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Urban Sketchers gehen mit dem Stift, Pinsel und Papier direkt auf die Strasse und verlegen so ihre Arbeit, die sonst im «stillen Kämmerli» stattfindet. Die Idee ist es, die flüchtigen Momente des städtischen Lebens mit wachen, suchenden Augen als Skizze fest zuhalten. Nach dem Motto: «Wir zeigen die Welt, Zeichnung für Zeichnung!»

In der Metro (Bild: Bernd Alder)

In der Metro (Bild: Bernd Alder)

Urban Sketching findet auf der Strassenbank, im Café oder auf der Wiese statt; schlicht und einfach dort, wo das Treiben der Menschen beobachtbar und der Puls der Stadt zu spüren ist. Die entstandenen Skizzen erzählen die Geschichte unserer Umgebung, der Orte an denen wir leben oder zu denen wir reisen.

Der Zürcher Künstler Bernd Alder portraitiert durch seine Urban Sketching Werkgruppe «Whats App» eine Gesellschaft, welche die Stille des Parks sucht, um dem Alltag zu entfliehen. Dort sitzt man nichts sagend nebeneinander. Gelangweilt vom Gegenüber wird als Notanker das Handy aus der Tasche gezogen und nach einem neuen Gesprächspartner gesucht. Die Augen werden von der Umgebung ab- und zum Display hingewandt. Nach kurzer Zeit wird der Abwesende dem Anwesenden vorgezogen.

Ich amüsiere mich sehr beim Beobachten meiner selbst und der anderen, wie uns das Handy ermöglicht, sich einer langweiligen Gesellschaft zu entziehen, die gerade daneben sitzt.Bernd Alder

Er ist ein Künstler, der uns in ferne Städte entführt und unsere eigene Stadt durch seine Urban Sketches in einem neuen Licht erscheinen lässt. Man möchte auf leisen Sohlen in seine Bilder hineintreten, die Sonne spüren und den Wind hören, wie er mit den Ästen der Bäume spielt und die Boote auf dem Wasser tanzen lässt. Bernd Alder schafft durch die warmen, leuchtenden Farben, die er für seine Bilder nutzt, tiefe Bildräume, durch welche er uns seine Sicht auf die Dinge zeigt und sogleich tiefe Einblicke in verborgene Welten ermöglicht. Seine Farbwahl ist dabei intuitiv: «Ich spüre die Farben der Aura, welche die Personen und deren Umfeld umgibt».

Bernd Alder lässt Bilder entstehen, welche Dialoge und Sichtweisen unserer heutigen Zeit aufgreifen. Seine Bilder erzählen Geschichten und zeigen neue unbekannte Blickwinkel auf. Er selbst meint dazu: «Ich möchte in der Malerei ein Spiegel der Zeit und kein Nostalgiker sein».

(Bild: Bernd Alder)

(Bild: Bernd Alder)