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Durch plötzlichen Rummel um eine Band entsteht Druck, etwas das man Musik nicht auflasten sollte. TRUE aus Bern liessen sich trotz Trubel erst gar nicht aus dem Konzept bringen und sind nun heiss gehandelter Act am M4Music.

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Daniela Sarda und Rico Baumann sind TRUE (Foto: David Schneider)

Ein Gastbeitrag von David Schneider

Da sitzt ein Schweizer Duo zusammen und schraubt an Songs herum und auf einmal sind sie nichts ahnend in einer Situation, die man sonst eher von englischen Independent-Musikern aus Londoner Vororten kennt. Ein Hype, auch wenn im Schweizer Ausmass, hat der Future-Pop-Band TRUE aus Bern ordentlich Rummel eingebracht. Und dabei gingen die Beiden doch einfach ihrer Lieblingsbeschäftigung nach.

Momentan herrscht Rummel um TRUE – aus dem Nichts auf einmal ins Radio und nun bald auf die Bühne des kommenden M4Music Festivals. Wie habt ihr die Entwicklung seit der Veröffentlichung der EP Videos letzten März wahrgenommen?

Daniela Sarda: Wir haben es als Paralleluniversum wahrgenommen. Einerseits haben wir auf Blogs und medialen Plattformen eine unglaubliche Resonanz erhalten und werden oft darauf angesprochen. In der realen True-Welt widmen wir uns aber weiterhin unserer Lieblingsbeschäftigung: Songs tüfteln.

Mit den Singles Colors of my Estimation und What I’ve Lost habt ihr darauf ordentlich nachgelegt. In welchem Rahmen entstanden diese zwei Songs?

DS: Eigentlich hatten wir einfach Glück. Wir haben uns nicht stundenlang überlegt was als nächstes folgen sollte. Wir haben probiert in Musik zu fassen, was uns auch im aktuellen Leben beschäftigt. Diese Songs sind ein Ausdruck davon.

Obwohl ihr bei TRUE auf sphärische Elemente, Hall, eingängige Rhythmen und Synthesizer setzt, stammt ihr Beide ursprünglich aus der Sparte Jazz. Inwiefern treffen diese zwei Welten in der Musik von TRUE zusammen?

DS: Diese Welten haben auf den ersten Blick überhaupt nichts miteinander zu tun. Wir sind einfach sehr offene Musiker und an ganz verschiedenen Musiksparten interessiert. Der Jazz in TRUE ist lediglich die Freiheit mit Melodien, Rhythmen und Sounds zu experimentieren und offen gegenüber neuen Möglichkeiten zu bleiben.

Seit eurer Gründung bringt steht das Wort «true» nicht mehr nur für das Wahre und Richtige, sondern auch für zwei Schweizer, die es geschafft haben mit ihrer Musik auch im Ausland Anklang zu finden. Wie bringt ihr das Wort «Wahrheit» mit eurem Schaffen als Band in Verbindung?

DS: Was ist Wahrheit? Was spielt das für eine Rolle? Wir versuchen so ehrlich wie möglich Musik zu machen und einen Ausdruck für unsere Emotionen zu finden. Oft haben Menschen Angst ihr Innerstes zu zeigen und erschaffen eine dicke Schutzhülle, die Stärke oder auch kühle Distanz vermittelt. Welches Bild ist nun das wahre? Das ist bei TRUE nicht viel anders.

Das Artwork und die Videos zu euren Songs sind grafisch ansprechend gestaltet und die Musikvideos fassen die Atmosphäre eurer Musik mit gedimmten Licht und kühlen Farben passend ein. Was für eine Art von Eindruck versucht ihr persönlich mit TRUE musikalisch zu projizieren?

Rico Baumann: Wir verfolgen eine sehr künstliche, kühle, oft minimalistische Ästhetik und verwenden ausschliesslich synthetische Klänge. Selbst Danis Stimme ist meist verfremdet. Dahinter aber stecken sehr emotionale Songs, die uns selber berühren. Wie eine in dickes Eis gehüllte Flamme, die, je länger man sie brennen lässt, sich mehr und mehr offenbart.

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TRUE während der Live-Session (Foto: David Schneider)

Das TRUE ihre minimalistische Ästhetik auch auf den Aufbau ihrer Songs anwenden können, bewiesen sie im Rahmen einer Session bei «One Song.One Take». Reduziert auf ein verstaubtes Klavier, vier Hände und einer gefühlsvollen Stimme trugen sie ihre beiden Singles unplugged und live vor. Das zweite Video zum Song What I’ve Lost feiert hier Premiere: