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Seit September gibt’s bei uns jede Woche frische Songs. Hier sind die Top 10, die unserem Kurator im Gehör geblieben sind.

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Jede Woche erreichen Negative White zahlreiche neue Songs – mal bessere, mal schlechtere. Seit September 2015 fasse ich die frischen Klänge in den «Songs der Woche» zusammen. Doch bis es die Songs tatsächlich in meine «Heavy Rotation» schaffen, braucht es das gewisse Extra. Die folgenden zehn Stücke haben es vollbracht:

Black Mount Rise ist eine Schweizer Rockband, die eine unglaubliche «Wall of Sound» erzeugen. Mit Dilemma zogen mich die Jungs erstmals in ihren Bann. Lucid Dreams ist im Vergleich ein ruhigerer Song, dafür mit einer packend düsteren Atmosphäre. Ein Song, den ich immer wieder mal zum Entspannen höre.

Das New Yorker Duo Tempers hat mich mit ihrem modernen Dark Wave gepackt. Undoing ist dunkel, mythisch und geheimnisvoll wie eine verwinkelte Gasse bei Nacht. Ein treibendes Stück Untergrund für nebelverhangene Tanzfläche.

Lydmor & Bon Homme ist eine Kollaboration zwei grossartiger Künstler. Dream of Fire putscht besser als Kaffee und stilvoller als Red Bull. Unaufgeregt und mit einem Händchen für raffinierte Klangakrobatik schafft es Dream of Fire wieder und wieder, mich in eine hoffnungsvolle Stimmung zu versetzen.

Die Musik der kanadische Sängerin Andrea Wellard ist unbestechlich Schön. Ein kühler Hauch nordischer Eleganz, ein erfrischender Schimmer am Horizont. Wellards Stimme ist sanft und mutig, kraftvoll und unschuldig. A Distant Welcome versetzt das Herz in Sehnsucht.

Das deutsche Zweigespann Bender & Schillinger haben mit Rendezvous nicht nur bewiesen, dass Schlichtheit ein zauberhaftes Rezept für unsterbliche Klänge ist, sondern auch eine ergreifende Hymne übers Erwachsenwerden geschrieben: voller Selbstzweifel und Ungewissheit. «I am afraid to meet myself when I’m old. And I am afraid to meet someone else than I thought.»

Als ich Polyester Skin des Dänen Jacob Bellens zum ersten Mal hörte, hielt ich zunächst nicht viel davon. Trotzdem hörte ich den Song immer wieder. Er hat etwas Cooles an sich, ohne sich zu sehr zu bemühen. Und das kommt leider viel zu selten vor.

Ich hatte Swiss & Die Andern letztes Jahr im Vorprogramm von Betontod gesehen, doch überzeugt haben mich die Rap-Punker nicht. Das änderte sich schlagartig mit Gangster vom Asylheim. Ein flammendes Fanal gegen den Rassismus in Deutschland. Da konnte ich nicht mehr widerstehen.

Der sternenbestickten Traumwelt von Navelin bin ich ab der ersten Note verfallen. Eine wunderbare Melodie, um die Gedanken in die ferne, unentdeckte Welten des Ichs schweifen zu lassen. Daydream lässt einen wieder an das Gute in der Welt glauben – wenn auch nur für einen kleinen, unvergesslichen Moment.

Die Basement Saints gehören aktuell zu den vielversprechendsten Rockacts der Schweiz. Brother flirtet mit Hardrock und trinkt genüsslich einen Pint dunkles Ale. Ein Song wie eine Wohnzimmer-Party: Ungezähmt, enthemmt und sorgenlos. Mit Brother fängt jeder Tag gut an.

Holy Esque aus Glasgow haben es mir von all diesen Bands und Künstlern an meisten angetan. Tear wandelt auf den Pfaden des Post Punk, die fiebrige Stimme von Pat Hynes sucht ihresgleichen. Die Gitarren fräsen Klippen in die Küsten und zerreissen die dunklen Wolken. Man hört Holy Esque einfach an, dass sie aufs Ganze gehen.