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Lange konnte ich mit Soul wenig anfangen, von Funk hatte ich keinen blassen Schimmer. Doch dann hörte ich James Brown.

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James Brown 1973 in Hamburg (Foto: Wikimedia)

Es ist fast schon zu peinlich: Den ersten Berührungspunkt mit James Browns Musik kam durch die Serie Scrubs zustande.

Dieser kurze Einspieler reichte aus, um mich mit einem Zauberbann zu belegen. Es klang einfach verdammt cool. Energetisch und sommerlich heiss. Irgendwie auch anzüglich. Kein Wunder heisst der Song Sex Machine.

James Brown wurde 1933 in die damals typisch ärmlichen Verhältnisse einer schwarzen Familie in den USA geboren. Die Mutter verliess ihn, als er vier Jahre alt war. Er wuchs bei seiner Tante auf, kam auf die schiefe Bahn und wurde für bewaffneten Raub ins Kittchen gesteckt.

Brown kam auf Bewährung raus und begann mit der Musik. Erst Gospel, dann Rhythm’n’Blues. Seine unglaubliche Präsenz verhalf ihm mit der Band The Famous Flames zum ersten Plattenvertrag.

Heute zählt James Brown zu den einflussreichsten Musikern. Zu Beginn lagen seine Wurzeln noch beim R’n’B und Soul. Doch nach und nach nahm Brown seinen dichten Klangteppich auseinander, konzentrierte sich alleine auf den Rhythmus. Er schälte Schicht um Schicht auseinander bis am Ende kurze Melodiefragmente übrig blieben. In Sex Machine ist sind diese riffartigen Takte deutlich zu hören. So erfand der «Soul Man» den Funk.

Die mitreissende Kraft in Browns Auftritten ist bis heute unerreicht, ein Zeichen raren Talents.

«Take me tot he bridge!», ruft Brown sein Mitmusiker zu und diese stürzen sich in ein virtuoses Spiel. Die Intermezzi, die kleinen Spielerein machen jeden Brown-Song zu einem Erlebnis, einem Abenteuer. Der Groove geht in Fleisch und Blut über, tanzen ist dann keine Möglichkeit mehr, sondern ein natürlicher Drang.

James Brown verstarb am 25. Dezember 2006 an einer Herzinsuffizienz.