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Die 50. Songs der Woche feiern mit The Konincks, The Gift, The Universe By Ear, Ithilien, MAHA, Jennie Abrahamson, Rocky Wood, Soybomb und Meng Tian.

 

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Wenn Daytime / Nighttime anklingt, dann wird es laut. Denn die Luzerner Band The Konincks kennen mit ihrer modernen Interpretation von staubigem Blues Rock nur eine Richtung: mit Vollgas vorwärts. Die Stimme von Julia dringt in jede Pore, frech und aufmüpfig. Der Sound schlingert wie ein Muscle Car kurz vor dem Kontrollverlust. Wenn dann noch die Mundharmonika ins Spiel kommt, bleibt keiner mehr ruhig stehen. Den Song gibt’s übrigens als Gratis-Download.

Zuletzt hörten wir von The Gift dank ihrer Kollaboration mit Brian Eno für Love Without Violins. Nun ist das portugiesische Quartett – seit 20 Jahren musizierend – zurück mit der zweiten Vorab-Single Clinic Hope. Der Song klingt so ganz anders als Love Without Violins. Atemlos hüpfen die Synthie-Klänge, das Arrangement flieht mit Windeseile. Zeitgleich schafft es Clinic Hope unglaublich tanzbar zu sein und trotzdem die nachdenkliche Note nicht fallen zu lassen.

Wer noch nicht von The Universe By Ear gehört hat, kann sich ab sofort nicht mehr unwissend zeigen. Die drei Basler stürzen sich in der Single Ocean/Clouds todesmutig in einen wilden Strudel aus Improvisation und Struktur. Bei diesem Rock kann man sich nie sicher sein, was geplant und was die Genialität des Zufalls ist. Ein Urknall aus harten Donnerschlägen und melodiösen Lichtblitzen.

Folk-Metal-Bands gibt es wie Sand am Meer. Doch was, wenn man folkige Elemente mit Metalcore fusioniert? Die Belgier von Ithilien wagten seit 2012 das Experiment. Blindfolded ist die neue Single vom Album Shaping the Soul, das am 17. Februar erscheinen wird. Musikalisch erinnert der Sound stark an Eluveitie – hart und laut. Die Violine und Drehleier untermauern diesen Eindruck weiter. Das einzige Core-Element bleibt dann vor allem die Stimme, wobei man auch hier skeptisch sein darf: Ob das nun «FolkCore» ist oder nicht, spielt indes keine Rolle. Denn das Ergebnis lässt sich hören.

Unglaublich bildstark ist nicht nur das neue Video von MAHA, sondern auch die Musik der Multiinstrumentalistin. Sharron Sulami präsentiert mit Run eine faszinierende Symbiose von Ambient, Dream Pop und Trip Pop. Damit macht sich die New Yorkerin Sulami, die mit der Band Pink Noise im Alternative Rock unterwegs ist, an neue Ufer auf. Run ist mystisch, hypnotisch, düster – Sulami überzeugt mit ihrem Solo-Projekt.

Schwedischer Pop? Da denkt man an ABBA. Doch Jennie Abrahamson ist definitiv spannender, denn sie elektrifiziert den Pop bis an die Grenze der Clubmusik. To The Water kommt mit einem schillernden Groove. Was die Songs von Abrahamson aber allgemein ausmachen, ist die «kristallklare Stimme», wie es der britische «Guardian» mal beschrieb. Die Stimme sorgte dafür, dass sie erneut mit Peter Gabriel und Sting auftrat. Das alleine reicht schon, um die Schwedin im Ohr zu behalten.

Viel ist nicht bekannt über das Trio Rocky Wood. Sie leben zwischen Lugano, Berlin, Bologna und Verona; musizieren zwischen sphärischem Indie und sanftem Folk. Vielleicht schleicht sich hier und da noch eine feine Spur Pop in das Klanggefüge. Sicher ist vor allem eines: Bail Out strahlt trotz seiner Weitläufigkeit eine Nähe und Wärme aus, die sich wie eine Decke um die Seele legt.

Hipster-Shit oder eine ironische Persiflage? Bei den Zürchern von Soybomb kann man sich nie ganz sicher sein. Part Of Me Is You zelebriert den Individual-Urlaub in Pastell und Zeitlupe. Es ist so übertrieben und aufdringlich, dass man doch eher zur Persiflage tendiert. Während wir jedoch über die Ernsthaftigkeit sinnieren, können sich Soybomb musikalisch kaum entscheiden: Mal schlendern sie in gemütlicher Popmanier, dann traben sie die Treppen zum epochalen Rockhimmel empor, verlieren sich in psychedelischem Chaos. Ist das schlimm? Nein, es ist genial.

Meng Tian ist eine chinesisch-schweizerische Musikerin aus Zürich. Am 7. Januar erschien ihr erster offizieller Videoclip zur Single Soliloquy. Wer nun traditionelle Klänge aus dem Reich der Mitte erwartet, wird enttäuscht. Dafür sollte die Stimme der Sängerin mehr als ein schwacher sein: verträumt schwebt und führt sie durch den Song. Musik, um sich in seinen Gedanken zu verlieren. Faszinierend ist, dass es Soliloquy auch mit chinesischen Lyrics gibt.