Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Der Basler Singer/Songwriter BAUM meldet sich mit der EP «We thought that this was forever» wieder zurück. Nachdem sein letztes Album «/2013» nur in limitierter Stückzahl und nur an seinen Konzerten zu erwerben war, ist die neue EP auch wieder im Handel erhältlich. Aber auch nur in begrenztem Rahmen.

 

BAUM – We thought this was forever (zVg)

Es sind keine einfachen Zeiten für Musiker. Streamingdienste wie Spotify verschachern ihre Arbeit zu einem Spottpreis und fühlen sich dabei noch gut – schliesslich zahlen sie ja den Künstlern etwas für die Downloads. Dass es sich dabei um Zahlungen handelt,  in keinem Verhältnis zum Aufwand der Aufnahmen stehen, wird gerne unter den Tisch gekehrt. Dazu kommt die Tatsache, dass sich aus Alben im Allgemeinen nur eine Single auskoppeln lässt, mit der man dann im Radio rumgereicht wird. Wenn man viel Glück hat, kriegt man eine zweite Singleauskopplung hin, aber wenn man nicht von einem der Majorlabel gepusht wird, ist hier Schicht im Schacht.

Deswegen produzieren Indie-Musiker gerne EPs. Der Aufwand gegenüber einem Album ist deutlich überschaubarer und wenn pro EP nur ein Song ins Radio kommt, und so einem weiteren Publikum bekannt gemacht wird, ist das für den Musiker ein grosser Mehrwert gegenüber nur einem Song von einem kompletten Album. Die EP wird somit zur Antwort der Künstler auf das Musikbusiness. Eine Gratwanderung zwischen wirtschaftlicher Notwendigkeit und künstlerischer Hingabe.

Aber genug des ökonomischen Gesülzes, was verbirgt sich auf der EP? Vier Songs, davon ein bisher unveröffentlichter – von BAUM als sein bester bis dato bezeichneter – und drei Lieder, die auf dem limitierten Album zu finden sind. Da der Titel der EP einer Zeile des Tracks Sad entspricht, beginnt diese Rezension auch mit diesem Song.

Entgegen der eher fröhlichen Melodie handelt Sad von einer traurigen Angelegenheit – einer gescheiterten Beziehung. BAUM bringt ein Problem, das vielen bekannt ist, gekonnt auf den Punkt. Nämlich, dass sich Menschen konstant weiterentwickeln und sich allenfalls eben auch auseinanderleben können. All dies untermalt von einer hoffnungsvollen Melodie zeigt der Track die Kontraposition von Verlangen und Hoffnung am Ende einer Beziehung auf. Ein Thema, das sich in weiteren seiner Songs widerspiegelt.

Mit Damn geht er noch einen Schritt weiter, zeigt auf, was sich in einer Person, die von ihrer wichtigsten Bezugsperson verlassen wird, abspielt. Resignation, Hilflosigkeit, Unverständnis und Wut – Emotionen, die jeder kennt, dem schon mal das Ende einer Beziehung verkündet wurde. Und wieder stellt BAUM dieser traurigen Thematik eine hoffnungsvolle Melodie gegenüber, die dem Song eine gewisse Leichtigkeit verleiht, ohne die Tragik zu verleugnen.

Einen komplett anderen Weg schlägt Crow ein – ein Song über Freiheit und gegen gesellschaftliche oder soziale Zwänge. Dass dieser Weg nicht immer schmerzfrei ist, hat BAUM in folgendem Video gezeigt – und auch, dass er gewillt ist, diesen Weg zu gehen.

Was bleibt, ist der neue, bisher unveröffentlichte Track Old Oak Standing. Als Opening Track gibt er den Ton für die EP an, reitet in vollem Galopp in die Soundlandschaft hinein und ebnet den Weg  für die nicht minder kraftvollen Lyrics. Old Oak Standing ist der mit Abstand rockigste BAUM-Track bisher und verliert dabei nichts von der lyrischen Tiefe, die seit jeher eine Konstante seiner Songs sind. Auch hier spielt die Vergänglichkeit der Liebe wieder eine grosse Rolle. Sie ist allerdings nur das greifbarste Beispiel für Vergänglichkeit, dem wahren Zentrum des Songs. Vergänglichkeit und Hoffnung – Blätter, die zum Boden oder gen Himmel fallen.

Dies sind vier Songs, die uns BAUM diesen Frühling schenkt und für den Herbst ist schon eine weitere EP angedeutet. Ich habe ein paar Vorstellungen, was diese beinhalten könnte, aber ich bin genauso wie jeder andere gespannt, was uns BAUM anbieten wird. Ich denke, auch diese EP wird mit wunderbaren Songs gefüllt sein. Bis dahin bleibt We Thought that this was forever und seine Konzerte quer durch die Schweiz.
Die Besonderheit dieser EP ist zudem, dass sie nur in der Schweiz und an BAUM-Konzerten erhältlich ist. Ex Libris, cede.ch und iTunes Schweiz wird sie anbieten, aber ausserhalb unseres Landes wird die EP nicht offiziell verfügbar sein. Ein kleines Dankeschön eines Schweizer Künstlers, der eigentlich ausserhalb der Schweiz erfolgreicher ist, als innerhalb. Nehmt es an, es lohnt sich.

Release
11. April 2014

Label
M’s Best Music Publishing

Tracklist
01 – Old Oak Standing
02 – Sad
03 – Damn
04 – Crow