Sieben neue Songs der Woche aus den Federn von Lou Ees, Sylvan Esso, Treptow, Black Lips, Gurr, Soft Ride und All We Are. Jetzt reinhören!

Am 25. Mai veröffentlicht die St. Gallerin Lou Ees ihre Debüt-EP Birthday. Man hört der Single Nostalgia aber an, dass die Musikerin alles andere als unerfahren ist. Sie war Teil des Duos Loreley & Me, ihr ehemaliger Mitmusiker Neil Nein (bordeaux lip) hat die EP auch produziert. Es sind verträumte Klänge, schlaftrunken und lieblich. Die Omnipräsenz ihrer faszinierenden Stimme trägt Nostalgia in leicht psychedelisch folkige Sphären.

Das Duo Sylvan Esso aus North Carolina veröffentlicht mit Radio ein weiterer Vorgeschmack auf das Album What Now. Amelia Meath und Nick Sanborn verknüpfen treibende Electro-Tunes mit etwas, das man vielleicht als Indie-Pop charakterisieren kann. Radio lässt sich nur widerwillig schubladisieren, aber das spielt keine Rolle: Hauptsache ist, dass der Song äusserst tanzbar ist.

Wenn es einen Hype-Export aus Deutschland gibt, dann sind es GurrOde to Oatmeal ist in ihrem klassischen Soundgewand gehalten: etwas Lo-Fi, dazu Post-Punk-Anleihen und eine Prise DIY-Mentalität. Der Song ist dabei aus dem Leben gegriffen. Er entstand, als Andreya aus dem Auslandsstudium zurückkam und ohne Job war. Am Monatsende musste sie sich dann jeweils von Haferflocken ernähren.

Oh Evelyn ist alles, was man sich von einem rockigen Singer-Songwriter-Lied wünschen kann: Die raue Stimme, die simple Folk-Melodie, die Konzentration aufs Wesentliche im Arrangement. Treptow haben mit ihrer Single nicht nur ein packendes Stück akustische Ausgelassenheit geschaffen, sondern – vermutlich – einen veritablen Live-Knüller ins Portfolio aufgenommen.

Laut und schmutzig klingen die Black Lips aus Atlanta. Sie sind kein unbeschriebenes Blatt, denn ihren Lo-Fi-Flower-Punk dröhnt schon seit 1999 um den Globus. Squatting in Heaven ist der Vorbote auf das neuste Album Satan’s Graffiti Or God’s Art?, das von Sean Lennon produziert wurde und auf dem auch dessen Mutter Yoko Ono zu hören ist. Doch Squatting in Heaven ist das, was Rockmusik heutzutage zu wenig ist: unverfälscht, ungeschliffen, uneinnehmbar.

Schon vor zwei Wochen hat uns das Liverpooler Trio All We Are mit dem unglaublich düsteren Burn It All Out vom Hocker gehauen. Die neuste Single Human klingt ziemlich anders: Anstatt der dunklen elektronischen Elemente rückt nun ein klassischer, Gitarren-getriebener Post Punk ins Rampenlicht. Die hohe Stimme der Norwegerin Guro Gikling verleiht Human aber dann noch eine Rock-Atmosphäre.

Bloody Beach-Sänger Arne Håkan Tjelle präsentiert sein neues Solo-Projekt Soft Ride mit der Single Light The Lanterns. Es ist ein cooles Stück Rock, das von melancholischem Blues über luftigen Indie-Pop und psychedelischen Rock schamlos alles vereint, was ins Gefüge passt. Da erfreut es umso mehr, dass dieses Gebräu auch noch überraschend gut klingt. Sommerlicher Rock mit einer nachdenklichen Note.