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Eisentanz zählt zu den ungewöhnlichsten Musikern der Schweiz. Ein wahrer Klangakrobat sondergleichen, der mit der neuen «Meson EP» nach langer Zeit wieder neue Songs veröffentlicht.

Eisentanz - Meson EP

jt. Eisentanz ist ein Entdecker. Seit Jahren erkundet der Mann unsere Umwelt mit einem Mikrofon und nimmt Geräusche auf. Wie viele Samples sich auf seinen unzähligen Disketten, CDs und Festplatten befinden, kann er nicht sagen. Ein Klang-Messi? Wohl kaum. Eisentanz jongliert mit seinen Sounds geschickt wie ein Zirkusartist und dennoch hat er die naive Neugier des 5-jährigen Zuschauers nicht verloren. Das zeigt sich in der Entstehung seiner Songs.

«Oft habe ich ein Sample, das mir enorm gefällt. Dann nehme ich das genauer unter die Lupe. Häufig versteckt sich darin irgendwo ein Loop, der sich rauskristallisiert. Danach beginne ich, rundherum einen Song aufzubauen. Gut möglich, dass dieser erste Loop am Schluss bedeutungslos ist.»

Ein Forscher, der das Endergebnis seines Experiments nicht kennt? Ja, das trifft schon eher zu. Was Eisentanz produziert, ist astreiner Industrial. Ungeeignet für den gewöhnlichen Underground-Club, da seine Songs nicht Beat-lastig sind, sondern sich von einer Phase zur anderen hangeln.

Noch am ehesten auf düsteren Tanzflächen anzutreffen wäre der erste Song der EP: Meson. Es gibt zwar einen Grundbeat, doch was den Song vorwärts treibt, sind die Choral-ähnlichen Parts. Gleichzeitig verleihen diese Parts dem Track eine erhabene Stimmung, als ob man durch eine alte Gedenkstätte schreiten würde. Interessant ist auch das kleine Glocken-Sample, das von einer der alten Warnglocken an einem Bahnübergang stammt. Heute ist dieser Klang ausgestorben.
Nach einem relativ leicht verdaulichen Einstieg folgt Internal. Zwischen Ambient und Industrial schwebend, ist dieser Song sphärisch und bedrohlich wie kein zweiter auf der EP. Trotz der sphärischen Atmosphäre, die man eigentlich in Aussenwelten vermutet, hat Eisentanz dieses Stück Internal genannt. Er hat Recht. Als ob ein langer, dunkler Stollen einen immer weiter in den Untergrund ziehen würde.

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Eisentanz mit seinem Instrument The Tube (Bild: Nicola Tröhler)

Mit der EP will Eisentanz auch wieder live auftreten. Auf der Bühne steht Eisentanz aus Prinzip nicht einfach hinter den Reglern. Er hat eine Reihe von eigenen Instrumenten erfunden, mit denen er seine Songs spannend darbieten kann. Nicht nur die Suche nach neuen Sounds, sondern auch nach neuen Instrumenten fasziniert den Mann. Vor allem möchte er ein Instrument erschaffen, welches nicht primär aus der Perkussion entstammt.

Elektronischer Musik wird nachgesagt, dass sie zu künstlich und steril ist. Doch Eisentanz besticht durch organische Sounds. Der Grund dafür sind seine Umgebungsgeräusche. Sie sind so alltäglich, dass sie uns nicht mehr auffallen. Irgendwann haben wir als kleine Kinder angefangen, die Welt um uns herum wahrzunehmen. Dazu nutzten wir alle Sinne, auch das Hören. Eisentanz isoliert für uns diese Geräusche, richtet einen Scheinwerfer auf sie oder verfremdet sie. Trotzdem bleiben sie uns immer irgendwie vertraut. Die Songs generieren automatisch Bilder im Kopf. Was klingt so wie dieses Scheppern eben? Wir kreiern uns Geschichten, lassen unserer Fantasie freien Lauf. Eisentanz liefert mit seinen Songs das Plastilin, der Zuhörer formt sich seine Welt.

Verlosung

Negative White verlost 1x die schmucke EP, die sich auf einem 4 GB-USB-Armband befindet. Neben der EP gibt es noch weiteres, zum Teil unveröffentlichtes Material von Eisentanz, Videos und Fotos. Um an der Verlosung teilzunehmen, sende bis am 15. Mai 2013 eine Mail an wettbewerb@negativewhite.ch mit dem Betreff Eisentanz und deiner Adresse.