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Too good to be true: Die Dum Dum Girls sind so cool, dass sie eigentlich verboten sein sollten. Die Musik scheint irgendwie nicht von der Bühne zu kommen und steht dem Club à propos Unentschlüsselbarkeit in nichts nach. Das ganze Konzert war schlicht und einfach gelungen.

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Die Dum Dum Girls sind eigentlich zu cool. (Foto: zvg)

Wenn man die steinernen Stufen ins Kinski herunterstolpert, vorbei an Höhlenmalereien von skurrilen Drachengestalten, weiss man eigentlich nie so recht, was einen erwartet; das scheint ein wichtiger Bestandteil des Konzepts dieser Location zu sein. Was wollen sie uns sagen mit den roten Lampions, die verloren an der Decke hängen, wieso haben sie das oberste Regal der Bar mit seltsamen Gegenständen vollgestopft, Masken und Fächer und Stofffetzen, die man nicht einordnen kann? Was heissen die Schriftzeichen an der Wand? Vielleicht gerade deshalb passen die Dum Dum Girls sehr gut hierhin.

Coolness als Identität

Man kann sich nämlich vieles fragen, wenn man sie spielen hört: Woher kommt diese Musik wirklich? Und ist es überhaupt möglich, so cool zu sein? Das einzige, was keinen Spielraum für Spekulationen lässt, ist Dee Dee Pennys Oberteil: Der durchsichtige Hauch von Nichts lässt keine Fragen offen, nur hochsensible Stellen sind abgeklebt. Optisch sind die Dum Dum Girls ein Phänomen: Grunge, Gothic, Rock und Chic in einem, und alles sehr überzeugend. Das ist ihr Style. Und der ist eigentlich zu cool, um wahr zu sein. So locker und unbeeindruckt wie sie auf der Bühne stehen, dürften sie eigentlich nicht auch noch so wahnsinnig gute Musik machen. Mit einer Gelassenheit, als wäre es das Normalste der Welt macht die Band Musik, deren Qualität kaum in Worte zu fassen ist.

Sphärisch gut

Die Dum Dum Girls singen ein bisschen wie aus einer anderen Welt. Die Instrumente werden sorgfältig bedient, gut behandelt, man macht hier keinen Lärm und will niemanden beeindrucken. Das ist auch nicht nötig, denn der Klang und die Texte reichen, um das Publikum in eine andere Welt zu entführen: Won’t you take me away? | I wanna feel something today (Too True, 2014). Es ist eine andere Welt, die Welt, aus der dieser Klang und diese sanften, tödlich-lebendigen Worte kommen; eine Traumwelt. In ihrem Song Coming Down vom Album Only In Dreams von 2011 lässt sich ein Grossteil dessen, was die Dum Dum Girls ausmacht, einfangen: 

I take as much as I can get | I don’t take any regret
I close my eyes to conjure up something | But it’s just a faint taste in my mouth
By tomorrow I’ll be leaving | By tomorrow I’ll be gone
If you want to tell me something | You better make it strong
You abuse the ones who love you | You abuse the ones who won’t
If you ever had a real heart | I don’t think you’d know where to start.