Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Just Because treibt es bunt im Monat April, der für seine überraschende Art und seinen Abwechslungsreichtum bekannt ist: Von Punk-Legenden, über familienbasierte Folk-Duos, Hip Hop aus dem All und singenden Models hat es für jeden Geschmack etwas dabei.

angus-and-julia-stone_001

Angus & Julia Stone (Foto: zvg)

Die Sex Pistols auf dem Titelbild eines Musikmagazins. Das war der Grundstein für die Fun-Punk-Band The Toy Dolls aus England, die erste überhaupt dieser Art. Von Anfang an war der kunterbunten Truppe um Sänger und Gründer Michael «Olga» Algar klar, dass sie nicht auf Trotz und auf die Alle-ist-scheisse-Attitüde setzen wollen, sondern auf Unterhaltung und Spass. Denn wenn schon keine Zukunft, dann wenigstens mit Humor. Seit der Gründung gab es innerhalb der Band mindestens so viele Wechsel wie Alben: Nur Ur-Mitglied Algar ist stets als Stimme der Komik und Gitarren-Virtuose anzutreffen. Insgesamt 12 Studioalben schmetterten die Punk-Clowns seit der Gründung 1979 auf den Markt und beweisen auch heute noch, dass schweisstreibender und halsbrecherisch schneller Punk auch mit einer humorvollen Schlagseite funktioniert. Mit ihrer momentanen The Tour After The Last One-Tour wirbeln die Engländer gleich dreimal durch Schweizer Konzertlokale: am Mittwoch, 8. April im Gaswerk Winterthur, einen Tag darauf im Kofmehl Solothurn und zu guter Letzt am 10. April im Genfer L’Usine.

Weltall-Klänge vom Planeten Hip Hop

Das Zweier-Gespann Shabazz Palaces aus Seattle in Worte zu fassen, ist keine einfache Sache. Irgendwo zwischen Hip Hop, Jazz, elektronischen Klängen und Experimental schwebt dieses Duo um MC Ishmael Butler, aka Palaceer Lazaro, und den Multi-Instrumentalisten und Klangmeister Tendai «Baba» Maraire. Mit ihrem 2011 erschienen Debüt Black Up schafften es die Beiden, das Genre Hip Hop auf ihre ganz eigene Art zu interpretieren und es jedem Musikjournalisten schwierig zu mache, das Gehörte in Wort zu fassen. Denn «experimentell» wäre für das Gesamtkunstwerk Shabazz Palaces zu simpel, die Redewendung «von einem anderen Planeten» trifft es da schon besser. Der Bezug aufs Weltall nimmt auf dem zweiten Album der Combo, das letzten August erschien, denn auch einen zentralen Punkt ein. Das Konzept dreht sich um sphärische Science-Fiction-Musik, welches den Niedergang des kommerziellen Protz-Hip Hop einläutet. Denn wo andere Rapper mit dicken Karren, viel Frischfleisch und tonnenweise Stuss auffahren, setzen Shabazz Palace neue Massstäbe für das Genre. Zu erleben live im Palace St. Gallen am 15. April oder tags darauf in der Roten Fabrik Zürich.

Schönheit auf allen Ebenen

Model und Musikerin, diese Kombination scheint immer gängiger zu werden. Dabei soll nicht von verzweifelten Ex-Missen die Rede sein, sondern von Damen deren Musik tatsächlich so schön ist wie ihr Aussehen. Mit Soko, dem französischen Model Stéphanie Sokolinski, hatte Just Because schon im März eine Perle dieser Sparte im Programm. Nun pirscht mit der aus Norwegen stammenden Synthpop-Musikerin Karin Park die nächste Bühnenschönheit hervor: Die 36-Jährige setzt seit 2003 nebst Äusserem auch auf Musikalisches und war mit ihrem Debüt Superworldunknown in Skandinavien gleich für mehrere Newcomer-Awards nominiert. Parks Mischung aus preschenden Elektro-Klängen, melodiösem Synthesizer und ihrer charakterhaften Stimme brachte ihr schnell Aufmerksamkeit. Ihr mittlerweile fünftes Album mit dem Titel Apocalypse Pop kam Ende März auf den Markt und dessen erste Single Look what you’ve done zeigt Parks Talent für eingängiges Songwriting und ihre Stimme, die sich mahnend über die hämmernden Beats legt. Für Liebhaber von Synthpop mit Elektro-Einschlag zwischen Lykke Li und Björk empfiehlt sich also der Besuch von Karin Parks Konzert im Kinski am 20. April.

Geschwisterliebe in Musik gefasst

Wenn es um familienbasierte Bands gibt, ist es mit der Kelly Family nicht weit her. Aber von diesen langhaarigen Hippies soll hier nicht die Rede sein. Vielmehr von Australiens beliebtestem und gleichzeitig musikalischstem Geschwisterpaar, die Stones. Genauer gesagt die Schönheit in Person Julia Stone und ihr bärtiger, ebenso zart besaiteter Bruder Angus Stone. Nicht zu verwechseln mit dem australischen Haudrauf-Rocker Angus Young. Denn die beiden Geschwister aus Sydney setzen voll und ganz auf gefühlsvolle Folk-Pop-Stücke, die mal bluesiger, mal akustischer daherkommen. Die zwei Sprösslinge stammen aus einer durch und durch musikalischen Familie: Bereits Mama und Papa Stone waren als Folk-Duo unterwegs. Doch bevor sich 2006 aus Bruder und Schwester eine Band formierte, war Angus als Songschreiber unterwegs und liess sich erst durch seine Schwester dazu hinreissen, sich auf die Bühne zu wagen. Drei Alben und zahlreiche EPs später gehört das Geschwister-Folk-Duo mit Ohrwurmfaktor Zweihundert zu den erfolgreichsten Musikexports von Down Under. Wer also sicher gehen will, dass er die Stones an einem ihrer stets ausverkauften Schweizer Konzerte erwischt, sollte sich ein Ticket für ihren Auftritt am 24. April im Odyssée bei Lausanne sichern.

Weitere Infos unter justbecause.ch