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Ein besseres Geburtstagsgeschenk hätte Caliban mir gar nicht machen können. Am 25. März erscheint ihr neues Album «Gravity». Ich durfte schon reinhören und das Album hat es wirklich in sich. Eine gelungene Mischung aus griffigen Gitarren, schnellen Drums und lyrischen Höhepunkten.

Caliban-Gravity

Was beim ersten Hören sofort heraussticht, sind die Clear-Voice-Parts, welche in den vorherigen Album eher rar gesät waren, und die heftigen Gitarrenriffs, die man so eher von Heaven Shall Burn gewohnt ist. Verwunderlich ist das nicht, denn die beiden deutschen Bands, die beide in den deutschen Metalcore passen, weisen viele Parallelen auf. Etwa die tiefgängigen Texte, welche sehr selbstkritisch, gesellschaftskritisch und ermutigend sind. Ermutigend im Sinne, dass die Zukunft grösstenteils in unseren Händen liegt und wir es besser machen können.

Das sticht vor allem bei Songs wie The Ocean’s Heart  und No Dream Without A Sacrifice heraus. Wobei der erste Song zusammen mit der Frontsängerin von Arch Enemy gesungen eine ganz eigene Stimmung auslöst. Er handelt von Tierquälerei, den illegalen Walfängen, und wer bei diesem Thema kein Gefühlschaos von Wut, Trauer, Hoffnung und Tatendrang, das sofort zu ändern verspürt, bei dem läuft eindeutig was schief. Der zweite Song ist eher persönlich, er handelt davon die Vergangenheit loszulassen, dankbar für das hier und jetzt zu sein und es in vollen Zügen zu leben um so voran zu kommen.

Unter den emotionalen Songs ist sicherlich auch noch brOken zu erwähnen, welcher von einer gescheiterten Liebe erzählt, welche man nicht aufgeben kann, obwohl jede Hoffnung auf ein Happy End schon längst begraben sind. Hier sticht die klare Stimme vom Sänger Andreas Dörner stark hervor. Er lässt einen den ganzen Liebeskummer hautnah miterleben.

Etwas positiver sind die Songs Who I Am und  For We Are Forever, die von Toleranz, Nächstenliebe, Akzeptanz (vor allem vor Randgruppen in unserer Gesellschaft) und der eigenen Kraft diese Veränderungen herbei zu wirken handeln. Sie sprühen vor Energie und laden den Hörer dazu ein, noch heute etwas in dieser Welt zu verändern, Stück für Stück mit einer schier endlosen Energie erfüllt.

Um Akzeptanz geht es auch im Song Walk Alone, welches die momentan brisante Lage um die Flüchtlingskriese mit einbindet. Man sollte sich in die Flüchtlinge hinein versetzen, alles verloren, fern ab von der Heimat in einem Land in dem man weder die Sitten noch Gebräuche kennt, die Sprache nicht spricht und dann fordert eine Partei zum Schiessbefehl an den Grenzen. Das wünscht man sich doch nicht, weshalb es dann anderen Menschen wünschen?

Natürlich ist auch wieder ein deutscher Song mit auf dem Album. Mein schwarzes Herz überzeugt genau so wie ihre englischsprachigen Texte. Doch Caliban besteht nicht nur aus Hoffnung und Akzeptanz, sie thematisieren auch die Abhängigkeit zu Drogen (Crystal Skies), den Verrat einer tiefen Freundschaft (Left for Dead) und die Auseinandersetzung mit den eigenen tiefen Abgründen der Seele (Inferno). Und das alles auf einem Album.

Von der Musikrichtung her immer noch unverwechselbar Caliban, einfach mit ein wenig mehr Clean-Voice und etwas mehr Fokus auf den Gitarren. Ein Album welches sich nicht nur für eingefleischte Caliban Fans zu kaufen lohnt, sondern für jeden, der Wert auf die Texte legt und auf abwechslungsreichen, energiegeladenen Metal steht.

Am 25. März erscheint das Album, am 5. Mai sind die Jungs am Impericon Festival in Zürich anzutreffen. Ein gesondertes Konzert für die Schweiz ist leider bisher nicht geplant.

Release
25. März 2016

Label
Century Media Records

Tracklist
1. Paralyzed
2. Mein schwarzes Herz
3. Who I Am
4. Left For Dead
5. Crystal Skies
6. Walk Alone
7. The Ocean’s Heart
8. Broken
9. For We Are Forever
10. Inferno
11. No Dream Without A Sacrifice
12. Hurricane