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Am 16. August war es so weit. Wir hatten die Möglichkeit Braggarts live im Zeughaus der alten Kaserne in Zürich zu erleben. Neben den Konzerten, die an diesem Freitag sonst noch Aufmerksamkeit erregten, hatten die Männer um Ralph Bütikofer einen schweren Stand. Herzblut und Leidenschaft konnten deutlich transportiert werden, was diesen Gig zu einem speziellen Erlebnis machte.

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Eine kleine Bühne, ein Soundcheck der nicht so gut gelaufen ist. Technik, die versagt. Die besten Voraussetzungen für einen gelungenen Auftritt. Neben drei anderen Bands spielten Braggarts einen 45-Minuten-Gig, den ich echt gerne in einem grösseren Rahmen sehen möchte.
Nun starteten Sie mit dem Intro Beyond The Horizon, und leiteten energetisch über zu Truth. Das Publikum – jene die Braggarts schon kannten waren sofort voll dabei – liess sich langsam aber sicher mitreissen.
Solides Können mischte sich mit richtig viel Fun, der von jedem der Akteure auf der Bühne transportiert wurde. Das Cello gespielt von Raphael Niederberger – fügte sich absolut harmonisch in die teils härteren Parts der Songs, was mich überrascht und begeistert hat.

Am Bass gab Roman Pom Albisser emotional und konzentriert die Tiefen vor, die eine wuchtige Basis schufen. Marcel Zogg an der Gitarre liess das Publikum sein Handwerk auf den Saiten geniessen. Reto Meier bediente die Schlagstöcke und schaffte es von ganz hinten auf der Bühne seinen Spass ins Publikum zu tragen. Ralph Bütikofer trieb seine Stimme an die Grenzen, was keineswegs negativ war, denn er besitzt neben einer wunderbaren Stimmfarbe auch eine ausserordentliche Power. Gerade bei den Parts, in denen die Stimmbänder eher strapaziert werden, schafft er es die Höhen zu treffen, sowie die Emotion beizubehalten.

Für diesen verhältnismässig kurzen Gig muss man sagen, die Jungs haben die Bühne gerockt. Es gehört einiges dazu in einer Location zu spielen, in der das Publikum gerade zu dem Set ihres Favoriten vor der Bühne steht. Bei den Braggarts kam doch der ein oder andere von draussen nochmals rein um zu sehen was sie zu bieten haben. Meines Erachtens müssen grössere Bühnen her, vor denen ein Publikum mit breitem Musikgeschmack steht. Denn die Braggarts lassen sich nicht kategorisieren. Psycho Alternative Electro Rock nennen sie ihren eigenen Stil, aber das ist lange nicht alles.
Sobald Ralph Bütikofer das Publikum animiert an Highlands zu denken und dann die ersten Klänge die wirklich an Dudelsäcke und harte Männer in Karo erinnern in den Raum schweben, weiss man nicht, ob das noch so Psycho Alternative ist, oder ob man sich einfach im Gefühl von ein bisschen Braveheart gehen lassen soll.
Hier kann ich wirklich nur nochmals betonen: Zieht euch die Musik rein und urteilt selbst. Bei mir steht diese Band auf der Liste die ich am nächsten Open Air sehen möchte.