Knapp 300 Menschen bevölkerten ein traurig verwaist wirkendes X-Tra. Viele verpassten den letzten Auftritt von Schelmish in der Schweiz, denn Ende des Jahres ist die Band Geschichte. Zusammen mit Saor Patrol bespielten sie die Zürcher Bühne.

Kämpferisches Trommelspiel – Saor Patrol (Foto: Franco Tancredi)

Die Musiker von Schelmish liessen sich die Spielfreude ob dem spärlichen Publikum nicht nehmen. Zu Beginn ihres Auftritts wurden die Besucher wortwörtlich zusammengetrommelt. Eine Mischung aus Gruftis, einigen Metalheads, Mittelalterbegeisterten und archaisch anmutenden Hippies fand sich vor der Bühne. Immerhin: Diejenigen, die da waren, unterstützten die Bands bedingungslos und liessen sich zur Musik gehen. Das ist wesentlich besser als eine apathische Masse.
Dextro, von dem das Titel-Zitat stammt, behielt denn auch Recht mit seiner Ankündigung. Schelmish beschränkte sich auf Instrumental-Stücke. Dazwischen streuten sie unterhaltsame Anekdoten von Zollbeamten oder klopften blöde Sprüche. Hier spürte man die Nähe zum Punk mit dieser “Scheiss’ drauf, wir machen unser Ding”-Mentalität.
Wer mit den quäkenden Instrumenten wie einem Dudelsack wenig anfangen konnte, war an diesem Abend aber definitiv am falschen Ort. Dabei eignen sich die Klänge hervorragend, um gepflegt ein zweites, drittes oder gar viertes Bierchen zu stürzen und sich dann im euphorischen Schwips aus dem Alltag zu veitstanzen.

Saor Patrol gaben sich doch einiges traditioneller und volkstümlicher als Schelmish. Kein Wunder, denn die Jungs kommen aus Schottland und entsprechend schwierig waren die zum Teil enorm bärtigen Herren zu verstehen. Die dominanten, urchigen Trommeln verwandelten das Publikum dennoch in wilde, stampfende Krieger, die wohl ohne zu Zögern William Wallace in die Schlacht gefolgt wären. Einzig die E-Gitarre verriet das 21. Jahrhundert.

Zum Schluss traten die Saor Patrol und Schelmish gemeinsam unter dem Namen Torag auf. Eine durchaus interessante Kombination, hätten Schelmish den Fokus stärker auf ihre rockigen und punkigen Songs gelegt. Es fehlte definitiv ein Stimmungsmacher wie Hässliche Kinder. Doch da beide Bands ausschliesslich instrumental spielten und sich musikalisch am gleichen Leuchtfeuer orientierten, konnten sie mit Torag keine neuen Akzente setzten. Natürlich zündeten sie dennoch – wenn auch ohne klangliche Innovation – nochmals ein Feuerwerk an Sackpfeifen und Paukenschlägen.
Akzente setzten, hätte auch die Lichttechnik gekonnt. Leider war diese zu unspektakulär und gleichbleibend. Hier hat man definitiv Potential für atmosphärische Grossartigkeit ignoriert.

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