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Die Songs der Woche sind vollgepackt mit neuer Musik von Gus Ring, Ivory Clay, Hathors, Sumo Cyco, Here Hare Here, Deathrope, Bamboo Dolls, Too Tangled, Badger, Vuurwerk, Fufanu und Fayzen.

 

Spotify-Playlist und Radio-Show

Gus Ring hat in Orchestern gespielt und war Sänger in Metal- und Hardcorebands gespielt. Heute macht er Dreampop, eine Stilrichtig, die normalerweise von den Electronic-Parts lebt. Und wie funktioniert das, wenn man dem Dreampop das synthetische Kleidchen vom Leib reisst und nur akustisch spielt? Erstaunlich gut.

Politischer Indie-Rock? Das sieht man selten. Die deutschen Ivory Clay gehören zu den wenigen Bands, die sich ernsthaft damit auseinandersetzen. In Towards The Open Night thematisieren sie die Flucht – im Video kontrastiert mit der westlichen Spassgesellschaft. Die sanfte, sphärische Note verleiht dem Song einen Hauch von Pink Floyd.

Die Winterthurer Hathors sind zurück! Watching You vereint Grunge und schwerer Garage Rock zu einem dunklen Fanal, das das kommende Album Panem et Circenses lautstark ankündigt. Ein Song, der die düstere Magie des Rocks verkörpert.

Aus Toronto donnern Sumo Cyco über den grossen Teich. Hardcore Punk und Metal ergeben in Move Mountains ein explosives Gemisch. Und dann ist da noch Benji Webbe von Skindred, der einen genialen Gegenpol zur poppigen Stimme von Sänger Skye Sweetnam. Damit kann die Party starten!

Here Hare Here veröffentlichten die Doppelsingle The Flower/Paperboy. Die Berner Band spielt einen lauten, dreckigen Garage Rock, der sich auch vor Beat- oder Punk-Einflüssen nicht verschliesst. So muss Rock’n’Roll klingen: schweisstreibend, frech und abgefuckt.

Einen einvernehmenden Groove propagiert die Zürcher Band Deathrope in ihrer neuen Single Ghosts On The Wall. Klassischer Highway-Rock, der dampftwalzt und treibt. Ein Verbrennungsmotor, der unablässig rattert und knattert. Und das Video lässt sich ebenfalls sehen:

Mit genügend Fuzz im Rock kommen die alten Bekannten von Bamboo Dolls daher. Nach der Single Fireflies, die eher verträumt daherkam, ist der Garage Blues in Death Of A Dandy ein krasser Gegensatz. Die Melodie bleibt hängen, der Song hat deutlich mehr Sexappeal als Fireflies.

Nächtlich klingender Electropop, das ist Sleepwalk von Too Tangled. Die belgische Band pumpt den koffeinhaltigen Beat durch die Anlage, während die Stimme neblig in die Müdigkeit abdriftet. Der Vorgeschmack auf das im März erscheinende Album Ravel, Ravel ist schon mal vielversprechend.

Max Wiegand alias Badger ist die neuste Electro-Frucht der Berliner Lenden. You Move ist gleichzeitig flirrend, glitzernd wie eine Disco und durchtränkt mit geheimnisvoller Mystik wie die flüchtige Begegnung mit einer verwandten Seele in der Nacht.

Vuurwerk (belgisch für Feuerwerk) besteht aus den in London lebenden Belgiern Thieu Seynaeve und Jergan Callebaut, die schon Remixe für Bon Iver oder Balthazar schufen. Abseits der Bühne als Psychiater und Psychologe tätig, hat sich das Duo für den hypnotischen Track Face It die Stimme von Salem Khazali gesichert.

Gefühlt vergeht kein Tag, ohne dass aus Island nicht wieder eine neue Grossartigkeit kommt. So auch heute von Fufanu, die sich einer kühlen Kombination aus Wave und Post Punk verschrieben haben. Das im Untergrund verloren geglaubte Genre kommt gross zurück. Sports ist nur der Anfang:

Man muss zu Unschuldig von Fayzen nicht viel mehr sagen, als der Künstler selbst schon geäussert hat:

«Ich bin liebevoll und behütet aufgewachsen. Die Arme meiner Mutter waren das Paradies. Als ich irgendwann anfing, mir auszumalen, wie die Welt da draußen wohl aussehen könnte, war diese Vorstellung deshalb auch ein Best-Case-Szenario. Einfach, weil es die Fortsetzung des Universums meiner Eltern war.
Dann wurde ich älter. Und lernte, dass die Welt da draußen auch bedrohlich und gemein sein kann. Die Grausamkeiten, zu denen der Mensch fähig ist, übertrafen jedes Vorstellungsvermögen, das mein fantasievoller, kleiner Kopf damals hatte.
Der größte Schock jedoch war, als ich irgendwann realisierte, dass auch ich ein Teil dieser Grausamkeiten bin. Schon alleine weil ich in einem Staat lebe, der Ungerechtigkeiten wie Waffenexporte und Massentierhaltung betreibt.
Dafür habe ich mich immer geschämt. Und diese Scham hat mich lahmgelegt. Ich habe mich ohnmächtig geschämt, viele Jahre.
Aber ich werde mich nicht länger schämen. Das Leben ist gut. Da bin ich mir sicher. Der Mensch ist auch Leben und ein Leben kann ein anderes Leben ändern. Es leichter und schöner machen. Das werde ich tun. Mein Leben und anderes Leben schöner machen und zulassen, dass andere mein Leben schöner machen. Weil ich es verdiene. Weil wir es verdienen. Weil das Leben es verdient. Einfach so.
Ich schäme mich nicht mehr.»