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Das Wort Ausnahmetalent fällt bei aufstrebenden Musikern teils zu schnell, beim 22-jährigen Singer-Songwriter Tom James darf diese Umschreibung jedoch getrost genutzt werden. Mit seiner letzten EP und einer ersten Schweizer Konzerttournee bewies der Engländer Grösse.

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«Ich muss mich wohl zuerst daran gewöhnen, dass ihr mir tatsächlich so aufmerksam zuhört» (Foto: David Schneider)

Schon fast verhalten spricht Tom James aus England zu seinem Schweizer Publikum. Zuerst ist nicht klar, ob der junge Musiker schüchtern ist oder tatsächlich nebst seinen Liedern nichts zu sagen hat. Doch der Singer-Songwriter und Gitarrenvirtuose schweigt vor lauter Erstauntheit. «Es ist unglaublich, wie aufmerksam das Publikum hier ist und wie sehr ihr diese Art von Musik schätzt», so der aufstrebende Musiker aus Falmouth. Denn wer sich im Raum England als Singer-Songwriter noch keinen gewissen Ruf erspielt hat, kann kaum damit rechnen, die Aufmerksamkeit der Zuschauer zu teilen. Ganz anders also hier in der Schweiz: «Ich muss mich wohl zuerst daran gewöhnen, dass ihr mir tatsächlich so aufmerksam zuhört», meint der 22-Jährige mit einem Lachen.

Doch mit seiner vielschichtigen Art von Folk mit Pop- und teils sogar Blues-Einwürfen hat der ehemalige Schüler von Gitarren-Virtuose von Andy McKee auch alle Voraussetzungen, das Publikum zu bannen: James Gitarren-Picking und seine Weise sowohl seine Stimme als auch die sechs Saiten in Einklang zu bringen beeindrucken und wenn in Songs wie Blood to Gold von der gleichnamigen EP die Akustik-Gitarre zum Perkussions-Instrument wandelt, bleibt manch einem vor lauter Eindrücke der Mund offen. Nach einem Dutzend Konzerte in Deutschland kam der Musiker zusammen mit Drummer und bestem Freund Brinley Hall für zehn Konzerte in die Schweiz: «Euer Land ist eindrücklich und die Freundlichkeit, welche einem zu Teil wird, ist immens», so der aufstrebende Singer-Songwriter.

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Tom James wird wohl bald auf grösseren Bühnen spielen (Foto: David Schneider)

Auch wenn es als englischer Musiker im Folk-Bereich Schwerstarbeit ist sich einen Namen zu erspielen, ist Tom James auf dem richtigen Weg. Nach zwei Kurzalben und einem Vertrag beim kleinen aber feinen Label «Indie Kitchen Records», kann der aufgestellte Sympathieträger nach dem Begeisterungssturm in der Schweiz die gewonnenen Erfahrungen mit nach Hause nehmen. Und waren es dieses Mal Musik-Cafés und kleinere Konzertlokale, so dürfen wir den Engländer beim nächsten Besuch wohl auf grösseren Bühnen erwarten.