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Neue Klänge von Kapstadt bis Neuenburg, von Los Angeles bis Saarbrücken. Heute mit Apologies, I Have None, EstA, OK KID, Trentemøller, The Rambling Wheels, Nite Jewel und Medicine Boy.

Apologies, I Have None sind die Vorreiter eines von Indie-Rock durchströmten Hardcore – melancholisch auf der einen, die grossen Gesten auf der anderen Seite. Love & Medication ist ein bislang unveröffentlichter Song, den die britische Band nun gratis zum Download anbietet. Mit der Single lehnen sie den rohen Hardcore-Sound an den Stadion-Rock von The Killers an. Und trotzdem bleibt die Kraft ihrer Musik roh, organisch und ehrlich.

Apologies, I Have None in der Schweiz

Ich muss raus des deutschen Rappers EstA klingt sommerlich wie Cro. Der Mann aus Saarbrücken verzichtet auf Macho-Getue, schnappt sich das Auto des Vaters und begibt sich auf einen befreienden Roadtrip. Der Song vereint jugendliche Neugier, Fernweh und naive Hoffnungen.

Die deutschen Hip-Hopper OK Kid erinnern sich in Blüte dieser Zeit an den juvenilen Übermut, das Erwachsenwerden und was von diesem Leben übrig bleibt. Der Song steigert sich in fantastischer Weise in ein überschwänglichen Bouquet, das mitreisst. Zwischen den Live-Aufnahmen blitzen Kindheitserinnerungen auf. «Uns egal, was der große Teich bringt, lieber in Pfützen baden, als an der Oberfläche treiben, nach Luft schnappen, keine Moral in der Geschichte, außer, dass wir darauf Lust hatten».

Mit River In Me melden sich Trentemøller zurück. Der dänische Elektro-Produzent fusioniert in der neuen Single synthetische Klänge mit einem rassigen Rockrhythmus. Atemlos treibt River In Me voran, sorgt trotz der nachdenklichen Grundstimmung zweifellos für Ekstase auf schummrigen Tanzflächen.

The Rambling Wheels aus Neuenburg haben diese Woche mit einem pastellfarbenen Video ihre neue Single Stories Upon Your Lips vorgestellt. Entstanden ist ein Song, der unaufgeregten Rock zelebriert. Der Orgeleinsatz verleiht dem Arrangement einen Schuss 60er-Nostalgie. Allerdings klingt Stories Upon Your Lips gar nicht nach einer blossen Retro-Kopie, der Sound ist trotz den Referenzen tief in der Gegenwart verankert.

Ein dunkles, sonores Surren zieht einen in die düster-verträumte Popwelt von Nite Jewel. Mit Boo Hoo vereint Ramona Gonzalez aus Los Angeles Fetzen glitzernder Clubmusik, bedrohlich schwarze Beats und schillernden Trip-Hop. Ihre glasklare Stimme schmilzt die Elemente zu einer faszinierenden Perle. Der Sound erinnert etwas an Vanbot, nur dass anstelle der schwedischen Kühle die kalifornische Schwüle tritt.

Aus der südafrikanischen Kapstadt kommt das Duo Medicine Boy, die uns mit E.V.I.L einen ersten Eindruck des Debütalbums Kinda Like Electricity. Lucy Kruger und Andre Leo krachen mit verzerrten Gitarren durch Bluesrock, Dark Wave und explodieren dann zu einem psychedelischen Feuerball. Mein Favorit der Woche!

Medicine Boy aus Kapstadt (Foto: zvg)

Medicine Boy aus Kapstadt (Foto: zvg)