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Unsere acht Songs der Woche kommen heute von Yokko, Crimer, Zola Jesus, Gogol Bordello, Marc Rudin, David Howald und Rackhouse Pilfer.

Jeden Freitag präsentieren wir in den «Songs der Woche» neue Musik aus aller Welt. Unsere heutigen Empfehlungen sind:

Yokko – Boxer

Yokko melden sich mit einer neuen Single-Auskopplung ihres letzten Albums To The Fighers. To The Boxers. zurück. Zum Song Boxer hat die Schweizer Indie-Band einen einfachen wie bestechenden Videoclip produziert.

Boxer ist eines der ruhigeren Songs des Albums. Ein Stück übers Aufrechtstehen, über den Kampf des Lebens, voller Zuversicht und Hoffnung. Sanft zu Beginn, steigert sich der Song immer weiter zu einem furiosen Finale. Yokko beweisen mit Boxer auch, dass sie sich abgrenzen können vom traditionellen Pop-Songwriting, dass ihnen von Kritikern stets vorgeworfen wird.

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Zola Jesus – Exhumed

Seit mehr als einem Jahrzehnt ist Nika Roza Danilova unter dem Künstlernamen Zola Jesus unterwegs. Im September folgt das neue Album Okovi, doch vorab öffnet sie bereits mit Exhumed einen Spalt in ein dunkles Klanguniversum.

«Okovi is a Slavic word for shackles. We’re all shackled to something—to life, to death, to bodies, to minds, to illness, to people, to birthright, to duty. Each of us born with a unique debt, and we have until we die to pay it back», sagt Zola Jesus über das Album.

Exhumed ist ein übermächtiges Stück, pathetisch und auf eigene Weise brachial. Ein furchterregendes Fanal, das sich gewaltig aufbäumt. Es ist mehr Ambient denn Pop. Mehr cineastischer Soundtrack denn Song.

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Gogol Bordello – Saboteur Blues

Gogol Bordello sind die ultimative Gypsy-Punk-Band, und sie melden sich mit Sabateur Blues zurück. Der Vorgeschmack auf das im August kommende Album Seekers and Finders zeigt René Descartes den Mittelfinger. Es ist eine Ode an den Moment.

Doch natürlich gehen Gogol Bordello vor allem musikalisch aufs Ganze. Die Kombination knackiger Gitarren mit rasanten Gypsy-Melodien funktioniert ebenso gut wie es Irish-Punk à la Flogging Molly tut. Es entstehen spassige Kracher; so auch Sabateur Blues.

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Crimer – Follower

Das Wunderkind aus dem Rheintal ist zurück. Crimer kommt mit seiner neuen Single Follower genau zum richtigen Zeitpunkt. Die Radios spielend landauf, landab das furiose Debüt Brotherlove – bis man den Song eigentlich nicht mehr hören kann.

Nun liefert Crimer nun in Falco-Manier auch der Schweiz eine eigene Stalker-Hymne. Selbstverständlich zelebriert sich Crimer auch in Follower als verlorenes Kinder der 80er: Tanzflächen-Synthies, melancholische Pop-Melodie und ausgelassene Moves. Dazu seine markante Stimme, die stets an Dave Gahan erinnert.

Eigentlich will man Crimer für seine penetrante Retromania hassen, doch auch Follower ist so verdammt gut. Man kann sie nicht entziehen.

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Rackhouse Pilfer – Go Straight

Es gibt kaum etwas, das sehnsüchtiger und sommerlicher ist als Southern Roots Rock. Aus Irland schwappt eine ganze Portion Sonnenschein von Rackhouse Pilfer zu uns. Go Straight ist ein entspannter, cooler, aber trotzdem irgendwie hymnischer Rocksong.

Produziert wurde die Single von Gareth Jones, der auch schon für Depeche Mode oder Nick Cave die Zügel in der Hand hielt. Go Straight ist nachdenklich im Text und hoffnungsvoll in der Musik. Dieser Gegensatz schlägt unbewusst eine Kerbe in den Gehörgang. Ein schöner Song, der einen am liebsten aufspringen lassen will um Richtung Horizont zu fahren.

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Flora Cash – Carlifornia

Das Folk-Pop-Duo Flora Cash aus Stockholm hat eine humanistische Mission: California beschäftigt sich mit den Tragödien, die an der Südgrenze der USA tagtäglich geschehen. «With everything that’s been happening politically these past several months, we wanted to make a video with real, prescient purpose», sagt das Duo über den Song.

Das Video begleitet ein mexikanisches Mädchen, das ihren Vater verloren hat und nun weiter geht – weiter zur Grenze. Dazu spielen Flora Cash ihren Alternative Folk, gemischt mit Elementen aus dem Pop. Ein ungeschliffener, direkter, aber unaufdringlicher Song.

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David Howald – Domestication Zone

Ist das Musik oder Klangkunst? Der in Zürich lebende David Howald mäandriert mit Domestication Zone im Zwischenraum von avantgardistischer Performance und Ambient-Experiment. Howalds Stimme scheint völlig vom Klangteppich abgekoppelt zu sein. Mal roh, mal melodisch. Er singt, spricht, ruft, leidet, wütet.

Domestication Zone ist definitiv nichts für den Hitparaden-Hörer. Es ist ein audiovisuelles Abenteuer, auf das man sich einlassen muss. Eine vertonte Reise in unbekannte Sphären, von der man nicht so recht weiss, wo sie endet und welche Person man am Schluss sein wird.

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Marc Rudin – Sunshine

Aus dem Oberaargau kommt eine rauchige Whiskey-Stimme, begleitet von einer akustischen Gitarre. So einfach, und doch so überzeugend. Marc Rudin zeigt in der Single Sunshine nicht nur sein Händchen für kernigen Americana, sondern vor allem eine geniale Melodie: Mehr Ohrwurm geht nicht.

Sunshine ist der perfekte Song für ein sommerlicher Abend an der Aare. Ein Lagerfeuer, ein Mann mit seiner Gitarre. Und mit dieser unglaublichen Melodie kann man nicht anders und sich mit sich selbst und der Welt versöhnen.

 

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