Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Eine willkommene Abwechslung für die Ohren kommt dieser Tage aus Berlin. Chrome Animals liefern mit ihrer Debüt-EP «The Rumour» facettenreiche Kost für Wave-Freunde.

2016-06-27_Chrome-Animals_The-Rumours_Artikelbild

Chrome Animals aus Berlin mögen zwar erst ihre Debüt EP veröffentlicht haben, doch schon beim ersten Klang von A Band Apart kommt man nicht darum hin, sich in getrauten Gefilden wiederzufinden. Sanft wabernder Bass untermalt das pointierte Drumspiel und darüber schwebt Kritons Gesang. So klang es Ende der 80er aus mancher Diskothek und jetzt, knapp drei Jahrzehnte später, kommt der Sound wieder genauso frisch wie damals aus den Boxen. Es ist an der Zeit, dass sich endlich wieder jemand getraut, diese Musik in die Clubs zurück zu bringen.

Chrome Animals kommen mit wenig aus: eine verzerrte Gitarre, etwas Drums und vielfältigem Synthie-Einsatz. Über allem schwebt Kritons Stimme, manchmal fordernd, manchmal melancholisch, nie aber langweilig.

Chrome Animals (Foto: Sacha Saxer)

Der Titeltrack The Rumour reisst gleich zu Beginn die Soundlandschaft weit auf, die Gitarre malt Wolkenkratzer in die Skyline des Songs, das Keyboard zeichnet den hektischen Verkehr einer Grossstadt. Die abwechselnd anklagend und versöhnlich klingenden Lyrics heben den Song noch weiter empor – eine vorzügliche Wahl als Namensgeber für die EP.

Faustian Passenger bietet mit Abstand die grösste Abwechslung aller sechs Songs, und ist mit seinem Wechselspiel kurzer Synthie-Impulsen und längeren tragenden Wave-Elementen sowie seinem moralischen Dilemma – an dieser Stelle lohnt es sich, nochmals Goethes Klassiker Faust zu lesen – eines der Highlights der EP.

In den sechs Songs der EP The Rumour zeigen Chrome Animals, wie man 80er Jahre Wave mit kontemporärem Rock verbinden kann und so sowohl Fans der alten Schule wie auch solche von gitarrenlastigeren Sounds gleichermassen ansprechen kann.

The Rumour ist ein gelungener Einblick in die Musik von Chrome Animals und macht neugierig darauf, was in Zukunft aus Berlin in die Welt gesendet werden wird. Sie sind auf jedem Fall auf dem richtigen Weg und das Debüt-Album lässt hoffentlich nicht zu lange auf sich warten. Bis dahin wird man den einen oder anderen Titel sicherlich an den verschiedensten Parties der Schwarzen Szene hören.

Fotos von der EP-Release Show: Sacha Saxer

Release:
1. Juni 2016

Label:
Submissive Records

Tracklist:
01 – A Band Apart
02 – All The Young Men
03 – The Rumour
04 – Cuts On Film
05 – Faustian Passenger
06 – Ticking City