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Heute gibt’s eine ordentliche Ladung Gitarrenmusik für dich. Das sind unsere sechs Songs der Woche.

Jeden Freitag präsentieren wir in den «Songs der Woche» neue Musik aus aller Welt. Unsere heutigen Empfehlungen sind:

Ray Novacane – Mabuhay

Was heisst eigentlich «Mabuhay»? Ein Wort, das viele Bedeutungen hat: Hallo oder Prost oder ein Hoch aufs Leben. Mabuhay heisst auch die neue Single des Kölner Trios Ray Novacane und die gleichnamige EP, die ebenfalls heute erscheint.

Ray, Niklas und Simon interpretieren den R&B auf ihre Weise. Poppig, aber doch nicht seicht. Mabuhay klingt sehnsüchtig, hoffnungsvoll und warm. Aber auch melancholisch und suchend. Dabei bleibt das Arrangement der Instrumente und Synthie-Flächen genau richtig dosiert. Nicht so viel, dass es pathetisch wird; nicht so wenig, dass es dünn klingt.

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Donots – Rauschen (Auf jeder Frequenz)

Mit Dann Ohne Mich haben die Donots 2014 eine treffsichere Beschreibung des politischen Diskurses veröffentlicht. Die neuste Single, Rauschen (Auf jeder Frequenz), ist damit der konsequente Nachfolger.

Wo 2014 der Rechtsruck erst so richtig in Fahrt kam, sieht es heute ganz anders aus. Kurz vor den Bundestagswahlen sitzt die AfD trotz zweifellos rechtsradikalen Tendenzen sicher im Sattel, als man es noch vor ein paar Jahren hätte denken können. «Wir wollen das Rauschen zurück“» ist dabei eine kleine Hommage an die Ramones-Zeile „«We want the airwaves back»“.

Doch die Donots legen Bedeutung in den Song: Es soll ein aktives Miteinander geben. Die Zeile «Weil unsre Herzen lauter als Bomben schlagen» – namensgebend für das Album Lauter als Bomben – ist das, was die Donots den Scheindebatten um Religionen und vermeintliche Unterschiede entgegensetzen.

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Lyvten – Politur und feine Sitten

Mit Bausatzkummer veröffentlicht die Schweizer Punkband Lyvten am 6. Oktober ihr zweites Album. Als krachender Vorgeschmack liefert das Quartett nun die Single Politur und feine Sitten. Es ist ein wütendes Stück, das keine Bremsen kennt.

Wenn man Lyvten so hört, dann ist der Stimm-Vergleich mit Felix Schönfuss (Frau Potz, Adam Angst) nicht weit weg. Aber schliesslich waren sie auch schon mit Adam Angst auf Tour. Vergleiche zu ziehen, ist bei Lyvten leicht. Doch man sollte dieser Band aus Zürich dankbar sein: So konsequenten Punkrock, schnörkellos und kompromisslos, hört man viel zu wenig.

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Colorblue – Heal

Colorblue vermochten bereits mit You Are The Knife And I Am The Blood zu überzeugen. Nun ist diese spielfreudige Band aus Helsinki mit Heal zurück. Und sie zeigen eine weitere Facette in ihrer Musik.

War You Are The Knife And I Am The Blood noch eine Disco-Pop-Hymne, kokettieren Colorblue bei Heal mit dem weichgespülten 80ies-Hardrock. Sehnsüchtig und mit viel Retro-Chic führt Sänger Mikko durch die Nummer. Heal darf man ruhig als kitschig bezeichnen.

Doch Colorblue sorgen auch bei Heal für die Erkenntis, dass diese Finnen einfach ein Händchen für poppige Melodiebögen haben. Da wird sogar der Kitsch nicht zum No-Go, sondern zum finalen Zuckerguss über den hallenden Gitarren.

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Weaves – Scream feat. Tanya Tagaq

Weaves aus Toronto melden sich mit der Single Scream zurück. Wide Open heisst das zweite Album, welches die Kanadier am 6. Oktober veröffentlichen. Scream sei aber nicht unbedingt ein Song, sagt Sängerin Jasmyn Burke. «Es ist eine Skulptur inmitten des Albums, die heraussticht wie eine 3D-Installation.»

Bei Scream von einem Song zu sprechen, fällt tatsächlich schwer. Weaves werden ihrem Namen gerecht und verbinden so viele Elemente zu einem undurchdringlichen, überwältigenden Gewebe. Bedrohlich und laut, wie Sirenen, die einen in die Tiefen locken. Für die organisch-düstere Stimmung muss man auch vor der Inuit-Kelkopf-Sängerin Tanya Tagaq den Hut ziehen. 

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Hathors – Dull Steed Laughter (Exclusive Dada Version)

Das neuste Album der Winterthurer Hathors heisst Panem Et Circenses. Es ist die vorläufige Perfektion ihres Sounds. Ein buntes Chaos aus Grunge, Punk und Alternative Rock. Das Trio sucht die Inspiration an allen Ecken und Enden.

Doch bloss eine Kopie anzufertigen, wäre den Hathors zu leicht. Lieber setzen sie die Mosaiksteinchen zu einem neuen Soundgefüge zusammen. Dull Steed Laughter ist dafür geradezu ein Paradebeispiel. Da klingt etwas der Alternative Rock aus den 90er-Jahren durch, verfeinert mit Grunge-Attitüde. Dann plötzlich brechen sie wie ein Pressluftbohrer aus diesem Korsett aus, explodieren in einem rabiaten Punk-Erguss.

Hört man Dull Steed Laughter, oder sagen wir besser: Hört man die Hathors, ist es, als würde man mit verbundenen Augen Achterbahn fahren. Man weiss nie, wo der nächste Twist kommt. Das macht die Hathors zu einer wahrhaftig aufregenden Band.

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Basement Saints – Rooftop Riddles

Klassischer Rock ist das Steckenpferd des Solothurner Trios Basement Saints. Seit 2012 arbeiten die Musiker an ihrem Sound, der sich stark an den 70ies orientiert, die Gitarre gerne mal mäandrieren lässt.

Rooftop Riddles ist ein leichtes, entspanntes Stück. Ein Track für die Landstrasse. Staubig, mit dem Horizont vor Augen und den Basement Saints im Ohr. Dass sich eine Rockband noch den Platz nimmt, um die Instrumente richtig auszuspielen, ist bewundernswert.

So macht die Single Rooftop Riddles erst recht gespannt auf das Album Bohemian Boogie, das sie im Juni live eingespielt haben. Bis zur Veröffentlichung am 24. November muss man sich derweil noch mit dem Highway-Sound in Rooftop Riddles begnügen. Nicht, dass das was Schlechtes wäre.

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Radioshow und Playlist 

Am Sonntag sind die Songs der Woche um 20 Uhr auf radio-meltdown.ch zu hören. Lass das Wochenende mit gutem Sound ausklingen!

Die Songs der Woche gibt’s auch als Playlist. Einfach abonnieren und jeden Freitag neue Künstler entdecken: