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Nach 18 Jahren Bandgeschichte und internationalen Erfolgen brauchen Linkin Park nichts mehr erklären. Dass ausgerechnet Zürich zum Start ihrer Arenentour The Hunting Party auserkoren wurde, das ehrt uns! Und das Versuchskaninchen Zürich konnte aufatmen, denn was am 3. November im Hallenstadion geboten wurde, war schlicht und ergreifend genial.

Chester Bennington begeisterte das Publikum mit vornehmer Zurückhaltung, wie auch exzessivem Röhren (Foto: Matthias Hoffmann)

Chester Bennington begeisterte das Publikum mit vornehmer Zurückhaltung, wie auch exzessivem Röhren. Bild: Matthias Hoffmann

Gespannte Nervosität lag in der Luft während der Umbauphase im Hallenstadion. Es war ein bisschen wie in alten Zeiten. Die Groupies in der ersten Reihe, schon vor dem Konzert kleinere Sprechchöre und Gekreische bei der kleinsten Bewegung auf der Bühne. Nur stand ich nicht brütend in der ersten Reihe, ich liess die Stimmung auf meinem Sitzplatz in der Mitte der rechten Seite auf mich wirken. Das Publikum sehr gemischt, aber schon eher jung. Das Bühnenbild schlicht. Über dem Schlagzeug und dem Keyboard schweben Würfel aus Gittern. Auf diese wurden während des gesamten Konzertes  Muster und Animationen projeziert, was für schöne visuelle Effekte sorgte.

Es wurde pünktlich dunkel und somit auch schlagartig laut. Ich mag keinen Hip-Hop. Ich mag auch keinen exzessiven Metal. Aber Linkin Park liebe ich.
Eine Stunde lang rasten die meist neueren Songs an mir vorbei. Die Stimmung in der Halle wurde immer besser.

Leadsänger Chester Bennington begeisterte mich mit seiner absolut lässigen Art. Unprätentiöser hätte es nicht sein können. Er machte sein Ding auf der Bühne, die Fans ihres vor selbiger. Interaktion mit dem Publikum wurde nicht vernachlässigt, aber auch nicht gerade übertrieben.

Der Mix zwischen allen Richtungen die Linkin Park zu bieten haben, stimmte für mich absolut. Auch eine Trouvaille konnte ich machen an diesem Abend. Rebellion ist ein Song, der etwas aus der Reihe fällt, aber gerade deshalb umso mitreissender ist. Der Text lässt nachdenken, das Röhren reisst einem direkt wieder raus. Gefällt mir!

Das Intro des Songs den alle kennen, bahnte sich den Weg durch die gut 12’500 anwesenden. Numb! Nun riss es auch die sitzende Fraktion auf die Füsse und es gab kein Halten mehr. Sind wir mal ehrlich, wenn wir an ein solches Konzert gehen, dann wollen wir natürlich die Hits hören mit denen wir gross geworden sind. Während mich ein Mädchen in den vorderen Reihen – ich schätze sie auf 15 Jahre – verständnislos anschaut, lasse ich mich treiben in meinem Song. Das wiederum muss heissen, dass ich doch langsam alt werde. 2003 war dies mein Lieblingslied. Und ich bin nicht die Einzige. Die ganze eben noch sitzende Fraktion ist am feiern. Und so geht es auch weiter. Am Ende kann man sagen dass dies ein sehr befriedigender Konzertabend war, den man am liebsten nochmals zurückspulen würde.