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Wie könnte ein Wochenende energievoller starten als mit der ultimativen Crossover-Band Clawfinger? Rapmetal since 1993. Sie sind zurück und es geht immer noch ab wie ein Zäpfli!

Den Abend eröffnet hat die Grunge-Band Treekillaz. Eine überraschend coole Vorband, und erst noch aus der Schweiz. Der Sound war melodisch, ab und zu auch sehr hart und kräftig. Auch wenn man die Band zuvor nicht kannte, wurde es durch die abwechslungsreichen Stücke nicht langweilig. Das Publikum war zwar nicht total frenetisch am Durchdrehen, aber man merkte: Der Sound fand bei den meisten grossen Gefallen. Amüsant war ihr Auftreten mit Bundfaltenhosen, Hemd und Gillet – irgendwie etwas bünzlig und überhaupt nicht passend.

Völlig passend von A bis Z und absolut authentisch war der Auftritt von Clawfinger. Die Schweden starteten die Show statt mit einem Song mit der Ansage, dass das letzte Mal die Hose von Sänger Zak Tell gerissen wäre und an diesem Abend das Keyboard dafür nicht recht wolle. Aber egal: Die Herren legten los und mit ihnen das Publikum. Von Anfang bis zum Schluss rockte das Z7 pogend und tanzend mit der ebenso energiegeladenen Band, als wäre nichts gewesen. Obwohl sich Clawfinger vor ein paar Jahren im 2013 ja offiziell aufgelöst hatten, verloren sie kein Wort darüber. Aber laut ihrer Aussage, würden sie sich willkommen fühlen und sie seien froh gewesen wieder mal in der Schweiz spielen zu dürfen.

Was ein Bauch so verrät

Das spürte man, und wie! Ihre Live-Auftritte seit 1993 waren und sind einfach der Hammer. Die Interaktionen mit dem Publikum waren sehr unterhaltsam und enthielten oft eine gute Portion Ironie. Im Alter braucht man sich nicht zu schämen. So lüpft man schnell das Wutang-Shirt und zeigt kurz das Alter – gemessen am Bierbauch. Auch als sie das erste Mal von der Bühne gingen, funktionierte das nur mit einem Spruch: Das wäre das letzte Lied, aber wer weiss, was in der magischen Welt der Musik so passiere. Dazu kam die passende Grimasse von Zak.

Älter aber nicht weniger cool. Und fit waren die Herren. So reichte es bei Zak allemal für einen Stagedive von der Bühne und bei Bassist André Skaug sogar ein Sprung ins Publikum von der grossen Box daneben.  Der langhaarige Krauskopf, der übrigens ab der zweiten Runde im Schweizer T-Shirt spielte, wurde vom begeisterten Publikum mit Freude gefangen. Clawfinger bekamen von ihren Fans alles, was sie wollten und umgekehrt. So wünschten die Schweden das Schweizer Ding – La Ola. Und jedes Mal wenn die Aufforderung kam mit zu klatschen oder mitzusingen, funktionierte es reibungslos.

Die Setlist an diesem Abend war überaus genial und führte ein wenig durch die ganze Clawfinger-History. Und in diesem Sinne hoffen wir, dass diese noch einige Jahre weitergehen wird.