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Chord of Soul heisst das Ein-Mann-Projekt von Jens Erkelenz. Seine Debüt-EP „Withered“ ist eine Gedankenwanderung im Halbschlaf über acht Songs hinweg und trotzdem faszinierend.

jt. Der Sound von Chord of Soul lässt sich mit unzähligen Adjektiven beschreiben: hypnotisch, minimalistisch, roh, schwebend, dunkel. Geprägt durch den organischen Gesang von Erkelenz, der oftmals nur durch Gitarrenklänge begleitet wird, schlummern die Bilder, die die Songs hervorbeschwören sollen, hinter den unscheinbar spartanischen Arrangements. Die düstere Atmosphäre, die in Withered verankert ist, hat ihre Wurzeln tief in der Gothic- und Wave-Szene verankert. Die abgrundtiefen Stimmlagen in Sister Dawn erinnern an die Sisters of Mercy oder Fields Of The Nephilim, während die mageren, aber dennoch mit Intensität vorgetragenen Songs geben der Musik von Chord of Soul eine mystische und magische Note.
Selbst wenn die Songs meist wie Rauchschwaden im Raum hängen und sich nur zögerlich fortbewegen, kann plötzlich woher ein Luftzug kommen, der das Lied ein unerwartetes Stück vorwärts schiebt. In 6th Dawn oder Chant zeigt Erkelenz die experimentelle Seite seines Könnens, das teils derart ungreifbar und abgehoben ist, dass die ungewohnten Elemente durchaus mit den Neubauten konkurrenzieren.
Das ist ein lobenswerter Aspekt an der Debüt-EP, der dennoch der letzte Schliff fehlt. Doch die Richtung, die Erkelenz mit seinem Projekt Chord of Soul eingeschlagen hat, ist so vielversprechend wie unvertraut. Der Grundstein für etwas Spannendes wurde hier mit Withered gelegt.

Tracklist

01. Bound to Regret
02. Distant Pipe
03. Marble
04. Cold Pawn
05. Pyre
06. Sister Dawn
07. 6th Dawn
08. Chant