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Kommt er wirklich? Und wenn ja, wie nüchtern wird er sein? Bestimmt wird sich der eine oder die andere diese Fragen gestellt haben, als er sich am Sonntagabend auf den Weg ins ausverkaufte Zürcher X-Tra machte. Die Rede ist natürlich von Pete Doherty, der mit seiner Band, den Babyshambles, nach wie vor weiss, wie man eine schweisstreibende Show schmeisst. 

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Sie brachten das X-Tra zum Kochen (Foto: zvg)

ds. Den Konzertabend eröffnete das Duo Sweet N‘ Tender Hooligans. Bei den Baslern treffen elektronische Beats auf E-Gitarre, klingt eher düster, aber durchaus tanzbar. Um wohl internationaler zu wirken, sprach der Gitarrist zwischen den Liedern Englisch. Warum auch nicht, schliesslich sang er ja auch in Englisch. Also zumindest bei den Liedern, bei denen überhaupt gesungen wird, denn einige ihrer Songs sind auch nur Instrumentals und wirken eher wie Lounge Music, die sich nicht zwingend zum Einheizen vor einer Indie-Rock-Band eignet. So liess es die meisten Zuschauer auch recht kalt, was auf der Bühne bisher lief und glühten lieber noch anderweitig vor.

Mit einer, für Pete Doherty noch absolut im Rahmen liegenden, zehnminütigen Verspätung betraten die Babyshambles die Bühne. Sie gaben gleich zu Beginn des Auftritts den Tarif durch und starteten mit dem Lied Fireman, welches eines der punkigeren Stücke auf dem aktuellen Album Sequel To The Prequel ist. Das Publikum feierte seinen Helden von Beginn weg und einige zückten erst mal ihr Handy, um von Mr. Doherty ein Beweisfoto zu machen. Etwas dicklicher ist er geworden, aber ansonsten schien er doch recht auf der Höhe zu sein. Klar, vielleicht schon etwas beschwipst, warum es auch nicht verwunderte, als er auf den Absperrungsbalken versuchte zu balancieren, dies dann nicht so recht funktionierte und sich dann einfach ins Publikum fallen lies. Die wiederum fanden’s toll, dass es ihr Idol schon in der ersten Viertelstunde ganz nah zum anfassen gab, auch wenn der Stagedive so vielleicht nur bedingt gewollt war.

Die Babyshambles spielten in der nächsten Stunde eine ausgewogene Setlist mit Liedern ihrer drei Alben, die alle frenetisch mitgefeiert wurden und das Publikum natürlich vor allem bei Pipedown und Killamangiro auch lautstark mitsang. Der Alkoholpegel stieg währenddessen sowohl vor als auch auf der Bühne an. Auf der Bühne zeigte sich dies vor allem an einem zunehmend verwirrt umher tapsenden Doherty, der zum Beispiel währen des Liedes I Wish die Zeile «Got no money in my pocket you see» dramaturgisch unterstreichen wollte, indem er seine leere Hosentasche präsentierte, diese dann aber ironischerweise voll mit Krimskrams war, der sich auf dem Bühnenboden verstreute und von Pete wieder mühsam aufgelesen werden musste. Vor der Bühne kam es vermehrt zu Scharmützeln unter den Zuschauern, zum einen weil der Mosh-Pit generell recht wild war, zum anderen weil man auch einige zusehends zugedröhnte Konzertgänger immer schlechter einschätzen konnte.

Nach einer fast zehnminütigen Encore Pause, spielten die Babyshambles einen Zugabenblock der es nochmals in sich hatte. Bei Albion bekam man die Gelegenheit schlecht hin, die Arme in die Höhe zu strecken und aus tiefstem Herzen mit zu singen und zu guter Letzt bei der Hymne Fuck Forever wurde nochmals so richtig aufgedreht. Pete Doherty verabschiedete sich danach indem er sein Mikrofon in die Menge warf, eine von einem Fan angefertigte Zeichnung mitnahm und bereits von der Bühne marschierte, bevor der Schlussakkord ertönte.