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Letzten Monomontag ging eine Ein-Mann-Band nicht gerade zärtlich mit seinem Banjo um. Der Mann konnte trotzdem das Publikum in höhere Sphären mitnehmen. Tall Tall Trees befindet sich auf Europatournee und hasst seine Heimatstadt New York.

Tall Tall Trees

Tall Tall Trees im Winterthurer Lokal «Portier». (Foto: Erik Hefti)

Ein Gast Beitrag von Erik Hefti

Sanftes Banjozupfen verleiten jeden Zuhörer an das Ufer des Mississippis zu sitzen, im tiefsten Süden der USA. Man sehnt dem Floss namens Wochenende hinterher, das gerade auf dem Wasser, dem Fluss folgend, weiterschwimmt. Das Banjozupfen tröstet einen darüber hinweg und gibt ein bisschen Hoffnung. Plötzlich erschrickt man, wegen den starken Bassklängen, die vom Banjo aus hämmern, auch ein Snare-Geräusch kommt aus dem gleichen Instrument hervor. Ein Musiker mit langem und zerzaustem Bart missbraucht es sogar als Djembé. Am Monomontag schlägt er im überfüllten Portier in Winterthur so auf hart sie ein, das ihr Fell einen Riss bekommt: «Does someone know a good music-store in Winterthur? Or does someone have goat skin, perhaps?»

Daniel Düsentrieb

Die verschiedenen musikalischen Teilelemente nimmt der New Yorker Singer-Songwriter Tall Tall Trees mit einem Gerät auf. Dieses befindet sich neben anderen unzähligen Geräten, farbigen Kabeln und leuchtenden Lämpchen auf dem Boden. Das ganze Arrangement sieht aus, als hätte er es dem Labor von Daniel Düsentrieb entwendet. Durch das Loopen und komponieren der Musik wird das Publikum in höhere Sphären mitgenommen.

Seine tiefe Stimme erreicht Höhen, die dem Publikum den Rest geben. Das sanfte Zupfen, verkommt zu einem Gewusel, das sich immer noch gut anhört. Es ist ein Mix vom beliebten «Ich bin einfach hier mit meiner Gitarre und mache Musik von der Strasse» wie Of Monster And Men und «Ich weiss, ich reisse euch meiner gefühlsvollen Musik mit» von Coldplay. Als Schublade würde spährischer Pop-Folk passen.

Das Crazy Banjo

Das Banjo selber wurde zum Banjometer 3000 modifiziert. Damit lassen sich neben wohltönenden Melodien auch jegliche Geräusche produzieren. Eine Fernbedienung, die dem Publikum abgegeben wird sorgt für den Show-Effekt. Denn wer die Macht über diese Fernbedienung hat, hat auch die Macht verschiedene Farbe, die von einer Lichterketten her stammen, die im Körper vom Banjo befestigt ist, aufleuchten zu lassen – natürlich in der Geschwindigkeit und im Rhythmus, wie es der Besitzer  der Fernbedienung will.  Am liebsten feierte Bnee in der Schweiz, Deutschland und Österreich.anchmal mild. ndet ics geschichten zu hreiner Prima Balleri

Der Baumartige Typ mit Bart

Mike Savino alias Tall Tall Tree macht es aber viel bodenständiger. Er sieht zwar aus wie ein Holzfäller, der zum Hipster mutiert ist, doch er hasst seine Heimatstadt New York (Keine Ahnung: Ist Big Apple zu cool für Hipster?) Der wahre Grund ist aber: «It smells like pee, don’t go there!»
Es scheint aber, als liebe er seinen Bart über alles. Als wäre dies sein grösster Kontakt zum Boden, obwohl er nur bis zur Mitte der Brust geht. Seine Füsse nämlich fliegen über das Düsentrieb-Arrangement, als gehörten diese einer Prima Ballerina. Ein Freund vom Bärtigen hat ihm sogar Fan-Shirts kreiert, die auf der Innenseite mit einem Abbild vom besagten Bart bedruckt sind. Grosse Bäume haben viel zu erzählen, weil sie erstens: meist schon etwas älter sind und so bereits viele Geschichten beobachten konnten. Und zweitens: durch ihre Grösse können sie vieles sehen, was andere nicht sehen.

Tall Tall Three ist zwar nicht überdurchschnittlich gross, jedoch weiss er in seinen Lyrics Geschichten zu erzählen, in denen sich die ach so modernen Digital Natives und erwachseneden Menschen wiedererkennen: «If you’re on the phone right now, take a picture of me and post it and tell your friends to come to this pretty neat place, if you’re not doing that, put it away and just enjoy. I’m going to sing a song about this right now.»

Party mit Tee und Keks

Tall Tall Tree ist ein gemütlicher Typ. Er mag es zwar auch wild, so wie seine Musik ist, aber auch ganz ruhig. Wie Bäume das Wetter in der Natur ertragen müssen. Manchmal wild, manchmal mild. In diesen Wochen befindet er sich mit der Singer-Songwriterin Heidemann auf einer Europa-Tournee in der Schweiz, Deutschland und Österreich.

I love to party and then I’ll have some tea and one cookie.