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Der Workaholic Bob Spring hat sich mit The Calling Sirens zusammen getan und ein neues Album aufgenommen, das sie selbstbewusst nach sich benannt haben: «Bob Spring & The Calling Sirens». Wir haben uns die Scheibe angehört.

Artikel 2015-03-05 Bob-Spring-Calling-Sirens Artikelbild

Bob Spring steht für Country mit Blue-Einschlag gepaart mit seiner unverwechselbaren Stimme. Daran ändert sich auch trotz kompletter Band als Unterstützung nicht viel. Und das ist gut so. Denn die Musik von Bob Spring lebt von seinen Texten und seiner Stimme.
Was The Calling Sirens jedoch zum Gesamtergebnis beitragen, kann gar nicht genügend gepriesen werden. Der Sound wird durch das Kontrabassspiel von Michel Lehner wuchtig unterstützt, von André Kälin am Schlagzeug/Percussion getrieben, mit den vielfältigen Einsätzen am Piano und Akkordeon von Silvan Stürzinger und der E-Gitarre von Guido Kälin pointiert verfeinert. Schon die halbprivate Show auf der Werdinsel letztes Jahr zeigte, wohin die musikalische Reise gehen sollte.

Nun ist das selbstbetitelte Album fertig und man kann nicht anders, als sowohl die Sirenen als auch Bob dazu zu beglückwünschen, sich gegenseitig gefunden zu haben.

Elf wunderbare Eigenkompositionen von Bob Spring bilden die Grundlage für Bob Spring & The Calling Sirens. Inhaltlich spielen sie in der gleichen Liga wie Bob Springs letztes Album Dust and Arrows; gescheiterte Beziehungen, Fernweh und Existenzängste stehen im Zentrum der Lyrics. Die Songs erhalten aber durch die zusätzlichen Instrumente der Calling Sirens musikalisch weit mehr Tiefe und Volumen. Alleine die wehklagende E-Gitarre bei Our Neverhome oder Upright Bass bei Before We Got So Lone beweisen, dass sich hier zwei Parteien getroffen haben, die eigentlich schon immer zusammen gehört haben. Das Piano-Intro bei Guess I’m Not A Friend untermauert die Melancholie des Songs perfekt und die hellen Klänge der Becken runden den Sound des Liedes wunderbar ab. Und mittendrin Bobs Gesang. Knapp fünf Minuten Reflexion darüber, was man wohl falsch gemacht hat als Freund; knapp fünf Minuten, wieso man sich weniger darauf konzentrieren sollte, was man meint, falsch gemacht zu haben, und sich viel mehr darum kümmern sollte, auch weiterhin ein guter Freund zu sein.

Wenn es einen Live-Hit auf der Scheibe hat, dann ganz bestimmt Gloria. Schroffe Gitarre, zynischer Text und eine super Hook: «Shut up Gloria!» Grosses Lob an Guido, dessen Gitarrenspiel den Eindruck erweckt, als würde Mark Knopfler persönlich in die Saiten greifen.
Das Album endet mit zwei wunderschönen Songs, über die man nicht zu viel schreiben, sondern sie einfach nur geniessen sollte. Monuments Of Our Time ist die Quintessenz dieser Kollaboration und alleine den Kauf des Albums wert und All The Mountains Fall zeigt die Wandelbarkeit von Bobs Stimme auf eindrückliche Weise auf.

Unverfälscht, aber verfeinert und gekonnt ergänzt, so präsentiert sich Bob Spring zusammen mit The Calling Sirens. Noch immer so authentisch wie bisher, noch immer die beste Werbung für eine Reise in den Süden der USA, noch immer der beste Country-Export der Schweiz. Bei keinem anderen Schweizer Künstler könnte man sich ein Lagerfeuerkonzert besser vorstellen…

Release
13. März 2015

Label
Dark Country Records/Rokkabill Records/Iracible

Tracklist
01 – Before We Got So Lone
02 – Five Dollars
03 – If You Ever Go To Houston
04 – Day Dreams
05 – Our Neverhome
06 – Master Of The Light
07 – Guess I’m Not A Friend
08 – Wrong Again
09 – Gloria
10 – Monuments Of Our Time
11 – All The Mountains Fall