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Dave Hause hat sein zweites Solo-Album veröffentlicht. Der Rock-Sänger, der früher rund um Philadelphia mit Punk und Hardcore erste Erfahrungen gesammelt hat, bringt mit «Devour» frischen Wind.

 Dave_Hause-Devour

jt. Überall spriessen die Singer-Songwriter – weiblich und männlich – wie Pilze aus dem Boden. Viele sind gut, noch mehr sind mittelmässig. Die Rockmusik gehört dafür den Bands. Dass da ein einzelner Musiker ankommt und die Bühne stürmt, ist eher ungewöhnlich. Insofern ist es gut, dass es Dave Hause gibt.

Der 35-jährige US-Amerikaner war erspielte sich trotz seines Frontmann-Status bei The Loved Ones seinen eigene Reputation auf die gute, alte Weise. Er ging auf Tour mit Social Distortion, The Gaslight Anthem und Flogging Molly. Im Frühjahr unterschrieb Hause bei Rise Records und zog sich mit namhaften Gastmusikern ins Studio zurück, wo er Devour aufnahm.
Das Resultat lässt sich durchaus hören. Devour ist grundsolider Alternative Rock, rau und borstig. Ab und zu kratzt er am Hardrock von Bon Jovi oder Nickelback. Zum Glück nicht allzu oft. Es sind nicht prägnante Gitarrenriffs, die um Aufmerksamkeit heischen. Was bei Dave Hause zählt, ist seine Stimme. Klar und leidenschaftlich stürzt er sich in die Zeilen.
Dass sich Hause auch als packender Singer-Songwriter machen könnte, beweisen die ruhigen Passagen des Albums. Bricks ist ein Song mit Charakter und einer schönen Gitarrenmelodie. Natürlich drückt auch der Punk Rock durch: The Shine ist schnell, der Refrain wird mehrstimmig gesungen, wie es in Nordamerika üblich ist.
Hause spielt das komplette Album hinweg mit Metaphern und Floskeln aus dem Christentum. Ob der Glaube tatsächlich eine derart grosse Rolle spielt, wird nicht klar. Eher nutzt der Musiker den Glauben als Symbol für gebrochene Versprechen. Er ist kein Missionar.

Einen schnellen Ohrwurm sucht man auf dem zweiten Solo-Album von Hause vergeblich. Die Frage ist wie immer, ob es das überhaupt braucht. Devour braucht Zeit um sich zu entfalten, die kleinen Raffinessen in den Komposition zu verraten. Diese Zeit sollte man sich aber nehmen, denn es lohnt sich.

Release
8. Oktober 2013

Label
Rise Records

Tracklist
01. Damascus
02. The Great Depression
03. We Could Be Kings
04. Autism Vaccine Blues
05. Same Disease
06. Before
07. Father’s Son
08. Stockholm Syndrome
09. Become Secular
10. The Shine
11. Bricks
12. Benediction