende und Elektroikone Paul Kalkbrenner erschien. Mit viel Nebel und einem perfekten Mix aus Licht betrat er sein in der Mitte der Bühne platziertes Podest, gleichzeitig schwebten bereits Arme in der Höhe und das Publikum machte seiner Begeisterung Luft.

Fortan bebte der Boden und die Luft schien zu knistern zwischen Publikum und Künstler, währenddessen die Bassdrum bis in die letzte Pore des Körpers zu dringen schien. Laut und begleitet von hervorragend eingesetztem Licht, sowie Visualisierungen aller Art, die über drei grosse Leinwände hinter dem Künstler zu sehen waren, wirkte das Gesamtkonzept wie Magie auf die Konzertbesucher.

Mittels Kamera auf dem Podest erhielten die Fans zeitweise sogar Einblicke in das geheime Schaffen des Künstlers, der seine Musik, anders als die meisten DJs, live abmischt – ein weiterer Symphatiepunkt für das Phänomen Kalkbrenner, der mit seinen Alben wie Berlin Calling  und Icke Wieder  die Charts stürmte. Die Begeisterung hielt an, auch als es nach zwei Stunden pochender Beats und leiser Melodien schien, als ob das Konzert so langsam zu Ende ginge, und der Künstler von der Bühne verschwand. Doch bereits nach kurzer Zeit und anhaltenden Begeisterungsrufen kehrte dieser auf seinen Platz zurück und lieferte über 75 weitere Minuten ein perfektes Paket akustischer und visueller Kunst. Als kurz nach ein Uhr nachts Kalkbrenners grösster Hit Sky And Sand mit Gesang von Pauls Bruder Fritz Kalkbrenner durch die Halle schallte, gab es keinen Halt mehr fürs Publikum. Der darauf folgende Song Aaron bildete schliesslich den Abschluss eines fast dreieinhalb Stunden langen Konzertes. Ein letztes Winken des Künstlers, und der letzte Lichtstrahl erlosch mit der Musik, während aus der Menschenmenge ein Satz den Abend vollständig zusammenfasste: «Ich höre normalerweise kein Elektro, aber das war eines der besten Livekonzerte meines Lebens!»