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Das Konzert von Serj Tankian, der Stimme von System of a Down, war kein Highlight, doch ein solides, gutes Konzert mit einem abrupten Schluss.

Energie bis zum schnellen Ende (Foto: Franco Tancredi)

jt. Bereits vor dem offiziellen Start erschienen eine Musiker unter dem Namen Hollywood Awesome Project, bestehend aus Mitgliedern des offiziellen Supports Viza und der Begleitband von Tankian. Sie spielten sich schon warm, doch die Songs setzten keine wirklichen Akzente. Anstandsapplaus vom Schweizer Publikum gab es dennoch.

Den wahren Startpunkt stellten Viza dar, eine experimentelle Rockband aus Los Angeles. Ihr Sound ist stark von traditionellen Elementen beeinflusst, was auch logisch erscheint, bei der unterschiedlichsten Herkunft der einzelnen Bandmitglieder. Allgegenwärtig war doch eine Oud, ein orientalisches Saiteninstrument. Da wurde wild getrommelt und die Gitarre schnell gezupft. Erstmals floss die Energie zwischen der Menge und den Musikern. Fixpunkt war Sänger K’noup Tomopoulos, der abgehoben und leicht versnobt mit einem dekadenten Mantel auf der Bühne rumtänzelte.

Doch auch die Kalifornier hatten keine Chance gegen den Mann des Abends: Serj Tankian. Als er die Bühne betrat, fand er sich in einem proppenvollen Komplex 457 wieder, welches ihn bereits sehnlichst erwartet hatte. Trotz Erfolg und Ruhm scheint der werte Herr mit markantem Kinnbart Bodenhaftung zu haben. Die Show steht nicht im Vordergrund. Tankian wirkt auch mit schlabbrigem T-Shirt und einer saloppen Jeans glaubwürdig, denn er steht hinter seinen Songs, die in sich vielfältiger sind, als es andere Künstler ihr Leben lang je sein werden. Und die treuen Fans kennen die Texte, singen und johlen fleissig mit.
„You guys doin’ ok?“ – Serj Tankian ist ein Typ, dem man auch seine Kinder anvertrauen würde, liebenswert und die Freude an dem, was er tut, steht ihm ins Gesicht geschrieben. Auch wenn seine Botschaft Missstände anklagt, hat er in der Bandbreite seines Schaffens nie die Hoffnung und den Mut verloren. So bretterte der Musiker mit armenischen Wurzeln und seiner unverwechselbaren durch den Zürcher Club. Bisweilen war es derart laut, dass vor allem die Drums zu scheppern begannen, schade.
Die brutalen Kontraste seiner Songs gaben dem Abend definitiv die nötige Abwechslung. Trotzdem war das Kozert kein überrangendes. Was fehlte, war ein Höhepunkt, eine spürbare Steigerung. Klar, dass Tankian und seine Mitstreiter eine einwandfreie Show ablieferten und mit Harakiri zumindest einen kleinen Markstein setzten, doch da lag mehr drin. Der Schluss kam prompt und irgendwann gaben es selbst die Hartnäckigsten vor der Bühne auf, auf eine Zugabe zu warten.