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10 neue Songs haben wir diese Woche aus den Schmieden von Molino, East Of My Youth, Extrafish, Tom and his Computer, Xavier Darcy, Leon of Athens, Phantom, From Kid, Marcel Brell und Betontod.

Schräg ist vermutlich das Wort, dass einem als erstes durch den Kopf schiesst, wenn man Stupid Things von Molino hört. Das Video gleicht einem Drogentrip – was nicht weit hergeholt ist, wenn man weiss, dass Molino aus Amsterdam stammen. Die Kombination aus balkanesken Klängen und leichtem Singer-Songwritertum mündet in einem experimentellen Arrangement.

Wieder einmal unglaublich starke Klänge schweben von Island zu uns: Das Synth Pop-Duo East Of My Youth werden StrongerThelma Marín Jónsdóttir und Herdís Stefánsdóttir haben ein feines Gespür für die sanfte Schönheit einer Melodie. Zusammen mit dem melancholischen Gesang entsteht in Stronger eine Gänsehaut-Atmosphäre sondergleichen.

Xavier Darcy hat es umgekehrt gemacht: Er ist von England nach Deutschland übergesiedelt. Das ist nicht das, was man gemeinhin von Musikern erwartet. In Big City Dreams zelebriert der 21-Jährige die Ästhetik der 80er. Darcys Stimme hat trotz des poppigen Disco-Grooves im Song eine ordentliche Prise Rock’n’Roll verinnerlicht.

Aus Helsiki stammt Phantom, ein Electro-Pop-Duo. Mit Dance bieten sie einen Vorgeschmack auf das kommende Album MMXII, das sich der Vielfalt von Emotionen widmet: Schrecken, Freude, Nervenkitzel und Ekstase. Kein Wunder also, dass Dance nachdenklich, sphärisch und einvernehmend ist.

From Kid sind zurück mit der Single New Gods. Der Song beschreibt die Differenz zwischen wilden Natur und der menschlichen Zivilisation. New Gods besingt die Situation aus der Perspektive der Erde. Trotz der eigentlich gelassen Melodie, kommt man nicht umhin, eine Misanthropie in den Lyrics zu bemerken:

«Mankind has to leave»

Die neue Single von Extrafish ist da: Imaginary Fish! Man sagt ja, ein Fisch auf der Bühne ist besser als ein Mensch unter Wasser. Mit dem Song vom bereits erschienen Album Simply The Fish, zeigt uns die Band erneut, dass sie neben Spielfreude auch das Können für die komplexen Melodiebögen mitbringen.

Der Wahlberliner Marcel Brell veröffentlicht heute sein Album Sprechendes Tier und präsentiert die gleichnamige Single. Wortakrobatik mit einer humoristischer Note, verpackt in einen tanzbaren Beat. Diesen Songwriter sollte man zweifellos im Auge behalten.

Revolution wurde das neuste Album der Deutschpunker Betontod getauft. Mit Welt in Flammen gibt es nun eine weitere Single. Die Melodie erinnert stark an jene von Flügel aus Stahl. Beabsichtigt als Thema oder nicht. Das wissen wir nicht. Doch laut und wütend wie eh und je spielen Betontod zur Flüchtlings-Debatte:

«In einer Zeit in der immer mehr Menschen auf der Flucht sind vor Hunger und Krieg, ist es wichtig, uns als sogenannte führende Industrienation immer wieder bewusst zu machen, dass wir ein Teil des Problems sind. Unser Ansatz bei Welt in Flammen war der, diese Welt und die Flucht einmal aus den Kinderaugen zu betrachten, weil wir fest davon überzeugt sind, dass die Kinder die sind, die am wenigsten Schuld an der Misere haben. Wenn man sich diesen Song anhört, versteht man hoffentlich, dass wir auch den Schlüssel zu einer Lösung in der Hand haben. Wir müssen nur bereit sein ihn zu nutzen.»

Die gleiche Thematik wie Betontod nimmt der Grieche Leon of Athens in seinem Song Xenos auf. Der Song handelt von unterdrückten Menschen, die ihr Heimatland verlassen müssen. «Xenos» heisst auf griechisch Fremder, doch je nach Kontext auch Gast oder Feind. Da soll noch einer sagen, dass Pop inhaltslos sei.

Tom and his Computer haben heute die neue Single Eighty Four für die Welt bereit. Ein flirrendes, rasendes Electro-Stück, das einer gewissen Düsternis nicht entbehren kann. Die beschwörende Stimme von Roxy Jules verleiht dem Song gar einen Anflug von Post Punk, der durch den dünnen Beat noch unterstrichen wird.