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Seit 22 Jahren rockt der Weltklassegitarrist Joe Satriani in unregelmässigen Abständen unter dem Namen G3 mit zwei weiteren Top-Gitarristen die Hallen der Welt. Nun kommt er nach Zürich – mit Uli Jon Roth (Ex-Scorpions) und John Petrucci (Dream Theater).

Sie gehören zur Generation der Gitarrenhelden. Drei Männer, die ihre Instrumente hochstilisieren, als wären sie Kultikonen. Da ist Joe Satriani. Der Boss. Seine Karriere ist beträchtlich. Er war bei Deep Purple dabei, bei Alice Cooper und in der Solo-Band von Mick Jagger. Noch viel mehr ist er aber Solo-Künstler. Und er gehört zu den meist-nominierten Grammy-Kandidaten, die aber nie einen der Preise gewannen – 15 Nominationen. Null Grammys.

Dann ist da John Petrucci. Der kreative Kopf. Er hat praktisch sein ganzes Leben lang bei der Progressive-Metal-Band Dream Theatre gespielt. Und immer mal wieder an der Seite von Joe Satriani.

Und schliesslich ist da Uli Jon Roth. Der Drescher. Roth begann seine Karriere bei den Scorpions, in den 1970er Jahren, lange vor ihren grossen Classic-Rock-Balladen. Unterdessen ist er längst als Solokünstler unterwegs.

Satriani schreibt nur E-Mails

Und wenn die drei auf Tournee sind – das sind sie allerdings zum ersten Mal gemeinsam –, dann sind sie auf Tournee. Dann haben sie keine Zeit für Interviews. Alles, was wir kriegten, war ein Mail-Frage-Antworte-Pingpong mit Joe Satriani. Immerhin.

Hier die Übersetzung.

Dein G3-Projekt startete vor etlichen Jahren. Wie wählst du jeweils deine musikalischen Partner aus?

Ich bringe G3 seit 1996 auf die Bühne und der Prozess des Auswählens macht mir jedes Mal Spass. Ich suche gute Musiker, Originalität, gute Improvisations-Skills und eine positive Lebenshaltung. Gitarristen zu finden, die zwischen all ihren anderen Projekten Zeit haben und diese Ansprüche erfüllen, sind schwierig zu finden. Meist dauert es gut neun Monate, bis so eine Tour aufgesetzt ist.

Weshalb dieses Mal Petrucci und Roth?

Ich tourte mit Uli schon im 1998 und mit John habe ich diverse Tourneen unternommen. Aber sie standen noch nie zusammen auf der Bühne. Das fand ich reizvoll. Und wie sich herausstellte, funktioniert das Trio hervorragend, weil der Mix von Stilen und Einflüssen sehr gut passt. Die Chemie zwischen uns drei ist sehr speziell.

Du hast kürzlich mit What happens next ein neues Solo-Album veröffentlicht. Wie lässt du dieses in die G3-Show einfliessen?

Wir spielen fast die Hälfte der neuen Platte auf dieser Tour. Bei den Fans kommt das neue Material sehr gut an und wir haben interessante Ansätze gefunden, um die Songs noch mehr auszukundschaften. Da entsteht jeden Abend etwas Neues.

Das neue Album ist kompositorisch deutlich einfacher gehalten als bisherige. Weshalb?

Weil ich zu meinen Wurzeln zurückkehren wollte. Das ist Rock und Soul. Und ja: Ich denke, es ist stilistisch weniger progressiv, als bei mir üblich.

Spielst du diese Sachen lieber solo oder zu dritt?

Ich geniesse es, beides tun zu können. Dadurch wird das Leben als Musiker spannender. Mit anderen guten Gitarristen zu spielen, macht aber grundsätzlich immer Spass.

Petrucci war schon sechsmal mit dir auf Tournee, was ihn scheinbar zu deinem Lieblingsgefährten macht. Weshalb er?

John ist ein unglaublicher Gitarrist, Komponist und Performer. Er und seine Band machen grossartige Shows und die Fans lieben sie dafür. John ist mir aber auch ein guter Freund geworden – und ein Weggefährte mit Gitarre, der Musik so sehr liebt wie ich. Wir pflegen auf der Bühne eine höchst intuitive Kommunikation, was jede Show spannend und spassig macht.

G3 am Mittwoch, 11. April, im Volkshaus Zürich, 19.30 Uhr