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Die Songs der Woche kommen heute von den alten Bekannten Sum 41, Drive Like Maria, Coals und Lea Porcelain. Aber auch Trevor Sensor und Colorblue solltest du Gehör schenken.

Jeden Freitag präsentieren wir in den «Songs der Woche» neue Musik aus aller Welt. Unsere heutigen Empfehlungen sind:

Sum 41 – Goddamn I’m Dead Again

Für alle, die in den 90er-Jahren geboren wurde, sind Sum 41 – neben blink-182 – sowas wie der Soundtrack zur Pubertät. Schnell, laut und wie gemacht für jugendliche Eskalation. Der poppige Punk schwappte kurz nach der Jahrtausendwende nach Europa, zusammen mit den Teenie-Komödien wie American Pie.

Ehrlicherweise muss man zugeben, dass Sum 41 stets am wenigsten Pop von all diesen Bands waren. Sie waren immer einen Tick härter als die Konkurrenz. Sogar Green Day wurden schneller soft. Weich und aufgedunsen wurde indes Sänger Deryck Whibley. Einen Monat lag er wegen Alkoholmissbrauch im Krankenhaus.

Doch im Video, das Sum 41 zusammen mit echten Fans gedreht haben, sieht Whibley wieder aus wie zu den besten Zeiten. Auch der Song Goddam I’m Dead Again lässt gute, alte Erinnerungen hochkommen. Die Versuchung ist gross, zu sagen, dass die Punk-Truppe sogar noch etwas härter geworden ist. Besonders das Gitarren-Solo findet seine Inspiration mehr im Metal. Damit beweisen Sum 41: Mit ihnen muss man immer noch rechnen.

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Trevor Sensor – High Beams

Er hat eine einzigartige Stimme, der Singer-Songwriter Trevor Sensor. Am 16. Juni veröffentlicht der Musiker aus Illinois sein Debütalbum Andy Warhol’s Dream. Er referenziert auf den bekannten Künstler und seiner Kulturkritik einer Welt, die nur noch Prominenten und falschen Idolen nachrennt.

Mit High Beams liefert Trevor Sensor ein unaufgeregtes Appetit-Häppchen auf das Album. Prägnant sticht seine kratzbürstige Stimme aus dem harmonischen Klangteppich aus Gitarre, Piano und Orgel hervor. Sensors Gesang ist ein Kontrast zum 70er-Rockarrangement und doch eine Ergänzung, die den Sound als Gesamtes um eine Facette bereichert.

High Beams besitzt eine magische und entspannte Anziehungskraft. Sie rührt aus der perfekten Balance im Songwriting. Da sind kleine Kapriolen, feine Ecken und Kanten. Sanfte Rockmusik, die sich sträubt, abgeschliffen und glattpoliert zu werden.

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Drive Like Maria – Taillight

Es war am 27. Januar 2017, als die Single Keeps Me Going von Drive Like Maria bei Negative White die Schweizer Video-Premiere feierte. Der Song verkörperte einen richtig coolen Rock-Groove irgendwo zwischen ZZ Top und Queens of the Stone Age. Ein mächtiger Wurf für die Band, der die Erwartungen in die Höhe schraubt.

Den Groove haben sie behalten, diesen Landstrasse-Rhythmus, der einen stets über dem Tempolimit fahren lässt. Taillight klingt dafür etwas dezenter. Die neue Single verzichtet darauf, von der eingeschlagenen Route abzukommen. Das macht Taillight zwar berechenbar, aber deshalb auch sehr eingängig. Nein, die belgisch-niederländische Band macht nicht hochkomplexe Musik.

Was Drive Like Maria aber schaffen, ist immer eine kleine Spur Sorglosigkeit in ihre Songs zu fädeln. Das findet man viel zu selten bei Rockbands, die sich zu oft darauf versteifen, ein Killer-Riff zu finden. Beim Rock geht’s ums Gefühl.

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Coals – S.I.T.C.

Das polnische Duo Coals meldet sich mit einem neuen Track zurück. Nachdem wir sie im Dezember zuletzt mit RAVE03 gehört haben, beweisen sie mit S.I.T.C. ihre Bandbreite. War RAVE03 noch sehr reduziert und sphärisch, bleibt S.I.T.C. zwar dem Coals-Sound treu, klingt aber deutlich erwachsener.

Katarzyna Kowalczyk und Łukasz Rozmysłowski haben sich 2014 zu Coals zusammengeschlossen. Ihre Herangehensweise an die elektronische Musik ist kaum mit traditionellem Songwriting in Verbindung zu bringen. Sie skizzieren eine Idee, die nach und nach an Klarheit und Konturen gewinnt. Elektronische Musik als Pinsel und Farbe.

Coals darf man durchaus als Teil einer neuen Generation von Electro-Acts bezeichnen, die sich vom Stigma der Clubmusik lösen. Schweizer Bespiele dieser Gruppe sind etwa True oder Odd Beholder, deren Einflüsse ebenfalls viel breiter gefasst sind.

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Colorblue – You Are The Knife I Am The Blood

Merk dir diesen Moment, als du das erste Mal von Colorblue gehört hat. Denn diese Band aus Helsinki, die neuste Entdeckung des skandinavischen Kult-Labels Playground Music, hat das Potential ganz gross rauszukommen.

You Are The Knife I Am The Blood ist eine moderne Fassung des tanzbaren 70ies-Pop. Die Disco-Anleihen mit den Streicher-Lines sind nicht von der Hand zu weisen. Dazu streut die Band um den Sänger Mikko eine knackige E-Gitarre rein. Der Beat ist unglaublich tanzbar. Dann lösen Colourblue den Song auf und werden beinahe schon technoid. Die Ekstase ist perfekt. Hier stimmt alles.

Nachdem die Band seit 2014 immer wieder Singles veröffentlicht hat, folgt bald das Debütalbum. Mit Colorblue könnte die neuste Pop-Sensation aus dem hohen Norden im Anmarsch sein.

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Lea Porcelain – Remember

Lea Porcelain machen es immer spannender. Am 16. Juni erscheint ihr Debüt Hymns To The Night. Doch bereits heute kann man zahlreiche Songs der neusten Post-Punk-Hoffnung aus Frankfurt am Main hören. Da wäre das abgründige Out Is In, die pure Joy-Division-Hommage Warsaw Street, das treibende Similar Familiar und das atmosphärische Bones. Und zuletzt beseitigte das Duo alle Zweifel über ihre Grossartigkeit mit einem unglaublichen Springsteen-Cover.

Mit Remember ist nun bereits der sechste Song von Lea Porcelain da und schürt weiterhin die Vorfreude auf das kommende Album. Doch keiner der vorangehenden Singles ist vergleichbar depressiv und düster wie Remember. Die Dunkelheit verschlingt alles in einem melancholischen Sog. «I got the feeling I lost you already» – deprimierender wird es kaum.

Doch die Zeitlosigkeit in ihrer Musik macht Lea Porcelain zu einem Phänomen. Am 19. Mai besucht das Duo übrigens den Gonzo Club in Zürich.

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