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Das Jahr kann nur gut werden, wenn bereits im Januar vielversprechende Alben veröffentlicht werden. Eine dieser Perlen ist «Iterum» von Daily Bread. Die Holländer haben mit dem zweiten Album einen Weg in eine leuchtende Zukunft eingeschlagen.

Es rumorte im Bandgefüge. Verletzungsbedingt musste das Keyboard mit Atser Damsma besetzt werden. Kimberly van der Velden, welche vorher in die Tasten haute, konzentrierte sich nun voll und ganz auf die Leadvocals. Es sei schon ein gewöhnungsbedürftiger Umstieg gewesen, meint die Band. Doch das Quartett funktionierte so gut, dass man sich entschloss, sich gemeinsam der Zukunft zuzuwenden. Eine gute Entscheidung, die aber auch zur Folge hatte, dass sich der Termin für das neue Album weiter und weiter nach hinten verschob.

Das Ziel, etwas völlig anderes als den „Sexy Garage Dance“ beim Debüt zu machen, haben Daily Bread erreicht. Das spiegelt sich bereits im Namen der neuen Scheibe Iterum. Und was die Holländer da während zwölf Songs bieten, ist eine energiereiche Klangfusion.
Ausgangspunkt bot der Electropop, der sie seit dem ersten Album begleitete. Daily Bread gingen ganze zwei Jahre auf Tour, bespielten Clubs und namhafte Festivals. Dann kehrten sie mit vollen Koffern nach Hause zurück. In den Koffern waren allerhand Erfahrungen, Inspiration und Ahnungen. Die Band hat daraufhin ihre Soundstrukturen nicht nur umgerührt, sondern kräftig geschüttelt. Der neue Mix aus Electropop und verschiedenen Wave-Arten bietet allerhand Zündstoff, der dafür sorgt, dass die nächste Etappe auf unbestimmten Pfaden verläuft.

Allure ist eine reine Hommage an die 80er-Jahre. Treibend und synth-poppig zieht der erste Song auf Iterum mit. 2013? Wir könnten uns genauso auf einer nebligen Tanzfläche in den Glanzzeiten des Waves entgegen schweben. Grossartig!
Auch der namensgebende Track Iterum reiht sich irgendwo in dieser Richtung ein, gibt sich aber eine Spur moderner. Kimberlys Stimme hallt beinahe ohne istrumentale Untermalung durch die Dunkelheit. Iterum ist das Herz und die Seele des Albums; die Essenz und perfekt im Cover dargestellt.
Herausstechen tut vor allem Silica. Surrend stampfen Daily Bread mit einem technoiden Beat zum Tor. Dramtisch erheben sie sich zur choralen Epik, während der Song seine Flügel ausbreitet. Dann blitzt und klirrt es. Die Mauern zerfallen, sinken in Zeitlupe zu Boden und Silica hebt ab!

Das Album versammelt verschiedene Einflüsse, die alle aus der gleichen Ecke kommen. Doch Daily Bread schaffen aus den mehrheitlich homogenen Zutaten ein sich explosionsartig verteilendes Werk. Man stelle sich dazu das Cover zu Dark Side Of The Moon vor, bloss dass sich der Regenbogen auf ganzen 360 Grad strahlt.
Iterum versteht sich als Ode an das Leben. Melancholisch, verzweifelt, traurig, wütend, sanft, radikal, schwebend und hart landend und sich wieder aufrappelnd. Manchmal auch erfreulich, aber nicht so oft.

Release
25. Januar 2013

Label
Excelsior

Tracklist
01. Allure
02. Loverst
03. The River
04. Iterum
05. Metamorphosis
06. She Spider
07. The Conflict
08. Day Of Revolt
09. The Persistence
10. Silicia
11. In All
12. You Have Become

Line-Up
Kimberly van der Velden (leadvocals), Atser Damsma (synths and vocals), Chris Mulder (bass, synths and vocals) and Stefan Stoer (drums)