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Ein letztes Mal vor der Sommerpause präsentieren wir euch neue Songs. Diese Woche mit Hathors, Oriion, Kommando Kant, Rabaukendisko und James Vincent McMorrow.

Es ist ein Zeitdokument, was die Hathors mit ihrem Live-Video zu Kids Are Leaving präsentieren. Das «Kinski» ist mittlerweile Geschichte. Doch die Winterthurer krachen noch einmal durch den engen Club in der Langstrasse. Ein roher Rock, ohne Netz und doppelten Boden. Da schwingen Ehrlichkeit und Authentizität mit den Gitarren-Saiten.

Hathors live

Oriion hat eine engelsgleiche Stimme, voller Soul und Leidenschaft. Never H.A.T.E ist ein bewegendes Fanal für die Liebe, gewidmet den Opfern des Anschlags auf den Nachtclub «Pulse» in Orlando, Florida am 12. Juni 2016. Umso emotionaler sind die Zeilen «I can’t ever change you, I won’t ever reach you, I refuse to hate». Die Einnahmen der Debütsingle gehen denn auch an den «Pulse Victim Fund». Die Single ist entstand in einer Nacht-und-Nebel-Aktion, das Video wurde kurzfristig gedreht. Oriion sagt dazu: «Hier geht es nicht um Perfektion oder um eine ausgearbeitete, abgerundete Produktion. Ich will genau das Gegenteil bewirken: Auf eine sehr allgemeine Art und Weise behandelt der Song das völlige Unverständnis solcher Taten. Hier geht es nicht nur um Orlando, es geht um die aktuelle, politische Lage unserer Welt. Ich denke, dass jeder Mensch hier auf dieser Welt seine Stimme, die ihm gegeben wurde, nutzen und einsetzen sollte, und genau das habe ich mit dem Song getan.»

Wimpergeklimper kommt diese Woche von den Hamburgern Kommando Kant. Eine prägnante Gitarre führt als roter Faden durch den Song, der mitreissenden Punk-Rock und melodiöse Indie-Anleihen kunstvoll vereint. Die Grossstadt Hamburg wird zum Dorf, umschrieben mit den poetischen Zeilen, die Björn Albertsen uns hinwirft. Ein ungeschliffener Sound, der trotzdem in Melancholie badet.

Leichte Kost aus dem Hause Raubaukendisko, die gemeinsame Sache mit Alexander Knappe machten, und uns in Die Welt steht still in einem herrlich langweiligen Video an den Strand mitnehmen. Christoph, Christoph und Christopher (Ja, bei den Vornamen wird gespart) kombinieren sanfte Clubrhythmen mit Pop-Strukturen und leicht gerappten Zeilen. Unbeschwert branden die euphorisch Wellen in den Ohren, ob die musikalische Sandburg besteht, ist nicht so sicher.

James Vincent McMorrow ist kein Unbekannter, seine bemerkenswerte Stimme sorgt international für Begeisterung. Der neuste Song Rising Water ist deutlich weniger Folk-durchwachsen wie man es bisher vom Iren gewohnt war. Dafür umarmt er mit seinem bittersüssen Gesang einen zurückhaltenden, aber treibenden Electro-Pop. Und es funktioniert erstaunlich gut, so dass man sich eigentlich keine Stilrichtung vorstellen kann, wo McMorrows Marshmellow-Stimme nicht brilliert.

James Vincent McMorrow – eine bemerkenswerte Stimme (Foto: zvg)

James Vincent McMorrow – eine bemerkenswerte Stimme (Foto: zvg)

Und zum Schluss noch etwas in eigener Sache: Die «Songs der Woche» gehen in die Sommerpause. Ab dem 26. August 2016 sind sie wieder zurück – dann mit einer guten Neuigkeit, also seid gespannt!