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Sieben Tage hat die Woche, sieben Songs haben wir für dich. Mit dabei sind etwa Joris Delacroix, Rhodes und Adna.

Jeden Freitag präsentieren wir in den «Songs der Woche» neue Musik aus aller Welt. Unsere heutigen Empfehlungen sind:

Joris Delacroix – Start The Enginge ft. Ornette

Der französische DJ-Newcomer Joris Delacroix lässt in seiner neuen Single Start The Engine seine Einflüsse im French House und einem minimalen Techno durchschimmern. Es ist Nachtclub-Musik – aber mit höheren Ansprüchen.

Dass hinter Delacroix mehr steckt als blosse Disco-Mucke, beweist seine klassische Ausbildung am Piano. Danach begann er aber durch die südfranzösischen Clubs zu ziehen. Dennoch drückt der Anspruch immer durch, etwas Vielschichtes zu schaffen. Dabei nimmt Delacroix seine eigene Person völlig aus dem Rampenlicht, präsentiert sich mit einem Comic-Avatar.

Start The Engine flimmert mit einem entrückten Synthesizer-Knarren vollkommen ab von einem massentauglichen Electro-Sound: Gewagt, zurückhaltend und doch auf eine Weise eskalierend.

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Zoot Woman – Ordinary Face

Heute erscheint das Album Absence von Johnny Blake, Adam Blake und Stuart Price; ihres Zeichen bekannt unter dem Namen Zoot Woman. Sie haben sich die Herkules-Aufgabe zu eigen gemacht, Electro-Einflüsse aus den 80ern bis in die Gegenwart zu synthetisieren.

Ordinary Face kann durchaus als eine solche Fusion durchgehen: Der Sound klingt epochenüberschreitend und deshalb auch zeitlos. Mit einem Schuss Pop dazu entsteht ein ziemlich bunter Cocktail, der gleichzeitig sphärisch wie auch tanzbar erscheint.

Was Ordinary Face jedoch wirklich ausmacht, ist die Intimität und Authentizität, die der Song warm und hell ausstrahlt. Eine Hymne an den Menschen.

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Adna – Closure

Adna, die Schwedin mit bosnischen Wurzeln, hat unlängst ihr drittes Album Closure veröffentlicht. Nun hat die in Berlin lebende Multi-Instrumentalistin zum gleichnamigen Eröffnungstrack ein neues Video ins Netz gestellt.

Closure ist ein treibendes Stück dunkler Folk-Pop, dem – wie es sich für Adnas Klangkunst gehört – nicht eines gewissen Pathos entbehrt. Die Epik in der grundsätzlich sanften Musik wird durch die marschierenden Schläge auf die Drums provoziert.

Die Single klingt aufbegehrend, auf dem Album wirkt Closure wie ein erster Befreiungsschlag aus dem tristen Alltag. Ein rechter Haken, der einen direkt in den Kosmos von Adna entführt.

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Rhodes – Sleep Is A Rose

Der britische Newcomer Rhodes beweist nach dem fulminanten Debüt Wishes von 2015 erneut, dass ihm eine grosse Karriere beschert ist: Sleep Is A Rose ist eine gefühlvolle Ballade, wie man sie heute viel zu selten hört.

Live eingespielt, verzichtet Sleep Is A Rose auf unnötigen Kitsch wie Streicher oder pompöse Trommeln. Rhodes reicht ein Klavier und seine wundervolle, emotionsgeladene Stimme. Ein Stück über schlaflose Nächte und Zukunftsträume. Ein Song voller Unsicherheit und Zuversicht.

Es braucht tatsächlich nicht viel. Die neue Single von Rhodes lässt es einem kalt den Rücken hinab laufen. Sleep Is A Rose sticht direkt in die Brust. Ein bittersüsser und schöner Tod im Klang.

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Sandra Kolstad – Bling Bling Bling

Aus Norwegen wabern extravagante Pop-Klänge zu uns: Sandra Kolstad hat mit Bling Bling Bling ein sehr persönliches Lied geschrieben. Ein Song über die rasanten Berg- und Talfahrten im Leben. Über Stärke und Schwäche. Und über die Leere.

Doch Kolstad macht keine dröge Singer-Songwriter-Nummer daraus. Im Gegenteil, denn Bling Bling Bling vereint einen satten Beat mit einer melodiösen Stimme und einen RnB-Rhythmus mit einem unwiderstehlichen Groove.

Manchmal fühlt sich Bling Bling Bling fast schon zu sehr nach Mainstream-Pop an. Doch dann ist die Single auch wieder etwas zu nachdenklich um die Hemmungen der Masse aufzunehmen. Bling Bling Bling hat zwei Gesichter und widerspiegelt somit die Botschaft perfekt.

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Kevin Morby – City Music

Wie klingt eigentlich Stadtmusik? Laut, chaotisch und atemlos? Vielleicht, nicht aber bei Kevin Morby und seiner neuen Single City Music.

Was Kevin Morby mit diesem Song bietet, ist nichts Geringeres als eine grossartige Hymne auf die Einsamkeit in einer urbanen Welt. Reduziert im Text, schwadroniert Morby stattdessen lieber mit glasklarem Gitarrenspiel. Eine verspielte Referenz an den frühen Indie-Rock von den Libertines oder den Smiths.

Doch von der Atmosphäre klingt City Music doch eher nach den sich langsam entwickelnden Themen von Velvet Underground, Lou Reed oder auch Patti Smith. Diese Coolness, diese Selbstsicherheit, mit der Kevin Morby seine City Music vorträgt, lässt sich nicht leugnen.

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Trailer Trash Tracys – Eden Machine

Ihr Bandname klingt nach rotzigem Punk, doch damit führen einen die Trailer Trash Tracys auf den Holzweg. Was sie produzieren, lässt sich kaum ohne eine Drogen-Allegorie beschreiben. Eden Machine ist eine von japanischem Tropenpop infizierte Synthie-Welle. Ein feiner Einschlag von Vaporwave trägt auch noch mit.

Die Südsee hallt in Eden Machine wieder – von den Philippinen bis nach Lateinamerika, von Japan bis in die 80er. Und man fühlt sich überfordert, so chaotisch wirken die Einflüsse zusammengewürfelt. Erst nach und nach reihen sich die Elemente in eine zu verdauende Balance. Dann schlägt die Traumwelt der Trailer Trash Tracys aber mit voller Wucht zu.

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