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Hier sind unsere sechs Songs der Woche von The Konincks, Egopusher, Paisley, Cajsa Siik, Hazel English und Like Elephants.

Jeden Freitag präsentieren wir in den «Songs der Woche» neue Musik aus aller Welt. Unsere heutigen Empfehlungen sind:

The Konincks – Staring At Walls

The Konincks aus Luzern sind alte Bekannte. Ihre Single Daytime/Nighttime haben wir bereits im Januar vorgestellt. Ein Song, der richtig um die Ecken schlingert – ein Rock für die staubige Landstrasse. Ihr neuer Song Staring At Walls mag deshalb überraschen.

Die Gitarre spinnt das Thema in einer einfachen wie effektvollen Prägnanz. Julias Stimme – nicht mehr frech wie in Daytime/Nighttime – versinkt mit Genuss in der Ballade, vorwärtsgetrieben durch die schleppenden Marschtrommeln. Was Staring At Walls und Daytime/Nighttime verbindet, ist weniger die musikalische Verwandtschaft, sondern ein Gefühl. Auch wenn die Songs sich so fundamental unterscheiden, spürt man dennoch, dass die gleiche Band dahinter steckt.

Die nachdenkliche Note, die The Konincks in Staring At Walls anschlagen, zeigt den Variantenreichtum, den die Band glaubhaft gemeistert haben.

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Cajsa Siik – Empire Mine

Eine Melodie, die hängen bleibt. Das ist Empire Mine der schwedischen Electropop-Musikerin Cajsa Siik. Das Feingefühl für ein ausgewogenes Arrangement präsentiert sich in ihrer neuen Single in schillernden Farben. Und doch bleibt Empire Mine erstaunlich unaufgeregt. Euphorie durch Schlichtheit.

Am 10. Mai erschien mit Domino bereits das dritte Album von Cajsa Siik. Empire Mine ist mehr als nur ein vielversprechender Appetizer: Es ist ein Song, der sich geradezu aufdrängt – ohne aufdringlich zu sein. Das ist eine Rarität. Die Zurückhaltung, die Einfachheit von Empire Mine lässt Raum für Magie. Die Stimme von Siik dringt wie die Erinnerung eines Traums ans Ohr. Es bleibt einem keine andere Wahl, als sich von Siik in ihre zauberhafte Welt forttragen zu lassen. Ein wundersames Stück Musik.

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Paisley – This Town

Am 24. Mai veröffentlicht die deutsche Indie-Rockband Paisley ihr selbstbetiteltes Debütalbum. Seit 2013 tüftelt das Quartett an ihrem Sound, einer Mischung aus Britpop und juveniler Sorglosigkeit. Wie das klingen kann, zeigt die Vorab-Single This Town.

This Town zelebriert den Groove, tanzbar und mitreissend. Die Rhythmus-Wechsel sind mutig, der Freiheitsdrang dringt durch jede Pore. So singen sie: «This town’s too small for me/ There’s so much more for us to see» – und das mit einem überzeugten Nachdruck, dass man nur zu einem Schluss kommen kann: Paisley meinen es verdammt ernst.

Wenn sich die Band dann gegen Ende von This Town dann noch in eine veritable Ekstase spielen, wird aus der Ahnung endlich Gewissheit. Für Paisley gibt es keine andere Option als zu brennen.

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Like Elephants – Holiday

Was kommt eigentlich aus Oberösterreich? Kaum jemand kann aus dem Stegreif eine brauchbare Antwort liefern. Das ändert sich hier und heute mit Like Elephants und ihrer Single Holiday.

Holiday wirft uns zurück in die 80er-Jahre. Sanft-süsser Synthpop, veredelt mit Chillwave. Eine Mischung aus Träumereien und sphärischen Soundlandschaften. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man glatt glauben, Like Elephants kommen direkt aus der Vergangenheit. Das Spiel mit den Klischees wird so offen gefeiert, dass es die Peinlichkeit längst überwunden hat und sich das Retrofieber einstellt.

«This is a daydream just for a day» – Man ist sich nie sicher, ob man darob lachen oder es zelebrieren soll. Like Elephants arbeiten präzise an der Grenze. Das Bettgeflüster, mit dem die Lyrics vorgetragen werden. Das lichtdurchflutete Arrangement, das ins Schlafzimmer dringt. Holiday ist das musikalische Äquivalent zu einem verträumten Sommersonntag zwischen weissen Laken.

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Egopusher – Patrol

Es ist viel zu lange her, seit wird zuletzt über das Zürcher Duo Egopusher und ihren faszinierenden Sound geschrieben haben. Mit Purple Air waren Alessandro Giannelli und Tobias Preisig anno 2015 in den «Songs der Woche».

Die neue Single Patrol ist erst wenige Tage online und doch bereits ein zeitloses Meisterwerk. Die instrumentale Klangkunst von Egopusher liegt jenseits von Gut und Böse. Herzzerreissend leidet die Violine in der dunklen Unendlichkeit des elektronischen Weltalls. Die Genialität von Patrol offenbart sich mit jedem Hörgang ein wenig mehr. Unablässig öffnet sich die Tür in das Egopusher-Universum Zentimeter um Zentimeter. Jedes Mal entdeckt man eine neue Raffinesse, eine ungehörte Kapriole.

Egopusher bleiben ein Geheimtipp, obwohl sie längst viel mehr verdient hätten.

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Hazel English – That Thing

Zuletzt war Hazel English vor genau einem Monat in den «Songs der Woche» mit ihrer Single More Like You zu Gast. Heute feiert die Australierin nicht nur den Release ihrer Doppel-EP Just Give In / Never Going Home, sondern zeigt auch ein weiteres Video.

That Thing unterscheidet sich von More Like You zumindest atmosphärisch. Wo in More Like You ein sommerliche Wärme den Raum erfüllte, schwebt in That Thing eine kühle Note mit. Ein Strand im Herbst. Doch nach wie vor klingt die Stimme von Hazel English wie ein sehnsüchtig-verträumter Schwanengesang. Die Surf-Pop-Elemente werden in That Thing bis in die Zähflüssigkeit verlangsamt, was ihnen einen leichten Wave-Einschlag gibt.

Dennoch kommt der Song ohne Schnörkel aus und ist somit die weitere Bestätigung ihrer Theorie: «Man muss jeden Song auf ein Minimum reduzieren können, wenn er dann noch gut klingt, ist es ein guter Song.»

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