Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Es ist eine unbeschreibliche Tragödie. Terroristen stürmten am 13. November 2015 das Pariser «Bataclan» und bringen 90 Musikfans um.

Disclaimer: Wir zeigen hier keine Aufnahmen der Gewalt. Die Vorstellung alleine ist genug.

Erst Jubel, Musik und Licht. Dann Gewehrsalven, Explosionen und Dunkelheit.

Die kalifornische Rock-Band Eagles Of Death Metal spielte am Freitag, dem 13. November 2015, ein Konzert im berühmten Pariser «Bataclan». Sie spielten gut eine Stunde, als das Unvorstellbare eintritt. Mehrere Terroristen stürmen die Konzerthalle, nehmen die Menschen als Geiseln, töten sie fast schon systematisch. Offizielle Angaben gehen von mindestens 120 Menschenleben aus, die viel zu früh beendet wurden.

Ein Amateurvideo zeigt einen Hinterausgang des «Bataclan». Panisch rennen die Menschen aus dem Gebäude. Einige ziehen Menschen an den Armen weg vom Ort der Grausamkeit. Wir wissen nicht, ob sie noch leben. In den oberen Stockwerken klammern sich einige Konzertbesucher an den Fenstersimsen fest, schweben geschätzte fünf Meter über der Strasse. Die Band selbst konnte von der Bühne in Sicherheit fliehen. Es ist kein Trost für das Geschehene.

Der Anschlag auf das «Bataclan» wird mit Abstand als das schlimmste Unglück der Musikgeschichte eingehen. Noch nie starben so viele Musikbegeisterte durch Menschenhand.

Wer hinter den Anschlägen von Paris steckt, ist noch nicht bekannt. Augenzeugen berichten, dass die Terroristen «Alluh Ackbar» riefen und dann das Feuer eröffneten. Ein islamistischer Hintergrund scheint deshalb wahrscheinlich, doch mit Sicherheit kann man es noch nicht sagen. Mit Religion hat das alles nichts zu tun, nur mit Fanatismus, Verblendung und blindem Hass.

Und doch geschieht bereits das Gegenteil. Rechte Politiker stürzen sich auf das Ereignis wie Geier auf die noch warmen Leichen. Liest man diese – Verzeihung – Scheisse, möchte man kotzen, schreien, fluchen. Doch das reicht noch lange nicht.

War es ein Zufall, dass die Terroristen das Konzert angriffen? Vielleicht. Aber vielleicht wollten sie exakt dieses Ziel treffen. Eine US-amerikanische Band. Die Fans jener Musik, die bei den islamistischen Terroristen so verabscheut wird. Und die Musik selbst als Ausdruck von Freiheit und Freude.

Keine Erklärung, keine noch so brillante Analyse hilft über den Schock hinweg. Denn wir alle standen schon in einer Konzerthalle, umgeben von Gleichgesinnten in aufgeregter Erwartung auf die Kraft der Musik. Trotzdem können und wollen wir uns nicht ausmalen, was den Besucherinnen und Besuchern des «Bataclan» widerfahren ist.

Doch verstummen nun die Instrumente, haben die Terroristen gewonnen. Das darf nicht passieren. Die Musik, sie muss zurückschlagen. Mit erbarmungslosen Drums, messerscharfen Riffs und unsterblichen Melodien.