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Die Songs der Woche #62

Retromania in den Songs der Woche: Pond, Spoon, Sugar Candy Mountain und weitere zelebrieren vergangene Zeiten.

 

Spotify-Playlist und Radio-Show

Sie sind nicht für ihre Zurückhaltung bekannt: In Fenster nehmen sich Kraftklub das Wutbürgertum zur Brust. Die Botschaft ist klar: «Spring aus dem Fenster für mich.» Ähnlich wie schon bei Dein Lied kontrastiert in Fenster die Musik den Text.

Aus dem australischen Perth klingen psychedelische Klänge über die Weltmeere. Pond bestehen teilweise aus Mitgliedern von Tame Impala. The Weather klingt abgedreht, verschlafen, unersättlich. Ein Dickicht aus Rock und Synthesizer bestimmen das Arrangement. Es klingt, als seien The Moody Blues ins 21. Jahrhundert katapultiert worden.

Auch Hazel English stammt aus Australien. In More Like You zelebriert sie nicht nur den Lo-Fi-Sound, sondern untermalt ihn mit einem DIY-Video. Im Grunde klingt der Song ziemlich nach Surf-Pop, doch reduziert und mit einer verträumten Ader. Die Musikerin sagt selbst: «Man muss jeden Song auf ein Minimum reduzieren können, wenn er dann noch gut klingt, ist es ein guter Song.»

Spoon frönen der Retromania. Zu ihrer Single Hot Thoughts haben am SXSW-Festival im texanischen Austin ein Live-Video im VHS-Stil produziert. Die Indie-Band gehört in den USA längst nicht mehr zu den Geheimtipps – in Europa sieht’s dafür etwas anders aus. Ihr mutige Klangkonstrukte werden aber bald auch hierzulande breite Anziehungskraft entfalten.

Turquoise Sun zählen zu den heissen Newcomer aus Dänemark. Sleeping ist ihre erste Single. Das Rezept ist einfach: Möglichst viele psychedelischen Bausteine auf das groovigen, schleichenden Rockfundament bauen. Natürlich zelebriert auch diese junge Band damit bloss die Vergangenheit – oder zitiert sie zumindest. Das tut der Coolness von Sleeping allerdings keinen Abbruch.

Wieder psychedelische Klänge, aber diesmal aus dem Brutkasten der kalifornischen Sonne: Sugar Candy Mountain vermengen Lounge-Musik mit Psych-Rock und streuen tagträumerischen Pop mit rein. Mehr Retro als in Tired geht eigentlich gar nicht.

Mit Crush beweisen Rome In Reverse ein geschicktes Händchen für unaufgeregte Ambient-Klänge. Der Song baut sich fast unbemerkt auf und zieht sich genauso wieder zurück. Es ist mehr Soundtrack als Song, ein Hin und Her als seinen die Lines die Wellen des Meeres.

Japaner haben vielleicht einen Hang zur Exzentrik. Zumindest trifft es auf die japanische Band Vamps zu. In Calling vereinen sie klaren, sehnsüchtigen Gesang mit einer lauten, treibenden Instrumentalisierung. Nicht ganz so brutal wie etwa Blood Stain Child, aber ebenfalls mit Verstärkung von der elektronischen Front.