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Sechs neue Songs der Woche: Electro-Pop in allen Facetten von Wolfman, Crooked Colours und Carvel‘. Dazu wärmende Klänge von Gordi, Cilia Hunch und Rufus Coates & The Blackened Trees.

Jeden Freitag präsentieren wir in den «Songs der Woche» neue Musik aus aller Welt. Unsere heutigen Empfehlungen sind:

Wolfman – Tell Us We’re Crazy

Das Zürcher Electro-Duo meldet sich heute mit der neuen Single Tell Us We’re Crazy zu Wort. Es ist ein schummriger Song über das Anderssein. Das Abweichen der Norm wird von der Gesellschaft viel zu schnell als «crazy», als verrückt oder abnormal bezeichnet. Dabei schwimmen nur tote Fische ausschliesslich mit dem Strom.

Trotz der düsteren, fast beklemmende Atmosphäre ist Tell Us We’re Crazy auf eine besondere Weise tanzbar. Ein Song, der ebenso in eine Zeitlupen-Aufnahme im Nachtclub passt, wie dass er auf den Gothic-Dancefloors bestehen könnte. Das sphärische Arrangement macht das Stück musikalisch so universell wie die Botschaft: Wir brauchen Empathie für unsere Mitmenschen dringender denn je.

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Gordi – Bitter End

Technische Spielereien wie 360-Grad-Videos erobern immer mehr das Musikbusiness. So hat die Australierin Sophie Payten alias Gordi zur Single Bitter End ein genau solches Video veröffentlicht. Natürlich bleibt die Umsetzung nur die Nebensache, denn ihre Musik bleibt glücklicherweise im Rampenlicht. Alles andere wäre auch eine Bankrotterklärung.

Denn Gordis Stimme hat eine Gänsehaut-Präsenz. Bitter End verzichtet auf einen pathetischen Aufbau. Die Instrumente halten sich höflich im Hintergrund, während die Kraft von der Stimme aus strömt. Der Indie-Pop von Gordi orientiert sich mehr an Emotionen als am Willen zur Massentauglichkeit. Und das tut ganz gut.

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Cilia Hunch – Soundless Cry (feat. Pablo)

Wie klingt der Soul der Gegenwart und der Zukunft? Um eine Idee davon zu erhalten, muss man nicht in die Ferne schweifen. Denn die Schweizer Band Cilia Hunch kombiniert klassischen Soul mit zeitgenössischen Elementen zu einem Produkt, das vor musikalischer Exzellenz trieft.

So gut die Musik, so bedrückend das Thema. Insofern schaffen Cilia Hunch auch das, was den Soul oft richtig grossartig macht: Der Kontrast zwischen gefühlvoller Musik und düsterer Thematik. In dieser Liga spielt auch Soundless Cry, das über sexuelle Gewalt und mentale Misshandlung spricht.

Visualisiert wurde das Video von der Grafikkünsterlin Johanna Müller und den Regisseuren Chanelle Eidenbenz und Pascal Reinmann. Als stimmliche Verstärkung holte sich die Future-Soul-Truppe den Rapper Pablo Vögtli mit an Bord, der Soundless Cry nicht nur eine aufregende Facette verschafft, sondern auch eine Portion Street Cred.

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Crooked Colours – I Hope You Get It (feat. Ivan Ooze)

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die australische Electro-Truppe von Crooked Colours auf den ganz grossen Bühnen spielt. Nicht nur überzeugen sie mit ihren fetten Sounds Fans von Alt-J bis Crystal Castles, sondern ziehen auch eine deutliche Handschrift durch ihre Songs. Auf Spotify verzeichnen sie astronomische Zahlen und in ihrem Heimatland sind ihre Shows oft restlos ausverkauft.

Für die neuste Single I Hope You Get It haben sich Crooked Colours die Stimme von Ivan Ooze geliehen. Entstanden ist ein faszinierender Track, der sich rhythmisch an Trip-Hop orientiert, sich etwas im Dubstep bedient und die Bässe auf Steroide setzt. Live wird dieser Song alle Herzschläge synchronisieren.

Apropos live: Crooked Colours kommen zusammen mit Leyya schon bald in die Schweiz

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Rufus Coates & The Blackened Trees – Footpaths of Shame

Die Zeitung «The Irish Times» meint zu Rufus Coates & The Blackened Trees: «These are dour blues songs that have enough beauty to lighten the hearth of the home.» Und damit behalten sie auch für die neuste Auskopplung der Band recht. 

Footpaths of Shame ist eine packende Mischung aus Dark-Folk und Blues. Die irische Band, die seit 2016 in Berlin wirkt, veröffentlicht ihr Debütalbum im anstehenden Herbst im deutschen Raum. Das Album ist in ihrer Heimat bereits erhältlich und stiess auf Begeisterung.

Jess Smith und Rufus Coates schaffen in ihrer Single ein warmes, umhüllendes Ambiente. Musik wie ein Kaminfeuer während einer kalten Nacht. Und Coates Stimme erinnert hier und da an den Grossmeister der Dunkelheit, Nick Cave, höchstselbst. Da muss man schon viel Willenskraft aufbringen, nicht mit den Gedanken zur Musik hinfort zu schweben.

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Carvel‘ – Fall For Me

Fall For Me ist die dritte Single der Basler Band Carvel‘. Ausgekoppelt aus der EP Polarity, die in London aufgenommen und produziert wurde. Und kein Geringerer als Gareth Jones, der schon mit Depeche Mode oder MGMT gearbeitet hat, hatte die Finger mit im Spiel.

Das Quartett vom Rheinknie thematisieren in Fall For Me die Abgründe der Zwischenmenschlichkeit. Die Dunkelkammern der Beziehungen zwischen uns werden in donnernden Electro-Pop gegossen – nicht ohne einen Schuss epochalem Pomp.

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Radioshow und Playlist 

Am Sonntag sind die Songs der Woche um 20 Uhr auf radio-meltdown.ch zu hören. Lass das Wochenende mit gutem Sound ausklingen!

Die Songs der Woche gibt’s auch als Playlist. Einfach abonnieren und jeden Freitag neue Künstler entdecken: