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Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Zurück bleiben Erinnerungen, vieles geht aber vergessen. Dass immerhin die besten Songs dem Schicksal des Vergessens entrinnen, haben wir für euch unsere besten Songs zusammengepackt. Viel Hörvergnügen!

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Adele – I Miss You

on Yvonne Höfer – Hier überzeugt Adele neben Hello von dem Album 25“ mit einem unglaublich gefühlvollen Song, der von Ängsten, Verlust und Einsamkeit erzählt. Mich hat der Song absolut abgeholt und es fiel mir leicht mich hinein zu fühlen. Absolut geeignet um ihn während der Autofahrt laut mitzuschmettern. Adele eine Diva unserer Zeit.

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A Forest of Stars – Pawn on the Universal Chessboard Part IV: An Automaton Adrift

von Khanh David To Tuan – Es ist als wollte man mit einem dampfgetriebenen Raumschiff durch das Weltall reisen. Der Track erweckt mit avantgardistischen Ambitionen, epischem Doom und progressiven Klängen im Kopf Vorstellungen eines viktorianischen Londons in 1895.

Audio88 und Yassin – Schelle

von Brendan Bühler – Als wäre das Album Normaler Samt nicht schon genug gewesen, veröffentlichten die beiden Rapper im September nochmals, einfach so, ein Lied. Schellen rechnen die beiden ab mit dem weiterverbreiteten, reaktionären Weltbild. Selten war eine Schelle so guttuend.

Caleb Hawley – Crying Wolf

von Natalie Steiger – Per Zufall entdeckt und nicht mehr aus meinem Alltag wegzudenken, Der amerikanische Soulsänger Caleb Haley lässt dich einen Gang runterschalten und die Welt ein wenig gelassener zu betrachten. Einfach mal zufrieden sein, mit dem was man ist und hat! Danke Caleb für die Erinnerung dafür!

DIIV – Dopamine

von Brendan Bühler – Dieses Jahr kam auch eine Single von DIIV heraus (eigentlich zwei). Und die lässt die Erwartungen an das nächste, 2016 erscheinende Album steigern. Der gewohnt verwischte, schwammige Sound mit den schwingenden Klängen knüpft an das Erstlingswerk an, bietet aber Neuerungen. 2016 wird ein gutes Jahr – zumindest musikalisch.

FFS – Johnny Delusional

von Daniela Stadlauer – Mit ihrem gemeinsamen Album haben Franz Ferdinand und Sparks gezeigt, dass Kollaborationen durchaus funktionieren könnnen. In Johnny Delusional gipfelt die Symbiose der beiden Bands in einem packenden Stück Popmusik. «Wouldn’t it be terrible if there’s no music there?»

Frank Turner – Mittens

von Daniela Stadlauer – Auch schon mal nach einer Beziehung resümiert, dass man mit dem Partner gar nie so richtig zusammen gepasst hat? Also quasi nur gerade so gut passend wie Fäustlinge? Frank Turner liefert die wohl bittersüsseste musikalisch verpackte Metapher des Jahres. Möget ihr alle eure passenden Handschuhe finden.

Fuzz – Pollinate

von Brendan Bühler – Mit Wucht, Energie und Verzerrung schaffen Fuzz ein grossartiges Stück Musik. Pollinate, auf ihrem zweiten Album, ist irgendwo zwischen Black Sabbath, Stoner-Rock und Lo-Fi angesiedelt. Der kryptische Text behandelt möglicherweise das Leben in einer grauen Masse und das davor wegkommen. Heftig und geil.

Gloomy Boyz – Keiner

von Brendan Bühler – «Keiner, nein, nein nein, keiner» hätte damit gerechnet – mit so einem geiler Song, solch einer geilen EP – im Dezember. Gloomy Boyz sind Casper, MontanaMax und Markus Ganter. Die drei Jungs übersetzten den amerikanischen Trap in die deutsche Lyrik. Mit Lean, Lila und All Black sind die Gloomy Boyz am Start. Ein Squad (Truppe), die man auf dem Radar behalten muss.

GUM – Anesthetized Lesson

von Marie Gfeller – Und Jay Watson ist solo als GUM unterwegs. Der junge Multiinstrumentalist (geb. 1990) veröffentlichte 2014 sein Debut Delorean Highway und diesen November den Zweitling Glamorous Damage. 2015 war ein glamourös-bewusstseinserweiterndes Jahr.

Halestorm – Dear Daughter

von Sacha Saxer – Ein Song über die Zuversicht und den Rückhalt, den eine Mutter ihrer Tochter gibt. Ein sehr autobiographischer Song von Lzzy Hale, der natürlich für alle Eltern und deren Kinder gilt. Ein Song darüber, dass man immer sich selber sein soll, egal was andere denken und darüber, dass die Familie hinter einem steht, egal was man macht.

J.D. McPherson – Let The Good Times Roll

von Natalie Steiger – Endlich wieder Mal ein geiler Rock’n’Roll-Song, der einem auch nach dem 1000. Mal hören Spass bereitet. Wer mich kennt, weiss dass ich auf die 50er-Jahre-Musik abfahre und alles was danach tönt. Eine Arbeitskollegin meinte, dass dieser Song was für mich sein könnte – und so war es! Zu ihrem Leid, sie verabscheut Rock’n’Roll.

Juse Ju – Untergrund bedeutet Scheitern/Lalala

von Brendan Bühler – Eine Überraschung war das Gratis-Album Angst & Armor von Juse Ju. Was der Rapper ablieferte, war rundum gelungen. In Video-Form packte er gleich zwei Lieder zusammen, weswegen diese Songs als eines gelten können. In Untergrund bedeutet Scheitern setzt er sich humoristisch mit seinem Status auseinander, in Lalala ist eine Auseinandersetzung mit Hip-Hop und generellen Männerbildern. So muss Deutsch-Rap klingen.

Kim Churchill – Window To The Sky

von Natalie Steiger – Der australische Sänger Kim Churchill bringt sanfte und zugleich warme Klänge in die Schweizer Wohnzimmer. Window To The Sky ist der perfekte Song um einen Sonntag zu starten – gemütlich und dezent.

Marilyn Manson – Killing Strangers

von Yvonne Höfer – The Pale Emperor – Es ist ruhiger und melodischer im Hause Manson geworden. Was von eingefleischten Fans stark kritisiert wird, sehe ich als angenehme Abwechslung. Weniger dreckig, geht aber gut ins Ohr und hat mich überrascht.

Megan Trainor- All about that Bass

von Yvonne Höfer – Ein Song für die großen Mädchen! Es gibt Songs die dein Selbstbewusstsein stärken; und dieser gehört definitiv dazu. Darüber hinaus liefert Miss Trainor ein Liedchen mit Ohrwurmpotential, dass gute Laune verbreitet und zum Hüften schwingen animiert. Mein gute Laune Song 2015!

Mgła – Exercises in Futility VI

von Khanh David To Tuan – Zermürbend misanthrop und nihilistisch, wie Kessel voller dunkler Energie der zu explodieren droht. Orthodox und doch facettenreich bildet dieser tiefschwarze Track den würdigen Abschluss des besten Black Metal-Albums von diesem Jahr.

Mini Mansions (feat. Alex Turner) – Vertigo

von Daniela Stadlauer – Während die meisten Songs auf The Great Pretenders eher schrullig daherkommen, steht Vertigo im puren Kontrast dazu. Unheimlich smooth und mit Arctic Monkeys-Frontmann Alex Turner als Gastsänger mit einem gehörigen Schuss Sexyness angereichert.

Mono Inc. – It Never Rains

von Sacha Saxer –Der wohl aktuellste Song 2015, der eigentlich die illegalen Immigranten aus Mexiko und deren Reise durch die Wüste in die USA thematisiert, aber auch perfekt zur derzeitigen Flüchtlingskrise passt. Nicht nur einer der wichtigsten Songs des Jahres, sondern auch der stärkste, den Mono Inc. je geschrieben haben.

Oslo Parks – The Night

von Natalie Steiger – Die Band aus Brighton weiss wie man eine gute Mischung zwischen fidelem Gesang und eingängiger Melodie vereint. The Night gehört zur Sorte «gut abgeschmeckt» und hat mich somit sofort eingenommen!

The Other – Bloodsucker

von Sacha Saxer – Die ultimative Kontraposition von Komik und Tragik – die fröhlich treibende Musik und der «an Tragik nicht zu überbietende» Inhalt. Inspiriert vom Schicksal der mit 12 Jahren zum Vampir gewordenen Claudia aus «Interview with the Vampire» haben The Other einen wunderbaren Song mit treibenden Rhythmen und eingängigem Refrain geschrieben. Instant Classic!

Polar Circles – Landmark

von Natalie Steiger – Was sich nach einem internationalen Release anhört kommt aus Lausanne. Die Jungs haben mit Landmark einen richtigen Ohrwurm produziert. Im Oktober sah ich sie das erste Mal live – was für eine Bühnenpräsenz! Diese Musiker gehören definitiv auf die grossen Bühnen der Welt. Charmant, unterhaltend und mit voller Wucht hämmern sie ihre Songs gekonnt ins Publikum – top!

Pond – Sitting Up On Our Crane

von Marie Gfeller – Dank den fünf Herren schwappen wunderbar frische funkige, psychedelische Wellen von Australien übers Meer an unser europäisches Festland. Die Band Pond vereint wiederum einige Tame Impala-Mitglieder, darunter Jay Watson und Nick Allbrook. Auch Pond veröffentlichte 2015 ein neues Album: Man, It Feels Like Space Again.

Sigh – The Tombfiller

von Khanh David To Tuan – Der Track ist sogar für japanische Verhältnisse verrückt und unkonventionell. Unzählige musikalische Schichten, von majestätischen Blasinstrument-Melodien bis hin zu Vocaloid-haftigen Stimmen im Refrain werden von eingängigen Gitarrenriffs zusammengehalten und verschmelzen zu einem wunderbar psychedelischem Chaos. Eine gelungene Hommage an die Musik von italienischen Zombie- und Horrorfilmen aus den 70ern.

Tame Impala – The Moment

von Marie Gfeller – Das diesjährig erschienene dritte Album von Tame Impala, Currents, erntete schon kiloweise Lorbeeren. Und die hat der Kopf der Gruppe, Kevin Parker, wieder im Alleingang geschrieben, eingespielt und produziert. Auch von mir gibt’s zum Jahresende noch einmal Lobgesänge. Eins von vielen tollen Liedern ab Currents ist The Moment, das mir immer mal wieder den Montags-, Wetter-, Kater- oder Sonstwasblues nimmt.