Eine Band, die immer wieder für kontroverse Schlagzeilen sorgt, tritt am 11. November 2012 im Zürcher Hallenstadion auf. Mit dabei haben Frei.Wild ihr neues Album „Feinde deiner Feinde“. Was erwartet die Konzertbesucher?

Frei.Wild (zVg)

jt. Sie sind bekennende Fans der deutschen Rock-Band Böhse Onkelz, die vor allem in den 80er-Jahren Aufsehen mit teils fremdenfeindlichen und rechtspopulistischen Texten erregten. Dass der sogenannte Deutschrock alles andere als eine Nischenbewegung ist, zeigt alleine der Umstand, dass Frei.Wild im Hallenstadion spielen. Werden sie es auch füllen?
Auch die Band aus dem Südtirol hat mit einigen Songs für zwiespältige Kritik gesorgt. So fühlen sich die Musiker als Südtiroler, aber nicht als Italiener. Der politische Konflikt um dieses Gebiet ist altbekannt und wird von Frei.Wild auf ihre Art aufgenommen. In die Schlagzeilen geriet die Band aus Brixen, als sie bei einem Anlass der rechten Partei „Die Freiheitlichen“ auftreten wollten. Nachdem das Management Druck ausübte, zog sich die Band zurück, das Label stellte dennoch die Zusammenarbeit ein. Sänger Philipp Burger distanzierte sich von den Ansichten der Partei, obwohl er bis zum 2. Oktober 2008 noch Mitglied war. So sahen sich Frei.Wild mit gerechtfertigten Zweifeln an ihrer Aufrichtigkeit konfrontiert. Frei.Wild legen aber grossen Wert darauf, nicht als politisch gesinnte Gruppe angesehen zu werden und lehnen sowohl den Links- als auch den Rechtsextremismus ab. In den Anfangszeiten coverten sie noch die Onkelz, aber auch linke Punkbands wie den Toten Hosen oder WIZO.

In ihren Liedern thematisieren Frei.Wild den Alltag, Freundschaft und die Heimat. Und gerade letzteres wird immer wieder kritisch beurteilt. Die Gefahr bei einem solchen Thema ist natürlich da, doch wird vielfach zu schnell verurteilt. Patriotismus muss nicht zwingend gleich eine politische Einstellung am rechten Rand zur Folge haben, auch wenn die Rechte gerne den Patriotismus für sich alleine beansprucht. Klar ist, dass sich ein Teil des Publikums – auch in Zürich – aus politisch Aktivierten mit fraglichen Positionen zusammensetzen wird.

Dennoch scheint der Deutschrock durch die Onkelz massentauglich geworden zu sein. Frei.Wild schippert seit zehn Jahren mit auf dieser Welle; und das mit grossem Erfolg. Die Musik wird indes stark idealisiert: man hasst sie oder man liebt sie. Die klare Abgrenzung gibt den Fans von Frei.Wild das Gemeinschaftsgefühl, das sie zu finden wünschen. Hier liegt das Geheimnis der Deutschrock-Gruppen überhaupt.

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