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Nachdem Eisbrecher ihre Tour von November 2011 auf Februar und März 2012 verschoben hatten, rockten sie am 3. März das brechend volle Z7 in Pratteln. Mit dabei: Schweizer Flagge, Jodelständchen, eine gehörige Portion Humor von Sänger Alexx und die Hamburger Lord of the Lost als Vorband.

Schon lange vor Türöffnung hatte sich die Eisbrecher-Fangemeinde vor den Schleusen zum Z7 positioniert, um an diesem Abend ihre Lieblinge auch aus nächster Nähe erleben zu können. Belohnt wurden sie mit einer überpünktlichen Türöffnung – doch in der Halle füllten sich trotzdem erst die ersten zwei, drei Reihen. Als ungefähr eine Stunde später das Licht ausging, wurde klar, dass diese beiden Reihen vorwiegend die Lord Of the Lost-Fans waren, die sich dort versammelt hatten. Von Eisbrecher-Fronter und Star des Abends Alexx angekündigt, enterte Lord of the Lost mit viel Nebel und Rauch die Bühne, während es sich der Eisbrecher-Sänger am linken Bühnenrand bequem machte – das nennt man Logenplatz! Lord of the Lost legten sofort mit einem bisher unveröffentlichten Track los und mittlerweile hatten sich auch die Eisbrecher-Fans näher gewagt. Mit mehr oder weniger anspruchsvollen Klatschübungen, der Herausforderung, lauter als die Deutschen zu lärmen und einer kurzen, „eisbrecherischen“ Miststück-Einlage wurde das Publikum richtig aufgeheizt. Nebst ihrer aktuellen Single Beyond Beautiful hatten die Hamburger ihr legendäres Lady Gaga-Cover Bad Romance am Start, einige Songs von ihrem letzten Album Antagony und insgesamt zwei unveröffentlichte Tracks, welche auf dem nächsten Album erscheinen werden. Vor ihrem letzten Stück erkundigte sich Lord of the Lost-Sänger Chris Harms etwas besorgt, ob das Publikum noch einen Song ihrerseits hören wolle oder ob sie die Bühne für Eisbrecher freigeben sollten. Begeisterter Jubel aus allen Reihen für den ersten Vorschlag, zwei, drei klägliche Stimmen, die nach Eisbrecher schrien – eigentlich ein Zeichen für die Vorband, ihre Setlist zu verlängern. Doch stattdessen gab es zum krönenden Abschluss das Gemeinschaftswerk Eure Siege von Lord of the Lost und Eisbrecher.

Nun wurden also die ersten Reihen für die eingefleischten Eisbrecher-Fans freigegeben, welche nicht lange auf ihre Helden warten mussten: nach kurzer Umbauzeit wurde die mittlerweile brechend volle Konzerthalle wieder stockdunkel und mit fulminantem Intro betraten die Stars des Abends die Bühne. Nach einem erneuten herzlichen „Sali/Grüezi/Buona sera“ seitens Alexx legten sie passend als Auftakt mit Willkommen im Nichts los, gefolgt vom stampfenden, eingängigen Angst. Auf dieses folgte die Frage, was eigentlich mit den Mayas passiert sei, die bekanntlich den Weltuntergang prophezeit haben? Den darauffolgenden Song Abgrund kann man als Antwort oder als Alternative zu Alexx Frage sehen…wie er ihn gemeint hat liess er allerdings offen. Mit ihrer Single Verrückt gerieten die Fans dann endgültig ausser Rand und Band und konnten ungestraft ihre eigene Verrücktheit zu Tage fördern. Für Lacher sorgte Alexx scheinbare Unwissenheit über die Schweiz und ihre Eigenheiten bei Fragen zu den Schweizer Alkoholgesetzen. Abgesehen von diesen riet er einfach: „Sauft Jack Daniels, der macht wenigstens gross und doof!“ Was darauf folgte lässt sich nicht ganz in die restliche Veranstaltung einordnen, passte jedoch perfekt, um das Publikum bei Laune zu halten. Mit dem Akustik-Cover des Tränen lügen nicht wurde der Schlagerfan in jeder schwarzen Seele versucht zu wecken…bei den meisten sorgte es hoffentlich bloss nur für Erheiterung. Danach ging es in gewohnter Hit-Manier weiter: Vergissmeinnicht jagte Prototyp und das zuvor bereits angespielte Miststück. Letzteres wurde mit einer Schweizer Fahne eingeläutet und im Refrain durften die Fans ihre Gesangskünste zur Schau stellen  – selbstverständlich geschlechtergetrennt im Wettbewerb. Als Alexx darauf hinwies, dass das hier „keine Klamaukveranstaltung sei“ glaubte man ihm nur halb – denn vor This is deutsch begann er plötzlich – mit Hütchen und buntem Hemd verkleidet – zu jodeln! Das nennt man Vorbereitung und Sangeskunst! Eigens für die Schweiz wurde dieses Jodel-Intro für jedoch nicht kreiert – am folgenden Tag in Stuttgart wurden die Schwaben ebenfalls bejodelt. So wurden die Fans einen ganzen Abend lang mit bester Unterhaltung versorgt und ausserdem mit einigen Zugaben belohnt, welche unter anderem ihren zum Album gleichnamigen Song Die Hölle muss warten beinhaltete.

Nach diesem ereignisvollen und abwechslungsreichen Konzertabend wirkten sowohl die Band als auch das Publikum sichtlich glücklich und so machte sich bestimmt der eine oder andere Fan mit einem Lächeln im Gesicht auf den Heimweg.

Bilder: Christopher Lutz