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Der Monomontag im Winterthurer Portier bietet so manche musikalische Entdeckung. Die 99. Ausgabe bestritt die französische Truppe Ödland. Ein Sound, der tief in der europäischen Vergangenheit gräbt.

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jt. Eigentlich besteht Ödland aus fünf Musikerinnen und Musiker. Doch nun, da sie auf Tour sind, sind sie nur zu dritt. Sie haben nur kleine Instrumente dabei und so tuckern sie in ihrem Fiat 500 durch Europa und spielen für ihr Benzin. Der Eintritt in das schmucke Café Portier auf dem ehemaligen Sulzerareal ist frei, Veranstalter André Hochuli geht mit dem Hut um und sammelt die Spenden ein. Ein paar Franken sind zusammengekommen.

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Die Musik von Ödland hat ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert. Irgendwo zwischen Kammermusik und rusikalischem Folk spielen sie sich durch die Zeit. Sie pflegen eine raue Romantik. Ihre Songs sind traumhaft weich wie taufrisches Moos. Die filigrane Sängerin Alizée Bingöllü schaut min grossen, unschuldigen Augen ins dicht gedrängte Publikum, erzählt von einem Traum in Istanbul.

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Stoisch spielt die Violinistin Léa Bingöllü ihre Noten, während sich der Bandleader Lorenzo Papace vollkommen in der Musik verliert. Und wenn er in den Gesang von Alizée mit einstimmt, dann tut sich in den Passagen eine wundersame Tiefe auf.

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Die 100. Augabe von Monomontag findet am Freitag, 18. Oktober 2013 im Portier statt. Rue Royal aus England wird dann zu Gast sein.

Fotos: Janosch Tröhler

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