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Die 40. Ausgabe ist voll! Lass‘ dich von Friend, Charles X, Helgen, The Three Sum, Bleu Roi, Lea Porcelain, Dawa, Molly und Chamberlain überzeugen.

Die Songs der Woche im Radio und auf Spotify

The Evening Crowns The Day der Zürcher Band Friend macht den Anfang: Ein schweres Stück avantgardistischer Klangkunst. Zweieinhalb Minuten spricht eine Frauenstimme, bevor die Band zurückhaltend einsteigt. Aber wenn sie das tut, dann mit schlichter Schönheit.

Der US-amerikanischer Hip-Hop-Künstler Charles X hat sich mit Georgia Anna Muldrow zusammen getan. Entstanden ist die Single Wind. Ein dezenter Beat lässt viel Raum für die Lines von Charles X und Muldrows soulige Stimme. Das Resultat ist ein Hip-Hop, der auf Luxus und Schnickschnack verzichtet, sich auf das Wesentliche konzentriert. Mehr davon.

Hast du schon von Helgen gehört? Die Band aus dem Norden Deutschlands überzeugt mit ihrer Poesie. Lass uns Feinde sein ist ein Manifest für die Ehrlichkeit. «Ich will den Leuten sagen, dass ich sie scheisse finde», singt Sänger Deniz Jaspersen und schiebt gleich hinterher: «Ich will, dass Leute sagen, wenn sie mich scheisse finden.» – Keine Angst, Lass uns Feinde sein ist alles andere als scheisse.

Die junge Schweizer Punk-Rock-Band The Three Sum geht auf Balladen-Kurs: Friends ist eine Blaupause davon, wie sich Fun Punk schnell in eine massentaugliche Melodie verwandelt. Man könnte jetzt Gemeinheiten schreiben. Etwa, dass der Song substanzlos sei. Doch dann erwischt man sich doch dabei, dass man beim Refrain mitsingt – selbst wenn er nur aus «Wohoo», «Yeah» und «Ahaa» besteht. Das hat dann schon eine gewisse Lagerfeuer-Romantik.

Bleu Roi aus Basel beehren uns diese Woche mit der Single Home. Sanft schwebt die beeindruckende Stimme von Jennifer Jans über den sphärischen Klängen ihrer Mitmusiker. Hier werden Traumwelten mit Klangpinseln gemalt. Wunderschön.

Mit Lea Porcelain kommt wieder mal grossartiger Post-Punk in die Songs der Woche. Warsaw Street ist der erste Track des 2017 erscheinenden Albums. Und verdammt, ist er grossartig. Düster, treibend, einnehmend. Die Intensität des dichten Arrangement, die hallende Stimme – widerstandslos lässt man sich in dieses Abgrund mitreissen. Und geniesst es noch.

Dawa ist eine österreichische Akustik-Pop-Gruppe. Open Up besticht sie nicht nur mit einem schönen One-Shot-Clip, sondern auch mit einem tranzbaren Pop, der eine schöne Soul-Stimme zutage fördert. Musik, die zuversichtlich stimmt. Klänge, die einen antreiben.

Aus Innsbruck stammt das Shoegaze-Duo Molly. Ihre Single As Tears Go By treibt über einer dunklen Landschaft, der Gesang verschmilzt im überbordenden Hall mit den flächigen Instrumenten. Verschwommene, verträumte Bilder wummern durch den Kopf. Die Melodie schimmert wie der Nordstern, gibt Halt im überschwänglichen Arrangement.

Chamberlain aus Frankreich geben sich mit T-ISA die Ehre. Die Single ist das Kind, das geboren wird, wenn sich Neo-Klassik und Electronica lieben. Ohne Gesang, dafür mit einer unvorstellbaren musikalischen Vielfalt. Das sollte man sich definitiv anhören.