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Ehrwürdiger Tourabschluss mit Yokko

Es gibt immer einen Grund zu feiern: Bei der Schweizer Band Yokko ist es der Tourabschluss zu ihrem erfolgreichen zweiten Album «To The Fighters. To The Boxers.» Zusammen mit ihren Fans und Baba Shrimps als Einheizern zelebrierten sie im Zürcher Plaza eine Sause, die dem Ereignis würdig war.

Mit einer etwas kurrligen Startzeit um 19.20 Uhr eröffneten die drei Zürcher von Baba Shrimps den Abend. Da sie in Punkto Bekanntheit kaum in Yokkos Schatten stehen, verwunderte es nicht, dass am noch frühen Freitagabend der Klub bereits ordentlich gefüllt war. Das gut durchmischte Publikum, welches vom pubertierenden Girly über den ausgeflippten Opa bis zu den bünzlig wirkenden Cüplitrinkern reichte, liess sich dann auch erstaunlich schnell vom Trio auf der Bühne mitreissen.

Baba Shrimps heizten die Menge auf. Bild: Francesco Tancredi

Ihr radiotauglicher Pop-Rock geht innert Sekunden vom Gehörgang in die Beine. Mitwippen war also Pflicht und was Baba Shrimps auf der Bühne boten, war Spielfreude pur. Besonders der milchgesichtige Keyboarder Luca Burkhalter powerte hinter den Tasten und schien sich nicht zu entscheiden können, ob er denn stehend tanzend oder sitzend Kopf nickend performen wollte. Aber auch Leadsänger und Gitarrist Adrian Kübler und Moritz Vontobel am Schlagzeug strahlten eine derartige Begeisterung aus, dass man schon von blossem Zusehen und Zuhören gute Laune bekam.

Während ihres 40-minütigen Auftritts spielten sich die Shrimps durch die Hits ihres Erstlings Neon wie auch eine breitere Auswahl an Songs ihres im Juni erschienen Albums Road To Rome. Wie der Titel bereits andeutet, sind die Zürcher seit der Veröffentlichung des Titeltracks im März fleissig ihre Weg-Meilen am zählen, die sie auf ihren Konzertreisen sammeln. So war der Auftritt im Plaza bereits die 5471. Meile und man wünscht dem sympathischen Trio, dass noch viele weitere folgen werden.

Wer enden kann zur rechten Zeit, der hat Vergnügen lange Zeit

Ohne akribisch ihre Meilen aufzuaddieren, die sie mit ihrem Zweitling To The Fighters. To The Boxers. abgespult hatten, wussten Yokko, dass sie sich mittlerweile auf der Zielgeraden dieser eineinhalb Jahre andauernden Tournee befanden. Nicht mehr allzu viele Meilen werden diesem Konto gutgeschrieben – wobei, so ganz stimmt das eigentlich auch nicht. Auf die beiden Abschiedskonzerte im Zürcher Plaza und im Berner Bierhübeli folgen Ende September und Anfang Oktober nämlich noch mehrere Shows in und um Tokyo. So eine Reise nach Japan bringt sicher auch eine ganze Menge Meilen mit sich.

Wie dem auch sei. Dieser Abend, der zweitletzte Auftritt vor heimischem Publikum, und übrigens auch der 27. Geburtstag von Sänger Adrian Erni, sollten gebührend gefeiert werden.

Adrian Erni feierte seinen 27. Geburtstag. Bild: Francesco Tancredi

Während Baba Shrimps das Publikum durch ihren Elan auf ihre Seite ziehen konnten, war bei Yokko eine andere Energie spürbar. Alle komplett dunkel gekleidet, formte das Quartett zusammen mit einem Cellisten und einem Posaunisten eine klare Einheit auf der Bühne.

Ihr selbsternannter Atlantic Wave umwogte den Zuhörer von Beginn weg. Druckvoll und voller Leidenschaft gespielt, liessen Yokko Lied um Lied bzw. Welle um Welle auf das Publikum niederprasseln. Kaum einer konnte sich dieser Wucht entziehen. Und natürlich, da es Yokkos grosser Abend war und das Publikum extra für sie anreiste, funktionierten auch die ruhigeren Lieder, die diese Spannung nicht alle gleich zu erzeugen vermochten. Wo ein Festivalpublikum vielleicht davon gelaufen wäre, wurde hier aufmerksam gelauscht. Besonderes Highlight: Die erste Zugabe Mary, die nur von Erni an der Gitarre und dem Cellisten vorgetragen wurde – Gänsehaut-Moment!

Ein Ende: Ein Ausatmen für ein neues Beginnen

Neben all den gespielten Hits, gab es natürlich auch zu einem Tourabschluss gehörend kleinere Touranekdoten und ellenlange Danksagungen und Lobhudeleien an Crew und Fans. Und die Fans wiederum dankten am Ende mit fordernden Zugabe-Rufen, obwohl die Show mit einer Spielzeit von rund 100 Minuten nicht eben kurz ausfiel. Bleibt also nur zu hoffen, dass sich Yokko nicht zu lange rar machen und in nicht all zu ferner Zukunft bereits mit neuer Musik wieder die heimischen Bühnen bespielen werden.