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Am letzten Donnerstagabend, dem Abend vor Halloween, trafen sich die Lebenden und Toten im Z7 in Pratteln. Wer sich den Anblick der schwarzen Szene nicht gewohnt ist, hätte sich in dieser Gesellschaft bestimmt etwas unwohl gefühlt. Doch wenn Deathstars die Ehre geben, verirrt sich wohl kaum ein farbig gekleideter «Normalsterblicher» so schnell ins Konzertgelände – und wenn, dann ist es fraglich, wie lebendig er da je wieder rauskommt…

Düster war's bei Deathstars (Foto: Sacha Saxer)

Düster war’s bei Deathstars (Foto: Sacha Saxer)

Die Nacht der Lebenden und Toten fing ganz harmlos an; denn es war wiedermal soweit: Special Guests standen auf der Liste und das Publikum im Z7 wunderte sich, ob Special Guests, die Band, die immer kurzfristig absagt, endlich mal einen Gig durchziehen würde. Anscheinend wollten sie wieder nicht auftreten und stattdessen kamen The Dead and Living auf die Bühne. Man nimmt, was man kriegt. Und das eher gezwungenermassen. Die Schweden brachten vor allem einen lauten Bass mit und waren stilmässig ganz auf der Linie von Deathstars. Den Rest der Geschichte kann man sich aber getrost sparen.

Deathstars hingegen spielten in einer markant anderen Liga. Jedoch hat mich der Auftritt insgesamt wenig überrascht. Wahrscheinlich lag es daran, dass sie musikalisch wie ab Platte klangen und ich vom Outfit und der Bühnendekoration mehr erwartet hatte. Die fünf bleichgeschminkten Schweden legten sich aber allemal für ihr lebendiges Publikum ins Zeug und lieferten eine kraftvolle Show mit harten Gitarrenklängen. Nicht nur E-Bass-Spieler, Skinny Disco, wirbelte mit seinen Rastas wie verrückt umher, auch Sänger, Whiplasher Bernadotte, stampfte seine Schuhsolen platt. Was der Herr mit der wunderbar tiefen Stimme an diesem Abend gar nicht mochte, waren schreiende Fans. Und wenn, dann bitte nur auf Kommando. Das Schweizer Publikum zeigte sich lernfähig und der Master hatte seine Schäfchen gegen Ende des Auftritts gekonnt im Griff. Als Dank erhielten die vordersten Reihen zum Abschied Plektra geschenkt und eine Dame ergatterte sogar den Hut von Whiplasher.

Gehorsam, nett und anständig. Ein ganz normaler Abend mit der schwarzen Szene; an dem jeder überlebt.

Fotos: Sacha Saxer