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Der Zürcher Bob Spring liefert mit «Dust And Arrows» sein erstes Album 2014 ab und lässt während 66 Minuten 15 selbstgeschriebene Songs vom Stapel. Ob er damit Erfolg haben wird oder doch eher Schiffbruch erleidet?

Bob Spring – Dust And Arrows (zVg)

Bob Spring – Dust And Arrows (zVg)

Im Rahmen unserer «Plunge For Music» Reihe, die ich initiiert hab‘, muss ich jetzt natürlich erst mal geradestehen für die musikalischen «Qualen», die meine Mitredaktoren erleiden müssen. Deshalb hab ich mich ja auch gleich als ersten selber nominiert mit dem aktuelle Album des Zürcher Junk Blueser Bob Spring, bevor ich es auch nur einmal gehört habe. (Womit ich eigentlich schon gegen die Regel verstossen hab, dass der Nominierende das Album für gut befinden muss. Ich hab hierbei einfach darauf gehofft, dass das letzte Album kein Ausreisser war.)

Doch zum Album Dust And Arrows selber: Das Album lebt über grosse Strecken nur von Bob Spring’s Stimme und seiner Gitarrenbegleitung. Vereinzelt wird er von Perkussion oder gar Schlagzeug und einer weiterer Gitarre unterstützt. Gerade diese Einfachheit macht das Album aus. Jeder Song wird im Wesentlichen auf den Gesang und somit die Stimme von Bob reduziert – jeder Song steht und fällt mit seinem Gesang. Und hier zeigt sich die unglaubliche Wandelfähigkeit des Zürchers: Alleine beim ersten Durchhören sind mir mindestens drei verschiedene Klangfarben seiner Stimme aufgefallen. Dass ein Sänger alleine eine solche Vielfalt in der Stimme aufweisen kann…

Doch zum Schwelgen fehlt die Zeit. Bob nimmt mit seiner  Stimme jeden Song für sich ein, lässt sich dabei von seiner Gitarre oder auch Tom Marty an der Western Gitarre – Bass oder Perkussion spielte das Multitalent gleich selber ein – unterstützen. Unterstützen wurde hier bewusst gewählt, denn er könnte alleine mit seiner Stimme die Message der Songs rüberbringen. Die instrumentale Untermalung verstärkt allerdings die Songs und verhilft ihnen dazu, aus der Masse von einfachen Singer/Songwriter-Stücken herauszustechen…

Perlen am Klanghorizont

Dust And Arrows ist eines der Alben, das man sich zu Hause mit geschlossenen Augen anhören sollte – ohne jegliche störende Einflüsse. Denn genau dann geschieht es, dass einem der Geist vor dem inneren Auge ein Bild zu malen beginnt. Ein Bild einer Lagerfeuerromantik, zwei Baumstämme um ein kleines Feuer gereiht, die Pferde im Hintergrund grasend und eine Gruppe Cowboys dem einsamen Sänger und seiner Gitarre lauschend. Oder das Bild eines einsamen Truckers, die Route 66 hinunter fahrend, fernab von seiner Frau zu Hause. Sowohl die Klangfarbe der Instrumente wie auch der Stimme von Bob Spring fügen sich perfekt in diese Sinnbilder ein und wenn das alles wäre, was das Album zu liefern hätte, könnte man schon glücklich sein.

Mr. Spring hat aus dem Vollen geschöpft und liefert mit 15 Songs und einer Spielzeit von 66 Minuten eine prall gefüllte Scheibe, wie man sie heute leider viel zu selten zu hören bekommt. Dabei variiert er die Blues- und Country-Songs geschickt, so dass einem das Album auch beim wiederholten Hören nicht langweilt. Die Stimmung der Lieder reicht von romantisch (With You Till the End), über verträumt (Moving On), melancholisch (Goodbye Distance) bis locker fröhlich (I Get Drunk).

Als Anspieltipps würde ich Yet How Far, As I Am und Black Queen empfehlen. Drei Facetten eines abwechslungsreichen Albums, die seine Wirkung schön einfangen und die Vielfalt von Bob Spring wunderbar zum Vorschein bringen. Eine klare Kaufempfehlung für jeden Blues- und Country Fan.

Und als nächstes Opfer der «Plunge For Music» Reihe wähle ich Tatjana Pürro aus, die sich das Album Anthropology von Baby Genius zu Gemüte führen darf. Und damit gehen dann weitere 10 Franken an Ambulance Recordings.

Release:
16.04.2014

Label:
Rokkabill Records

Tracklist:
01 – Tears in the Rain
02 – I learned How to See in the Dark
03 – Yet How Far
04 – Shows Me I’m Right
05 – The Letter
06 – Black Queen
07 – Break Through the Boundaries
08 – As I Am
09 – I Can Feel it
10 – I Get Drunk
11 – Concrete Jungles
12 – Moving On
13 – Goodbye Distance
14 – Sleepless Again
15 – With You Till the End