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Frau Glitzeric ist extravagant und verspielt, selbstbewusst und fröhlich. Für Negative White hat sie nicht nur ihren Kleiderschrank geöffnet.

Etwas Glitzer muss immer sein: Ohne ihr Markenzeichen, das Bindi auf ihrer Stirn, fühlt sich Frau Glitzeric nackt.

Etwas Glitzer muss immer sein: Ohne ihr Markenzeichen, das Bindi auf ihrer Stirn, fühlt sich Frau Glitzeric nackt.

Sie stand auf die Farbe Pink, Hello Kitty und viel Glitzer. Damit fing es an. Bis einmal einer ihrer Freunde sagte: «Eigentlich solltest du Frau Glitzeric heissen.» Aus einem Spass wurde ein Spitzname und bald eine Bloggerin.

Hinter dem Namen Frau Glitzeric steht die 22-jährige Aleksandra Nikolic. Sie ist in der Schweiz geboren und aufgewachsen, kommt aber ursprünglich aus Serbien. Einen Modeblog führt sie seit dreieinhalb Jahren, daneben arbeitet sie 100 Prozent als Community Managerin für yelp. Sie arbeitet mittlerweile mit verschiedenen Agenturen zusammen, von denen sie Outfits oder Accessoires für Shootings oder Anlässe geliehen bekommt. Vor einem Jahr hat sich Frau Glitzeric auch einen Fotografen ins Boot geholt, der für sie Bilderserien schiesst. Alle Kollaborationen sind unentgeltlich. Dennoch: Sie kosten viel Zeit. Die junge Frau mit dem breiten Lächeln sagt von sich selbst: «Ich bin eine kleine Chaotin». Sie findet kaum Zeit um täglich zu bloggen und empfindet das auch nicht als negativ: «Wenn, dann lieber richtig, denn nicht die Quantität zählt.» Sowieso geschehe bei ihr «immer alles auf den letzten Drücker».

Frau Glitzeric bezeichnet ihren Modestil als verspielt, extravagant und «verglitzert». Ihr gleichnamiger Blog beschäftigt sich aber nicht nur mit Mode. Sie berichtet auch über Meditation, Yoga, generell: Lifestyle. «Mir geht es ums Schreiben. Das wollte ich schon immer.» Meditation und Yoga passen auf den ersten Blick nicht wirklich zu Frau Glitzeric. Beim Reden gestikuliert sie wild, während ihre fesselnden, grossen Augen aufgeregt glänzen und sie zwischendurch immer wieder herzhaft lacht. «Ich bin ein Mensch der Gegensätze», beschreibt sie sich selbst.

Ihr kleines Zimmer ist eigentlich ein begehbarer Kleiderschrank mit Bett. Überall brennen Kerzen. «Ich habe meine Heizung  so gut wie immer ausgeschalten, weil die vielen Kerzen schon genug wärmen», sagt Frau Glitzeric. Glitzern tut dann auch vieles auf ihren Kleiderständern. Zum Beispiel eine ihrer neusten Errungenschaften: Ein Pailletten-Rock in Pastellfarben mit Fransen am Saum.

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Zwischen Tüllröcken, Overalls und Kleidern hängen zahlreiche, kleine Vintage-Taschen. «Ich bin der Meinung, dass man keine grossen Taschen braucht. Ich kriege immer alles, was ich unterwegs benötige, in meine kleinen Täschchen.» Hosen trägt Frau Glitzeric kaum. Sie sind auf eine kleine Etage im Regal verbannt worden, viel Platz brauchen die wenigen Exemplare nicht. Frau Glitzerics Kleiderschrank ist kunterbunt. Überall leuchten Farben, viel Pastell, Glitzer, Muster, Stickereien. Darunter ist noch ein weiteres, neues Lieblingsteil: Ein Marc Jacobs Kleid mit Perlen. «Heute Abend werde ich es zu einem Familienfest tragen», sagt Frau Glitzeric. Die Gelegenheit lasse ich mir nicht entgehen; das schicke Abend-Outfit gehört vor die Kamera:

Elegant und feminin setzt Frau Glitzeric ihr neues Schmuckstück in Szene. Ihr Markenzeichen, das Bindi auf der Stirn, weicht hier einem Kopfschmuck, der die Perlen auf dem Kleid aufgreift. Zum feinen Apricot und Blau des KLeides kombiniert sie High-Heels in Aubergine, die Clutch in Gold ist auf den Schmuck abgestimmt. Dass dieses Kleid aber nicht zu wenigen Auftritten im Jahr an festlichen Anlässen verdammt ist, zeigt uns Frau Glitzeric mit einer zweiten Kombination. Darin wird das Rüschenkleid mit Mantel und flachen Schuhen alltagstauglich:

Verspielt und winterlicher ist dieser zweite Look zum schicken Markenkleid von Marc Jacobs. Naja, ganz so winterlich dann auch wieder nicht: Frau Glitzeric verzichtet auf Strümpfe und das nicht nur fürs Fotoshooting. «Ich trage auch im Winter manchmal keine Strümpfe unter dem Kleid, wenn es genug lang ist und ich eine warme Jacke trage.» – Brr. Da friert es mich schon vom Zuschauen. Immerhin sind die Ohren warm, Frau Glitzeric trägt flauschige Ohrwärmer. Auch in diesem Outfit darf eine Vintage-Tasche nicht fehlen. Mit flachen Schuhen und Fransensöckchen wird das edle Kleid herunter gebrochen und kann so problemlos im Alltag getragen werden. Noch bunter wird es beim dritten Look, den uns Frau Glitzeric zeigt, diesmal ohne Markenkleid, dafür in einem Overall:

Im kunterbunten Jump-Suit mit flauschiger Wolljacke, knallroter Tasche und hellblauen Heels, strahlt Frau Glitzeric mit den Farben um die Wette. Diese Kombination habe Frau Glitzeric zwar noch nie getragen, der Jump-Suit sei aber ihr absolutes Lieblingsteil.-Und das, obwohl sie ihn ursprünglich eigentlich nur aus Spass im Laden angezogen habe. «Er passt einfach zu so Vielem.» Die hellblauen Heels hat sie erst gerade erworben. Hohe Schuhe sind für das Hobby-Model kein Problem, Frau Glitzeric macht darin Luftsprünge vor der Kamera.

Am Ende habe ich unzählige Fotos geschossen und könnte noch lange weitermachen. Frau Glitzeric zieht einen mit ihrer Art und ihrem Aussehen in den Bann. Auch ihr Kleiderschrank hätte noch tausendmal so viele Schätze bereitgehalten und vor allem, hätte Frau Glitzeric sie in einer Art und Weise kombiniert, die extravagant ist und doch nicht aggressiv aussergewöhnlich. Ihr Stil ist durchdacht und detailreich und wirkt doch nicht aufgesetzt oder überladen. Sie spielt mit der Mode, nimmt sie nicht allzu ernst. Was dabei herauskommt wirkt in Kombination mit der Persönlichkeit der Trägerin frisch und neu, obwohl ihre Kombinationen gar nicht so ungewöhnlich sind. Wer Frau Glitzeric kennenlernt, möchte mehr von ihr sehen.-Das Ganze zusammengefasst: Die junge Bloggerin trägt Mode und macht Mode, die vielleicht auch nur sie so tragen kann.

Frau Glitzeric beendet Sätze
Ich mag…

…Ruhe und zu lachen.

Ich mag keine…

…engstirnigen Leute.

Voll im Trend ist…

…sich selbst zu sein.

Ich würde niemals…

…Leggins tragen.

Markenklamotten sind…

…überbewertet aber inspirierend.

Mode ist…

…ein Spiel.

Das habe ich mir auf Weihnachten gewünscht…

…einen Smoothie-Blender und Geld für meine Reisekasse.