Diesen Mittwoch, am 4. Juli, wurde in Zürich im Niederdörfli die Grunge-Alternative-Rock-Bar Ebrietas eröffnet. Die frischgebackene Lokalität trumpfte gleich mit einem Gratiskonzert der Metalband Gonoreas. Wo Freunde der Rock- und Metalszene in Zukunft für ein Bierchen und mehr hin pilgern dürfen und wieso der Name Programm ist, liest man hier!

Bereits um 19.45 Uhr steht vor der neuen Bar Ebrietas ein ganzer Haufen Leute, welchen man ansieht, welche Sparte Musik hier drin läuft. Die Eröffnung hat sich weit herum gesprochen. In der Bar drin, sieht man als erstes die schwarzen Wände hinter eingerahmten Postern von Bands und H.R. Giger Bildern, eine Auflistung des Biersortiments über der Bar und zwei Sofas. Ein schwarzer Kronleuchter hängt von der weissen Decke und beleuchtet das Ganze mit Hilfe von Spotlights. Im ganzen Raum stehen kleine Tische und Stühle. Stellenweise ist es so eng, dass man fast nicht durchkommt. Dicht zusammenrücken heisst es also; aber das muss man sowieso, um sein Gegenüber verstehen zu können. Die Musik ist so laut, dass man ordentlich Gas geben muss, wenn man sich anständig unterhalten will. Nichtsdestotrotz, der erste Eindruck: Das Ebrietas wirkt gemütlich!

Weiter geht es also an die Bar, wo schon massig Leute stehen. Kein Wunder! Ebrietas kommt aus dem Latein und heisst Trunkenheit. Wir bestellen und merken, dass die Preise fair sind. Da darf man ordentlich bestellen und wer viel bechert, der muss auch irgendwann mal das stille Örtchen aufsuchen. Ganz so still ist es da aber nicht. Das WC ist etwas klein geraten. Dies fördert aber spannende Klo-Unterhaltung, da man sich zwangsläufig unterhaltet, wenn mehr als zwei Personen sich dringend mal müssen.

Das Konzert findet im Keller – welches liebevoll das Loch genannt wird – statt. Der Aufritt erinnert an das Werk21 des Dynamo. Das dominanteste im Loch ist aber klar die Bühne, obwohl geschätzt nicht mehr als fünf Musiker drauf Platz haben. Auch hier unten muss man nicht verdursten, denn eine weitere Bar sorgt hier für mehr Ebrietaner… Der Eröffnungsact Gonoreas beginnt zwar mit einer halben Stunde Verspätung, legt dafür aber voll los! Die Gitarristin ist perfekt vor einem Ventilator positioniert, der ihre blonden Haare wehen lässt. Der Sänger stachelt das Publikum immer wieder dazu an, nach vorne zu kommen und mitzumachen. So hält er konstant etwa 30-40 Leute in seinem Banne. Beim Bassisten merkt man schnell, wie sehr er die Show liebt und das zieht auch im Publikum mit. Der eine oder andere Zuschauer ist wohl bereits ausser Atem und ins Schwitzen gekommen und hüpft nun oben Ohne herum.

Was mich schnellt stört ist die Lautstärke. Laut Aussagen anderer, stimme das Ganze aber perfekt, wenn man Ohrstöpsel drin hat. Da ich bis jetzt nirgends welche gesehen habe, erkundige ich mich nach solchen und tatsächlich sind sie in der Kellerbar vorhanden, man muss nur nett fragen!

Rückblickend stellte die Band einen souveränen Auftritt auf die Beine und bewies Talent. Und mein persönliches Fazit zum Abend: Hinter der Bar herrscht noch etwas Chaos und man merkt, wie neu alles ist, aber die Leute sind freundlich und nett. Ebrietas macht einen guten, soliden Eindruck und wird sich sicherlich noch machen. Ich rate Euch, bei nächster Gelegenheit mal reinzuschauen!