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Die Songs der Woche #73

Die Songs der Woche verabschieden sich in die Sommerpause. Doch heute haben wir noch eine tolle Auswahl von sieben neuen Stücken für dich.

Jeden Freitag präsentieren wir in den «Songs der Woche» neue Musik aus aller Welt. Unsere heutigen Empfehlungen sind:

Louis Berry – 25 Reasons

Louis Berry sieht aus wie ein Engländer aus dem Bilderbuch. Der Musiker aus Liverpool bringt eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein mit: «Ich will der grösste Künstler des Planeten sein. Zeig mir einen Song in den aktuellen Charts, der etwas über dein oder mein Leben aussagt – es gibt keinen einzigen!»

Und man würde dieses Statement dem Herrn Berry gerne als brutale Überheblichkeit ankreiden, doch dann hört man 25 Reasons. Diesen ungeschliffenen Edelstein aus Rock’n’Roll, etwas Blues, einem Spritzer Soul. Die Atemlosigkeit, die Geradlinigkeit – sie reissen mit.

25 Reasons ist die neuste Single des Briten, der schon seit einiger Zeit immer wieder durch den Äther und das Netz schwirrt. Berry, unzufrieden mit der aktuellen Musik, präsentiert sich als erfrischender Rebell, der konsequent seinen Sound durchzieht.

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Deafkid – Pés Atados

Warnung: Schau dir dieses Video besser nicht an, wenn du an Epilepsie leidest. Deafkid sind ein brasilianisches Trio und nennen ihren Sound «Heavy Psych». Das ist immerhin ehrlich.

Pés Atados ist roh, laut und explosiv. Viele halten sich vermutlich die Ohren zu, wenn die Band aus Sao Paulo monoton loskrachen. Nichts mag den mies produzierten Lärm aufhalten. Doch genau das ist es, was Pés Atados ausmacht: Die ganze Herangehensweise und der Sound erinnert etwa an die ersten Demos des norwegischen Black Metals.

Tatsächlich fusst das Fundament ihrer Musik mehr im Metal denn in psychedelischen Gefilden. Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch den gutturalen Gesang. Die Psych-Elemente sind nur ganz fein, in leicht verzerrten, verwinkelten Manipulationen zu erkennen.

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Peter Kernel & Their Wicked Orchestra – Supernatural Emperors

Peter Kernel, das famos-schräge Duo aus dem Tessin, hat zusammen mit ihrem Wicked Orchestra einen ebenso wicked song aufgenommen. Der Track Supernatural Emperors schwankt zwischen lieblich-organischen Passagen und abgedrehtem Drogen-Rausch.

Aris und Barbara, die auch als Camilla Sparksss bekannt ist, haben mit Supernatural Emperors ein mutiges Experiment gewagt. Es ist gelungen. Der Song mag erst irritieren, doch je länger Peter Kernel und ihr Orchester spielen, desto mehr schält sich eine Grossartigkeit aus dem Arrangement heraus.

Supernatural Emperors ist verträumt, benebelt, aber auch hellwach, freundlich und einvernehmend. Peter Kernel beweisen, dass sie eine riesige Bandbreite in einen Song verarbeiten können. Da kann man auf ihr neues Album Anfang 2018 gespannt sein.

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Dick Laurent – Hello

Wer ist Dick Laurent? Keine einzelne Person, sondern ein Trio, das sich in Basel kennengelernt hat. Und sie sagen auch uns Hello. Der Song ist eine abenteuerliche Reise in die weiten Landschaften instrumentalen Rocks.

Langweilig wird es nicht, wenn Harald Binder (Bass), Raphael Krieg (Gitarre) und Rudy Kink (Drums) ihre schillernde Kombination aus 70er-Rock, Blues, Jazz, Post Rock und Metal-Referenzen loslassen. Hello überrascht durch immer neue Twists und Turns.

Hello kommt ohne Gesang aus und zwängt sich dadurch auch nicht in ein typisches Song-Korsett. Dafür bleibt viel Platz für Variation, in der die drei Musiker ihren Instrumenten den maximalen Raum geben können. So muss Musik sein.

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James Darle – Placer (Losange Placerisation)

Noch einmal bewegen wir uns in der Instrumental-Musik, wenn auch am anderen Ende des Spektrums: Losange hat den Track Placer von James Darle genommen und daraus den Remix Placerisation geschaffen. Ein bunt leuchtendes Synthesizer-Gewirbel.

Hyperaktiv springen die Töne in Placerisation umher wie junge Fohlen. Der Vibe des Remix erinnert an den Minimal-Electro aus den alten Gameboy-Spielen. 8-Bit-Music, auch wenn Losange nicht ganz in der Retro-Schiene bleibt und immer die Weichen für flächige Lines stellt.

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Buford Pope – Still Got Dreams

Er klingt, als käme er direkt aus den USA. Doch Buford Pope stammt aus Schweden, der mit seinem schleichenden Alt-Country jedes Herz zum Schmelzen bringt.

Mikael Liljeborg veröffentlicht im September bereits sein siebtes Album. Still Got Dreams ist ein erster Vorgeschmack. Es ist ein Song über die unschuldige Naivität, die sich Liljeborg behalten hat. Wie es sich für echten Country gehört, setzt auch Buford Pope auf grosszügigen Einsatz von Slide- und Pedal-Steel-Gitarre.

Da kommt Sehnsucht auf, ein wenig Herzschmerz auch. Es ist eben die Emotion, die den Country ausmacht. Das weiss auch Buford Pope und spielt sich direkt unter die Haut.

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Grossstadtgeflüster – Keiner fickt mich (feat. Fatoni)

Grossstadtgeflüster sind musikalische Grenzgänger. Mal drehen sie fast pathetisch auf wie in Ich boykottiere dich, dann krachen sie durch die Fickt-Euch-Allee. Nun melden sie sich wieder zusammen mit Fatoni und dem Track Keiner fickt mich.

Im Gegensatz zu den anderen Songs ist Keiner fickt mich eher auf der lockeren Seite angesetzt, so als wäre das Trio mit Fatoni im Studio gesessen und haben den Track in einer durchzechten Nacht aufgenommen. Da spürt man einiges an DIY-Mentalität.

Doch die Natur von Grossstadtgeflüster ist die Provokation. Und da steht Keiner fickt mich natürlich den anderen Song nichts nach: «Keiner fickt mich ausser das Leben. Aber das dafür so richtig. Und allen andern bin ich einfach egal. Nur Gott hasst mich und den gibt es nicht einmal.»

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