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Fünf neue Songs von Destroyer, Sgrow, Aufbau West, The Picturebooks und Suzan Köcher haben wir heute für dich.

Jeden Freitag präsentieren wir in den «Songs der Woche» neue Musik aus aller Welt. Unsere heutigen Empfehlungen sind:

Destoryer – Tinseltown Swimming In Blood

Der Kurzfilm La Jetée, der sich mit Identität, Grenzen und Rasse befasst, diente als Inspiration für das Video zu Tinseltown Swimming In Blood. Es ist die zweite Singleauskopplung des kommenden Albums ken von Destroyer.

Destroyer, das klingt nach einer brutalen Metalband. Doch Dan Bejar, der Kopf hinter dem Namen, könnte nicht weiter entfernt musizieren. Tinseltown Swimming In Blood ist eine grandiose Erzeugung aus melancholischem Indie-Rock, der sich mehr als nur einmal am Post Punk anlehnt. Dann sind da noch die Jazz-Elemente, verkörpert durch samtweiche Saxophon-Passagen.

Für Bejar ist ken bereits das zwölfte Studioalbum. Man hört diesem Song definitiv an, dass dahinter ein grosser Erfahrungsschatz liegt. «I was a dreamer, watch me leave», singt Destoryer über den sphärischen Klangflächen. Dass das auch live zum Träumen einladen vermag, kann man am 21. November in der Roten Fabrik erleben.

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Sgrow – Kismet

«Kismet is about the development of events beyond a person’s control and having to face an important decision or undertaking that ultimately forces you to step into the unknown», sagt das norwegische Duo Sgrow über ihren neusten Song.

Vilde Nupen und Kristoffer Lislegaard gehören zur Avantgarde der nordischen Electro-Szene. Ihre Experimente starten in der Osloer Basis und expandieren in unbekannte Dimensionen des Universums. Frei von repetitiven Strukturen ist Kismet ein anspruchsvolles Stück Klangkunst.

Die Instrumente, mit denen Sgrow den Song aufgenommen haben, schufen sie im Computer mit eigenen Feldaufnahmen und Samples ihrer Auftritte. «Die Ausnahme sind die 808- und Gabber-Bässe im Höhepunkt des Tracks», verraten die beiden Electro-Laboranten.

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The Picturebooks – Zero Fucks Given

Richtig heavy und mit einem Touch Southern Stoner donnert das deutsche Duo The Picturebooks mit Zero Fucks Given ihrer Europatournee entgegen. Und sie geben tatsächlich keinen Fick auf die Konventionen moderner Rockmusik.

Zero Fucks Given kommt mit einem stilechten Schwarz-Weiss-Film daher. Der Song besteht aus erstaunlich wenig Text. Der Sänger und Gitarrist Fynn Claus Grabke konzentriert sich hauptsächlich auf das Rufen von «Zero fucks given» und «That’s how I’m livin’». Ist das schlimm?

Man könnte Grabke und Philipp Mirtschink am Schlagzeug viel vorwerfen: Faulheit, Einfachheit, Langeweile. Aber so bequem kann man es sich doch nicht machen. Denn musikalisch ist Zero Fucks Given absolut virtuos. Dumpf und schwer stampfen die Drums im Hintergrund, ebenso gewaltig kracht die Gitarre. Dann und wann brechen die Saiten zu einem kleinen Tanz, einem Pogo, aus und reissen für einen Moment die dunkle Stoner-Wolke auf.

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Suzan Köcher – Cinnamon

Als Vorspeise auf das Album Moon Bordeaux serviert die Musikerin Suzan Köcher Cinnamon. Und meist sind Pressetexte eine linguistische Horrorvision, doch in ihrem Falle kann man ruhig daraus zitieren: «Ihr Baroque-Folk klingt, als hätten sich Joni Mitchell, Dusty Springfield und Serge Gainsbourg in einer verwunschenen Villa eingeschlossen, um den Soundtrack für einen unveröffentlichten Tarantino-Film aufzunehmen.»

Die 22-Jährige aus dem deutschen Solingen hat eine herausragende, aber ebenso unaufgeregte Stimme. Die verwinkelte, verspielte Melodie von Cinnamon nimmt einen mit in ein Wunderland. Charmant geleitet Köcher uns in ein mystisch angehauchte Vision hinein. Denn Cinnamon handelt von einem Mädchen, das durch Winter und den Geschmack von Zimt an ihre verflossene Liebe erinnert wird.

«Vergänglichkeit und Melancholie sind wichtige Inspirationsquellen von mir und damit Eckpunkte meiner Songs. Cinnamon beinhaltet viele Elemente, die in meiner Musik eine zentrale Rolle spielen. Schroffe und gleichzeitig verspielte Gitarren treffen auf eine bittersüsse Melodie, die irgendwie klagend klingt und dabei trotzdem hoffnungsfroh bleibt», sagt Köcher über ihren neusten Wurf. Und was das für ein Herausragender ist!

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Aufbau West – Die Märchen der Gebrüder Grimmig

Das Hip-Hop-Kollektiv Aufbau West ist die Band, die im Geheimen ein Video an der Pegida-Demo in Dresden gedreht. Nun, kurz vor den Bundestagswahlen, erzählt das Trio Die Märchen der Gebrüder Grimmig. Was für ein Coup!

Im Video zur Single vereinen Aufbau West sowohl das klassische Musikvideo als auch eine Kurzdokumentation über den durchaus gefährlichen Entstehungsprozess des Videos. Denn Aufbau West klagen kompromisslos an: «Lasset die Spiele beginnen, auf das ihr niederträchtig winselt, an eurem Fremdenhass krepiert.»

Aufbau West, die Paderborner Aktivisten für die Menschlichkeit, begeben sich in die Höhle des Löwen. Mutig.

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Radioshow und Playlist 

Am Sonntag sind die Songs der Woche um 20 Uhr auf radio-meltdown.ch zu hören. Lass das Wochenende mit gutem Sound ausklingen!

Die Songs der Woche gibt’s auch als Playlist. Einfach abonnieren und jeden Freitag neue Künstler entdecken: